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Monatsarchiv für August 2014

Was tut der Papst, was Kardinal Kurt Koch?

Dienstag, den 5. August 2014 um 9:00

Wie viele Armeen hat der Papst? Offensichtlich keine. Und wie viele Argumente hat Kardinal Kurt Koch? Offensichtlich auch keine.

Es geht um die christliche Kirche, die in ihren Heimatländern im Mittleren Osten jetzt offensichtlich von radikalen Muslimen ausgerottet wird. Während die arabischen Conquistadoren des 7. Jahrhunderts die Christen, sofern sie sich unterwarfen und zahlten, in Ruhe liessen, was zu einer Blüte der christlichen Kunst führte, die später das europäische Mittelalter bereicherte, ist die jüngste Vertreibung durch den „Islamischen Staat“ ein Ausrottungsvorgang.

Der Vatikan und seine christlichen Schwesterorganisationen haben die seit 70 Jahren sich verschärfende Entwicklung der Flucht der Christen aus dem Mittleren Osten ohne nennenswerten Widerstand über sich ergehen lassen. Durch die us-amerikanische Invasion unter George W. Bush in den Irak hat sich der Ruf der Christen dort derart verschlechtert, dass die radikalen Muslime nach Rache schreien. Man kann es ihnen kaum verdenken, so schmerzlich dies für uns sein mag. Es ist jenes Gebiet der Welt, wo, direkt und indirekt, das Gesetzt der Tora gilt: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“

Der amtierende lateinamerikanische Papst italienischer Herkunft, dessen irdische Heimat, Argentinien, soeben bankrott gegangen ist, suchte die Vermittlung. Er wird unterstützt von unserem legendären Schweizer Bischof, später Kardinal, Kurt Koch, der ganz offensichtlich bei den radikalen Muslimen auch wenig Eindruck hinterlassen hat. Die Römisch-Katholische Kirche, diese Vereinigung alter Männer, die seit Jahrzehnten ihren eigenen religiösen Nachwuchs vernachlässigt und den Nachwuchs ihrer Schäflein, die es zu beschützen galt, zu Hunderttausenden sexuell misshandelte, ist offensichtlich eine Nach- und Mitläufer-Organisation, wo die Glaubensflamme zur Glut und die Glut zur Asche geworden ist.

Angesichts einer solchen Entwicklung kann die römisch-katholische Kirche in der Schweiz ihre Bemühungen aufgeben, die Jugend wieder für sich zu gewinnen. In den Kirchenbänken sitzen fast nur noch gebückte Grauköpfe und Strickpullover-Christen, deren Seelen einen Himmel suchen, der die Leitern eingezogen hat. Von der Reformierten Kirche lässt sich nichts Besseres sagen. Sie ist eine stagnierende Organisation sehr gut bezahlter Karrieristen, welche ihre Gläubigen nur noch brauchen, um die Kirchenkassen zu füllen.

Wie einst im Palast von Knossos der Minotaurus längst tot war, als die Menschen draussen noch Angst vor ihm hatten, ist auch der Vatikan nur noch ein steinerner Hügel, errichtet aus den Resten römischer Vorzeit, wo die christliche Flamme als Strohfeuer brennt. Die radikalen Muslime stehen nicht vor den Toren, sondern sind längst in das Haus der Christen eingedrungen. Christliche Anführer sind weit und breit nicht zu sehen.

 

Der Wolf vor meiner Haustür.

Montag, den 4. August 2014 um 9:00

Seit Monaten treibt sich ein Wolf vor meiner Haustür herum. Nein, nicht in Zollikon, sondern in Unterbäch im Oberwallis, dem Rütli der Schweizer Frau. Er hat ein gutes Dutzend Schafe eines meiner Freunde aus dem Dorf gerissen, der viele Jahre Bäcker war, jetzt aber als „Schafnol“ über mir auf der Alp wohnt.

Natürlich habe ich keine Angst, aber ich schliesse abends Türen und Fenster fester als früher zu. Die Spuren im späten Schnee habe ich genauer als früher darauf hin geprüft, ob sie vom Wolf stammen können. Fotografiert wurde er zuletzt nur 400 Meter entfernt von meinen Gartenrosen.

Die Wallier Schafbauern haben rhetorisch keine Chance gegen ihre kantonalen und die Bundesbehörden. Dort sitzen elegante Chefbeamte, die im Ernstfall einige hundert Franken über den Tisch winken, damit der „Schafnol“ Ruhe gibt.

Dem Walliser fehlt es an urbaner Eleganz und Stehvermögen, was er natürlich nicht glauben will. Nahe bei der kantonalen Hauptstadt Sitten lebt eine unverdächtige langjährige Freundin des Wallis, Albina de Boisrouvray, ursprünglich Französin, aber in Wirklichkeit eine jener Weltbürgerinnen, die sich gerne im Schweizer Südkanton niederlassen. Sie ist die Enkelin eines bolivianischen Industriellen und hat mit ihrer Stiftung FXB Millionen Menschen geholfen, der Armut zu entkommen. Sie wurde vielfach dafür ausgezeichnet.

Vom Wallis sagt sie, es fehle ihm an einer modernen, lebhaften („buzzy“) Kultur. Kinos und Theater seien kaum zu finden. Die kurvenreichen Strassen aus dem Rhônetal in die Seitentäler hinauf seien nicht mehr zeitgemäss. Oft, sagt sie, sei das Gelände überbaut, jetzt auch immer mehr mit Stromleitungen, die eigentlich unter die Erde gehören.

Die Walliser hören derlei nicht gerne. Sie verbarrikadieren sich hinter ihren Savoyardischen und Oberwalliser Dialekten und lassen nicht gerne an ihren „granitharten Grinden“ rütteln. Deshalb können sich die Schafzüchter nicht verständlich machen, die Angst haben um ihre Tiere. Deshalb heisst der neue Slogan des Kantons „Wallis – ins Herz gemeiselt“, was keinen Touristen interessiert.

Die Welt verändert sich mit grosser Geschwindigkeit in eine Moderne, die von vielen Wallisern als störend empfunden wird. Das macht sie arm und abhängig von den reichen Kantonen, die den Wolf schützen, die gut 300 000 Walliser Kantonsbürger mit einer guten halben Milliarde Franken im Jahr subventionieren und damit auf Distanz halten. Wer Geld von Dritten erhält, ist nicht mehr Herr seiner Heimat.

 

 
     
     
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