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Eine sichere Schweiz – es war einmal…..

7. Juli 2014 um 9:22

Es war einmal eine Schweiz, da konnte man einem Bundesrat im Tram begegnen, wie er die Morgenzeitung las. Er fiel in der Menge den meisten nicht einmal auf und fühlte sich absolut sicher.

Es war einmal eine Schweiz, da lief – eine Legende – der Bankier Hans Vontobel von seinem Haus am Züriberg zu Fuss in seine Bank an der Bahnhofstrasse. In seinem meist abgetragenen Mantel sah er aus wie jeder andere Schweizer auch.

Heute haben Bundesräte wie Bundesrichter und exponierte Parlamentarier Personenschützer um sich, die dem ungeübten Auge oft nicht auffallen, weil sie diskreter sind als ihre Kollegen in Italien, Frankreich und Deutschland. Neu ist es, dass sogar die pensionierten Spitzenpolitiker Personenschutz anfordern können.

Unser Staat, die Schweiz, hat die Ruhe und Sicherheit, welche sie einst auszeichnete, verloren. Schritt für Schritt passen wir uns den europäischen Verhältnissen um uns herum an. Wer nicht mit dunkler Limousine, Heli und Staatsflugzeug auftreten darf, ist ein Niemand. In Paris, Brüssel und Berlin hat nur Gewicht, wer mehr als drei Personenschützer gleichzeitig in seiner Umgebung hat.

Woran liegt es, dass auch wir „ganz normal“ werden? Es sind die wachsenden Dissonanzen in der Gesellschaft, die Aggressionen sich benachteiligt fühlender Teile der Öffentlichkeit; es ist die sinkende Autorität der sogenannten Schweizer Elite.

Als ich dieser Tage mit einem soliden Schweizer Unternehmer bei einer Sole im „Costa Brava“ in Zürich sass, meinte dieser: „Die Bundesverwaltung in Bern lebt völlig abgehoben vom Rest des Landes. Es ist wie ein anderer Kontinent, wo man nicht mehr spürt, was sonst im Land vorgeht.“

Diese Trennung der einst weitgehend geeinten sozialen Sphären löst Unsicherheit aus. Das Risiko, nicht nur eine Torte ins Gesicht zu erhalten, sondern auch einmal einen Schlag oder vielleicht sogar einen Stich oder Schuss wächst, ganz wie im Ausland.

Die alte Schweiz kann man bald nur noch in Büchern besichtigen.

 

2 Kommentare zu “Eine sichere Schweiz – es war einmal…..”

  1. Peter

    Dieser Blick auf Europa ist übertrieben. Nur wenige reisen mit Heli und Staatsflugzeug und die Personenschützer werden in diesem Blog nur erwähnt, weil sie gerade diskutiert werden und das im Trend liegt. Ganz normal bedeutet für den Verfasser abgehoben und in einer anderen Welt lebend. Natürlich ist das nicht normal, sondern es ist eine Entwicklung, die von der Classe Politique auf dem Rücken der Bürger ausgetragen wird. Wenn die Bürger dumm wählen, so müssen sie eben für andere zahlen. Und dennoch trifft es immer die Ärmsten am schlimmsten, diejenigen, die tendenziell links wählen, sind privat die grossen Verlierer. Die Politik macht weiter, denn mit dummen Wählern lässt es sich einfacher gewinnen und auch Kosten für nicht-schützenswerte Privatpersonen auf Staatskosten rechtfertigen. Es ist wie in der Wirtschaft: mit der einfachen Masse verdient man am meisten Geld.

  2. Mike

    „die Aggressionen sich benachteiligt fühlender Teile der Öffentlichkeit“ lassen sich sehr genau an ihren Ursachen ablesen. Wenn die Parteien, Vereine und Gemeinden das Selbstverständliche nicht leisten können, dann ist es klar, dass die Leute Korrektive suchen, zunächst in der Arbeits-, Medien- und Familienwelt. Dort sind die Ziele nicht erreichbar, also geht der Auftrag an den Staat. Dieser kann nicht zaubern, also müssen seine Amtsträger eben hinter Panzerglas.

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