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Falsche Intellektuelle wirken blockierend

4. November 2014 um 15:16

Falsche Intellektuelle wirken blockierend.

Wer als Konsument auf die Schweizer Medien angewiesen ist, wird oft in die Irre geführt werden. Was dort Chefredaktoren, alt Chefredaktoren, Professoren und andere Mitglieder der „chattering classes“ von sich geben, ist häufig eine Art der Irreführung, die das Jahresabonnement nicht rechtfertigt.

Res Strehle, Sohn eines Anwalts vom Züriberg, stürzte sich als junger Mann hinab zum einfachen Volk, um die Schweiz zur Weltrevolution zu bewegen. Als Chefredaktor des „Tagesanzeigers“ ist er für Entlassungen en masse zuständig, ohne auch nur mit den Wimpern zu zucken.

Fred Luchsingers unverzeihlicher Fehler bei der NZZ war es, den Bauernsohn aus der Innerschweiz, Hugo Bütler, als seinen Nachfolger an der Spitze der NZZ zu berufen. Damit begann der Abstieg jenes Verlags, der einmal zur europäischen Spitze zählte, heute dort aber nicht mehr genannt wird. Markus Spillmann, amtierender NZZ-Chefredaktor, nach Meinung führender Liberaler „ein Kindskopf“, der sich in Panik von einer eigenen talentierten Journalistin distanziert, deren Komplexität er nicht zu folgen vermag, lässt sich vorzugsweise tanzend und springend vor Vulkanen fotografieren, derart die Kreativität seines Haus untermauernd. Niemand in Zürich ist in der Lage, sich eines Satzes dieses Chefredaktors zu erinnern.

Falsche Intellektuelle, die aufgrund ihres Amtes einen solchen Anspruch erheben, gibt es in der Schweiz jede Menge. Berühmtestes Beispiel ist alt Bundesrat Moritz Leuenberger, dessen magistraler Esprit nach seinem Rücktritt kaum noch gefragt war. Die Höflingshaltung medialer Bewunderer reflektiert eine Geisteshaltung, die nur zum Untergang des Zürcher Bürgertums führen kann. Hugo Loetscher, nicht viel mehr als ein gehobener Reiseautor mit höheren Ansprüchen, war allerdings noch viel gescheiter als Martin Suter, dessen Zahnarzt-Vorzimmer-Literatur der vorzeitigen Einschläferung der Patienten dienen kann.

Kluge Menschen haben wir etliche, aber Intellektuelle Grossdenker, die zu ihrer Position auch stehen, haben wir keinen mehr. Adolf Muschg sei mein Kronzeuge.

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