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Die Schweizer „Zeit“ verliert Profil

28. Juli 2014 um 9:38

Die Schweizer Seiten des deutschen Wochenmagazins „Die Zeit“ haben seit dem Abgang von Peer Teuwsen deutlich an Profil verloren. Sie sind keine Muss-Lektüre mehr, sondern gehören jetzt zu jenen Sonderpublikationen, die man durchblättern kann. Keine wichtigen neuen Erkenntnisse.

Dieses Beispiel zeigt, wie sehr eine gute Redaktion von ihren Köpfen abhängig ist, den von diesen gewählten Themen und den Autoren, die daraus einen spannenden Artikel machen. Beim „Tagi“ ist, aus welchen Gründen auch immer, Constantin Seibt verstummt. Das ist schade, denn er machte mindestens immer neugierig. Auf regionaler Ebene hat der „Walliser Bote“ Luzius Theler aufgrund dessen Pensionierung verloren. Dieser hervorragende Regionaljournalist, den wir ab und zu noch in der NZZ lesen dürfen, hat im Wallis eine Lücke hinterlassen. Die NZZ selber hat wenige Journalisten, die man unbedingt lesen muss. Insofern wird Peer Teuwsen, der in Kürze bei der NZZ neue Aufgaben übernehmen wird, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Bereicherung. Die Korrespondenten schreiben mehrheitlich auf gutem bis hohem Niveau, aber echte Stars sind darunter nicht (mehr). Eine der wenigen Ausnahmen ist der Leiter des NZZ-Feuilletons, Martin Meyer, der mit unterkühlter Eleganz Themen präsentiert, die man andernorts nicht findet. Wie er Urs Schoettli die Gandhi-Epoche in Indien beschreiben liess, war Weltklasse-Journalismus.

Laufend stärker werden die redaktionellen Teams der „Basler Zeitung“ und der „Weltwoche“, die immer noch klar unter Wert gehandelt werden. Markus Somm und Roger Köppel, beide unter Rechtsverdacht, produzieren einen sehr lebendigen und vielfältigen Schweizer Journalismus, an dem ein aufmerksamer Zeitgenosse nicht vorbei kommt.

 

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