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Tagesarchiv für 22. September 2014

Gesundes Essen, was ist das?

Montag, den 22. September 2014 um 15:05

Ob ich mich auf die Kontrollen und Vorschriften des Bundesamtes für Gesundheit verlassen will, ist eher fraglich. Seit dieses Bundesamt, das schon in früheren Jahren mit seiner Werbung unangenehm aufgefallen ist, nun öffentlich seine Sex-Messen feiern lässt und ich als Steuerzahler dazu beitragen muss, sind mir die Beamten in Bern fragwürdig geworden. Man hätte ohnehin den Badener Stadtammann ohne Amt Geri Müller als Hauptdarsteller gewinnen müssen, was die öffentliche Aufmerksamkeit nochmals gesteigert hätte. Was das BAG zulässt oder wem es die Zulassung verweigert, ist ohnehin kaum durchschaubar. Wie die Rose eine Rose eine Rose ist, bleibt die Verwaltung eine Verwaltung eine Verwaltung.

Mehr verlasse ich mich darauf, was Migros, Coop, Volg und andere mit ihren Warenprüfern auf meinem Tisch zulassen. Jeder Flop, der in der Verwaltung nur geheim gehalten wird, bedroht dort den Ruf wie den Umsatz. Auch mein Metzger hat mich noch nie enttäuscht, der Bäcker schon eher, wenn dessen Personal die sechzig Brotsorten, die angeboten werden, nicht mehr zu unterscheiden vermag.

Im Mittelalter war der Mord via Gift ein weit verbreitetes Instrument der Ordnungspolitik. Ob König, Papst, Fürstbischof oder Reichsverweser, der Vorkoster war von Europa bis China ein unentbehrlicher Fachmann, auf dessen Dienste man nicht verzichten wollte. Heute noch reist US-Präsident Barack Obama nur mit einem eigenen Vorkoster um die Welt. Er wird Grund dazu haben, waren es doch die US-Geheimdienste, die – dem immer noch lebenden – Fidel Castro mehrfach die Suppe versalzen wollten, indem sie ihn zu vergiften suchten.

In der Schweizer Gegenwart, wo Handfeuerwaffen fast so verbreitet sind wie in Texas, sind Giftmorde kein Thema mehr. Giftspritzen sind staatlich geduldet, wenn sie nach bestimmten Reglementen zugeführt werden, woraus der Zürcher Tourismus etliche Vorteile zieht, das auch dann, wenn die Betroffenen nur wenige Nächte in der Stadt überleben.

Die giftige Rede bleibt ein weiterhin beliebtes Instrument nicht nur bei Politikern und Talkmastern, in den Boulevardmedien und an der Basler Fasnacht. Sie strömt, unsichtbar wie Schwefeldioxyd, durch die Alpentäler hinab in die Flussauen. Wo sie nicht mehr ausreicht, genügt der giftige Blick, der oft mehr sagt, als der Mund auszudrücken vermag.

Sind wir ein Land der Giftpilze? Nein, denn neben den unscheinbaren Mördern wachsen die strahlenden, nach Lammfleisch schmeckenden Edelwesen. Geniessen wir diese und hüten wir uns vor den Feuerwaffen, sollte ihre Mündung in unsere Nähe kommen.

 

 
     
     
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