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Tagesarchiv für 17. Dezember 2014

Ist Russland in einer Krise?

Mittwoch, den 17. Dezember 2014 um 15:22

Wer einer Mehrheit der westlichen Medien folgt, muss zur Annahme kommen, Russland sei in einer Krise und es sei nur eine Frage der Zeit bis Wladimir Putin von seinem eigenen Volk gestürzt werde. Gleichzeitig erfahren wir aus Moskau, und niemand hat daran Zweifel geäussert, dass der russische Regierungschef von der überwiegenden Mehrheit seiner Landsleute als zuverlässiger Held gefeiert wird.

Die westlichen Finanzmärkte melden einen Sturz des Rubels wie sinkende Ölpreise als Ursache der russischen Wirtschaftskrise. Sie ziehen dabei nicht in Betracht, dass Russland sein Öl und Gas in Euro und US-Dollar verkauft, womit die Stabilität der Einkünfte dauerhaft gesichert ist. Der Sturz des Rubels an den internationalen Finanzmärkten ist aufgefangen worden. Die Auswirkungen der Spekulationen globalen  Kapitals gegen den Rubel führten nicht zu einer ernsthaften Krise, sondern wurden als Herausforderung bewältigt. In Moskau will man so wenig ein „Sklave der Märkte“ werden wie der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, dies soeben als Maxime für die Europäische Zentralbank gefordert hat.

Ist Russland in einer Krise? Ja, aus der Sicht westlichen Kapitals, das spekulative Gewinne aus einer Situation ziehen will, die sich als Risiko jedem Land stellt, das nicht nach den Regeln der Wall Street tanzen will. Nein aus der Sicht der russischen Volkswirtschaft und des russischen Volkes, die nahezu geschlossen hinter ihrer Regierung stehen, die ihre eigene Vision gegen die der NATO und der Europäischen Union stellt. Dieses politische Armdrücken wird nicht zu einer russischen Niederlage führen, denn das Land hat kein Budgetdefizit, wie es in Westeuropa und den USA an der Tagesordnung ist. „Trotz der EU-Sanktionen“, sagt Pascal Najadi, Präsident und CEO von Najadi & Partners in Zug/CH, „gibt Wladimir Putin zielgerichtet und in angemessenem Tempo die richtige Richtung für sein Land vor.“

Russlands Beweglichkeit im Aussenhandel wird im Westen ebenso unterschätzt wie die offenen und stillen Reserven des Landes. Im Aussenhandel haben die vom Westen auferlegten Einschränkungen nur begrenzte Wirkung. China, Indien, die Staaten des Mittleren Ostens, Afrikas und Lateinamerikas sind ohne Einschränkung willens, die Zusammenarbeit mit einem freien Russland aufrecht zu erhalten und zu vertiefen. Die stillen Reserven übersteigen jene oft genannten 400 Milliarden Euro beträchtlich.

Es ist eine westliche Legende, dass Russland alleine von Öl und Gas abhängig ist. Die Metallindustrie hat sich, ganz wie dies die Schweiz auch stets getan hat, neu erfunden. Russland ist heute Weltmeister im Waffenexport und in der Weltraumtechnik, wo auch die Amerikaner sich der Leistungen der fortschrittlichsten Teile der russischen Wirtschaft bedienen. Der russische Bergbau ist in bester Verfassung, weshalb Gold und Diamanten zu den Stützen der russischen Wirtschaft zählen.

Wer genau betrachtet, was sich zwischen Moskau und Wladiwostok abspielt, sieht ein Land, das unter Führung von Waldimir Putin den europäischen Gedanken ebenso verteidigt wie den Anspruch eines globalen Weltmarktführers. Der Wunsch amerikanischer Kreise, Russland in die Knie zu zwingen, um daraus einen Markt für Konsumprodukte amerikanischer Konzerne zu machen, wird von der russischen Regierung wie dem russischen Volk abgelehnt. Die Tür zwischen Ost und West soll offen bleiben für eine anspruchsvolle Zusammenarbeit, welche die Interessen beider Seiten berücksichtigt; eine einseitige Dominanz wird in Moskau aus Überzeugung abgelehnt.

Russland ist weder in der Krise noch wird es vor jenen westlichen Regierungen in die Knie gehen, welche dies fordern. Europas Freiheit wird auch am Ural verteidigt. An der Ernsthaftigkeit dieser Haltung darf nicht gezweifelt werden.

 

 

 

Schweiz ohne Tourismus-Konzept

Mittwoch, den 17. Dezember 2014 um 9:39

Marco Solari, Mr. Tourismus im Tessin, tritt als Präsident des kantonalen Verkehrsvereins Ende Jahr zurück. Er geht „im Reinen mit sich selbst“, aber in einer Situation, wo der Tessiner Tourismus eine immer schlechtere Bilanz aufzuweisen hat. Sein Nachfolger wird der 67jährige Architekt aus Ascona, Aldo Rampazzi.

Mit Solari geht die Zeit der grossen Tourismusmanager der Schweiz vorläufig einmal zu Ende. Nach Kurt Illi (Luzern) und Hanspeter Danuser (St. Moritz) sind keine prägenden Persönlichkeiten erkennbar. Elmar Ledergerber in Zürich lebt vom Wirtschaftsboom der Limmatstadt; Initiativen sind kaum erfolgt.

Über St. Moritz schreibt die „Schweiz am Sonntag“, diese Station gleiche einem „Nerz mit Haarausfall“, was insofern stimmt, als die reichen Russen seltener geworden sind; sie sitzen heute in Moskau wegen Steuervergehen im Gefängnis. Der viel Ertrag bringende „Spielplatz der Superreichen“ hat keinen Gestalter mehr; der Flugplatz ist ungewöhnlich leer. Sogar die Italiener sind ganz still, ganz wie die Bankiers auch, die, sofern sie noch Geld haben, dies nicht zeigen wollen.

Unter dem Gotthard-Pass hat der Ägypter Samih Sawiris bereits Fr. 457 Mio. investiert, um aus dem Aschenputtel Andermatt eine Prinzessin zu machen. Die Auslastung seines sehr hübschen Chedi-Hotels ist weiterhin wenig zufrieden stellend; kein Wunder bei dieser Destination, der jeglicher Charme fehlt. Sogar Sawirih meint, andere wären längst ausgestiegen. Wer will schon in Andermatt Ferien machen?

Der Start der Schweizer Wintersaison ist weitgehend misslungen. Unsere Jugend hat sich nach Lateinamerika abgemeldet. Wir sitzen auf 1300 Metern ganz ohne Schnee. Charmant.

 

 
     
     
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