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Monatsarchiv für Juni 2014

Der Erste Weltkrieg blieb ein Thema für die Deutsche Schweiz

Montag, den 30. Juni 2014 um 9:51

Wer am 28. und 20. Juni, die Schweizer Printmedien lesend, mehr wissen wollte über das Verhältnis der Schweiz um Ersten Weltkrieg, musste mindestens ein halbes Dutzend Zeitungen lesen. Fast ein völliger Ausfall war die Westschweiz, wo nur „Le Temps“ kurz und pauschal über den Beginn des Ersten Weltkrieges berichtete, um auf der ganzen folgenden Seite umfassend zu lesen „Des millions pour sauver Ballenberg“, auch keine ganz taufrische Geschichte, die von den Deutschschweizer Medien schon seit einem halben Jahr abgehandelt wird.

Die Redaktion der „Neue Zürcher Zeitung“ trieb mit einer 18seitigen Beilage den grössten Aufwand, wo sie den „Flug des deutschen Ikarus“ von Prof. Dr. Albert Ritschl beschreiben liess, der allerdings nicht wissen liess, wer in diesem Fall die Sonne war: England. England war ohnehin die grosse Abwesende in der ganzen Schweizer Berichterstattung, obwohl deren Regierung trotz aller „schlafwandelei“ der anderen Regierungen das grösste Interesse daran hatte, die deutsche Bedrohung ihres British Empire zu verhindern. In guter NZZ-Tradition heftete man General Ulrich Wille die „germanophile“ Schwäche an, obwohl er, zum Aufbau einer starken Schweizer Armee, ganz einfach das perfekte Vorbild des deutschen Generalstabs brauchte. Die Beilage über den „taumelnden Kleinstaat“ Schweiz ist trotz nützlicher Vorbehalte beachtlich.

Die „NZZ am Sonntag“ folgte 24 Stunden später mit einem Hintergrundbericht des Schweizer Leiters des Deutschen Historischen Instituts in Paris, Prof. Dr. Thomas Maissen, der über die „Fixiertheit der politischen und militärischen Elite“ der Schweiz auf deutsche Vorbilder berichtete. Die deutschschweizer  Bundesräte hätten eben alle in Deutschland studiert; ein lesenswerter Bericht.

Die „Basler Zeitung“, immer für eine Überraschung gut, liess den 81jährigen Juristen und Regisseur Hans Hollmann mit einem Artikel über Karl Kraus zu Wort kommen, worin er dessen „Letzte Tage der Menschheit“, das grosse Werk des Wiener „Nörglers“ erhellend würdigt. Nur Bravmenschen seien optimistisch, so Kraus, damit Peter Sloterdijk vorwegnehmend, der ihn mit seinem jüngsten Werk über „Die schrecklichen Kinder“ bestätigt.

Mit zehn Seiten zum gleichen Thema konnte der Chefredaktor der „Nordwestschweiz“, Christian Dorer, in diesem anspruchsvollen Kreis gut mithalten. Sein Haushistoriker Christoph Bopp war der einzige Schweizer Journalist, der auch auf die 4 200 Schweizer Soldaten hinweisen liess, die im ErstenWeltkrieg denTod fanden. Die Gräben zwischen den Landesteilen und zwischen Bürgertum und Arbeiterschicht liest man in der „az“ perfekt nach. England ist natürlich auch im Aargau kein Thema.

Die „NZZ am Sonntag“ benutzt ihre Bücherbeilage, um Ulrich Herberts „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“ vorzustellen. Nicht alles sei von langer Hand vorbereitet gewesen, „einmal in Gang gesetzt, habe vieles kein Halten mehr gekannt.“

So wird es wohl gewesen sein, auch wenn im konkreten Fall der 1941 einsetzende Genozid an den Juden gemeint war.

 

Bürgerliche Fehlurteile

Freitag, den 27. Juni 2014 um 16:09

Als  Bundesrat Johann Schneider-Ammann sich in Rejkjavik vor den EFTA-Ministern dafür bedankte, dass er mit dem Schweizer Bundesrats-Flugzeug auf Island habe landen dürfen und Gegenrecht in der Schweiz zusicherte, hatte er für einen Augenblick vergessen, dass die Isländer aufgrund der Spekulationen ihrer Banken so arm sind, dass sich die dortige Regierung kein eigenes Flugzeug mehr leisten kann. Seine diplomatische Entgleisung wurde mit leichter Verwunderung aufgenommen.

Nicht minder verwirrt blickt man in Europa auf die Schweiz, wo man sich der Zuwanderung von Ausländern und deren Familien künftig verweigern will. Weder im Kreis der EFTA-Minister noch der EU-Granden hat man dafür Verständnis. Was bisher als mögliches Angebot der Schweiz nach Brüssel durchgesickert ist, so das Angebot der Unterstellung der Schweiz unter die europäische Gerichtsbarkeit, ohne diese voll anzuerkennen, löst Verwunderung aus.

Die Schweiz macht aussenpolitisch keine Fortschritte, sondern ist im Begriff, sich weiter zu isolieren. Der von dem Team Rossier/Burkhalter für das Jahr 2016 vorbereitete innenpolitische Durchbruch und ein dann möglicher aussenpolitischer Ausbruch stehen in den Sternen geschrieben. Vorläufig darf dies nur als Wahlkampf-Theater im Vorfeld der Herbstwahlen 2015 gehen. Didier Burkhalter will Bundesrat bleiben, was für Johann Schneider-Ammann nicht gesichert ist. Dem Freisinn, sonst ohnehin kaum mehr sichtbar, ist ein solches „rat race“ seiner beiden Spitzenpolitiker wenig dienlich.

Wie sehr gerade bürgerliche Menschen zu Fehlurteilen neigen, kann an zwei Beispielen verdeutlicht werden:

  • Die Amerikaner setzten im Irak auf Nuri al-Maliki als Ministerpräsidenten, der nun vor einem Scherbenhaufen steht, den er selbst verschuldet hat.
  • In der Schweiz wirbt die berühmteste St. Galler Privatbank mit dem Kopf des einst als Intellektueller geltenden US-Generals McChrystal, der in Afghanistan die Niederlage der westlichen Truppen nicht verhindern konnte und als „womanizer“ einen schmählichen vorzeitigen Abgang nahm. Soll man deshalb Geld auf die Bank tragen? Wer Dr. Konrad Hummlers Briefe nicht aufgrund eigenen Hirnschmalzes verfassen kann, muss den Spielerersatz doppelt sorgfältig auswählen.

Bürgerliche Fehlurteile beruhen fast immer auf bürgerlichen Ängsten. Was man selber denkt, soll ein Geheimnis bleiben, denn „Geld“ spricht nicht; Konrad Hummler war insofern eine Ausnahme. Der Ball soll immer im eigenen Spielfeld bleiben, damit keine Gewinnchance verloren geht. Derlei führt zu einer intellektuellen Inzucht, die den Niedergang von Firmen ebenso wie der Politik zur Folge hat.

 

Warum bleibt Graubünden leer?

Dienstag, den 24. Juni 2014 um 9:06

Der seinen 100sten Geburtstag feiernde Nationalpark in Graubünden ist mit Sicherheit ein schöner Spielplatz für Jäger, Waldhüter, Förster und wenige Tausendschaften stockbewehrter Bergwanderer, welche dieses riesige Gelände mit Gewinn durchwandern.

Darob angeregt, habe ich den Tourenplan in Augenschein genommen:

  • Macun, 8 Stunden, 1412 Höhenmeter.  Zu vergessen.
  • Val Mingèr, 4-5 Stunden, 700 Höhenmeter. Quälerei. Dazu die Empfehlung „Wenn kein ‚pelziger Immigrant‘ (ist wohl ein Bär gemeint) aus Italien den Weg in dieses Tal findet….“ Um Himmelswillen, wir haben den Wolf in Schlieren, das reicht. Bären gehören in den Zoo.

Und so weiter und so weiter, Höhenmeter auf Höhenmeter. Die Bündner Touristiker leben in den Wolken. Weil ich etwa zehn Wochenenden in den Bergen wandere und weitere 15 im Voralpengebiet, kann ich nur bestätigen, dass mit Ausnahme der massentauglichen Berge, wie der Rigi, oberhalb von 1500 Metern meist tote Hose herrscht. Die Menschen laufen nicht 500 Meter aufwärts und das in sommerlicher Hitze. Sie wollen auch keine Wölfe, Bären oder Hirtenhunde zwischen sich und dem Waldrand. Echte Abenteuer-Wanderer, wie die ältere, auch militärisch trainierte Generation manche hatte, gibt es bei uns im Land wenige hundert.

Die Bündner Touristiker täten gut daran, die Shuttles und Berghütten in den Vordergrund zu stellen. Dann gäbe es mehr Touristen auch im Schweizer Nationalpark.

 

Wer adelt Dr. Christoph Blocher?

Freitag, den 20. Juni 2014 um 11:16

Bewegen sich unsere Parlamentarier im Ausland, haben sie, wie die deutschen und französischen auch, keine Chance gegen die Lords aus Grossbritannien. Ein von der Königin auf Vorschlag der Parteien geadeltes Parlamentsmitglied hat einen unvergleichlichen sozialen Rang, dem sich auch die Sozialdemokraten nicht entziehen wollen. Sie nennen sich „Her Majesty‘s loyal opposition“.

In der Schweiz haben wir einen Ausnahmepolitiker, Dr. Christoph Blocher, der sich seit Jahrzehnten Gegner suchen muss, um überhaupt Freude am politischen Leben zu haben. Jetzt ist wieder Helmut Hubacher an der Reihe, der achtungsvoll aufblickt zum vielgehassten früheren Gegner.

Blocher, vom Temperament her einem Seeräuberkapitän von der Art Sir Francis Drakes nicht unähnlich, kaperte zuerst die Firma EMS, um sie zu einem kleinen Weltkonzern zu machen, der heute von seiner Tochter Magdalena Martullo-Blocher geführt wird. Dann kaperte er die alte SVP, die vernachlässigt am Boden lag, und machte aus ihr die grösste Partei der Schweiz. Sein Vermögen verdiente er mit EMS und einigen glücklichen Finanzspekulationen, wo ihm sein Freund Martin Ebner behilflich war.

In England hätte Christoph Blocher längt den Adelstitel, in Frankreich hätte ihn die Regierung mit Auszeichnungen überschüttet. Nichts davon in der zwinglianisch-calvinistischen Schweiz, wo auch dem Sponsor von grossen Umbauten, wie dem des Klosters Rheinau, oder von Gotthard-Wanderwegen höchstens ein kurzes „scho recht“ entgegen schallt. Kunstsammlungen beeindrucken das Schweizer Volk schon gar nicht, denn derlei leisten sich höchstens Textil- oder Pharmabarone. Die Banken mussten die besten Stücke bekanntlich verkaufen.

So ist Christoph Blocher gezwungen, wie der ewige Jude durch die Schweiz zu wandern, Gegner suchend, Abstimmungen und Wahlen gewinnend, einmal  für das Kapital, dann wieder gegen es. Hätte man ihm die Chance gegeben, „Her Majesty‘s loyal opposition“ zu werden, gäbe es bei uns nicht nur Bezirksstatthalter, sondern echte Würdenträger seines Schlags. Er muss, dem Auftrag, den er sich selber gegeben hat, folgend, den „schleichenden EU-Beitritt“ bekämpfen, wo das globale Grosskapital die wertvollsten Teile der Schweizer Wirtschaft längst übernommen hat. Auch ein 5 Sterne-General, ein Schlossherr seines Zuschnitts, braucht manchmal einen Präsidenten oder einen König. Die Demokratie Schweizer Art kann gnadenlos sein, weil Nichtbeachtung einer Leistung das schlimmste Urteil ist.

 

Nestlé feiert des Gründers Geburtstag nur in Deutschland

Dienstag, den 17. Juni 2014 um 10:47

Der Schweizer Nestlé-Konzern, heute vorwiegend von internationalen Aktionären und Managern aus aller Welt gesteuert, feiert den 200. Geburtstag seines Gründers Heinrich Nestlé nur in Deutschland. Tatsächlich muss man sich fragen, ob sensible Schweizer, Chinesen oder Brasilianer viel Wert darauf legen, die deutsche Herkunft des Nestlé-Konzerns kennen zu lernen. Dieser verdankt deutschen Topmanagern noch mehr, war es doch der Allgäuer Helmut Maucher, der im vergangenen Jahrhundert den in Vevey angesiedelten Konzern vor der drohenden Übernahme durch ein US-Unternehmen rettete und ihm die heutige Form gab.

In Frankfurt, wo Nestlé Deutschland sitzt, feiert man dafür gross. Die ganze Bevölkerung darf gratis einen Kunsttempel besuchen, der Nestlé-Führungsnachwuchs erhält einen eigenen Campus.

 

Die Wahrheit des deutschen Ex-Präsidenten

Mittwoch, den 11. Juni 2014 um 16:07

Christian Wulff hat sich benommen wie ein Aufsteiger aus dem unteren Mittelstand, von dem man nicht gerne eingeladen wird, kleingeistig und protzig. Er bewegte sich gerne in Gesellschaft eines deutschen Ex-Bundeskanzlers, Gerhard Schröder, der als Zyniker und Machiavellist durchgehen mag wie eines „Drücker Königs“ mit Busenwunder-Ehefrau.

Dieser Christian Wulff wurde von Guido Westerwelle und „Angie“ Merkel zum deutschen Bundespräsidenten gemacht. Er musste das Amt vorzeitig abgeben nicht weil er wirklich betrogen hatte oder bestechlich war, sondern weil er sich, samt Ehefrau, gänzlich unmöglich benahm, fast frei von Urteilskraft.

Nun hat er eine Bilanz seines Lebens gezogen und tritt wieder in ein Fettnäpfchen so gross wie der Bodensee.  Das Buch trägt den Titel „Ganz oben Ganz unten“ und Christian Wulff nennt den Tarif: Ganz unten ist man mit einer Staatsrente von Euro 200 000.—bis zum Lebensende plus chauffiertes Auto und Gratis-Büro. Die anderen 99% der deutschen Bevölkerung, die weniger verdienen und geniessen dürfen, werden sich bei ihm nicht bedanken, denn sie sind wirklich unten.

 

Wie glaubwürdig sind die Medien?

Dienstag, den 10. Juni 2014 um 10:09

Für einen durchschnittlichen Schweizer Medienkonsumenten ist es undurchschaubar, wie es um die Glaubwürdigkeit der Medienberichterstattung bestellt ist. Erst aufgrund langjähriger Erfahrung und aufmerksamer täglicher Lektüre lässt sich einigermassen erkennen, wo eine Verlagsleitung oder Chefredaktion die Richtung oder die Grenzen der Berichterstattung setzt.

Ein gutes aktuelles Beispiel liefert die „Neue Zürcher Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom 10. Juni 2014. Dort veröffentlicht sie zwei Leserbriefe, die sich kritisch mit einem Artikel von NZZ-Redaktor Ulrich M. Schmid vom 3. Juni über die „gelenkten Medien“ in Russland beschäftigen. Ruth Obrist und Martin Hauser weisen darauf hin, dass auch in westlichen Staaten die Medien einseitig berichten würden. Auf der gleichen NZZ-Seite „Meinung und Debatte“ darf Alexander Golovin, der russische Botschafter in der Schweiz, in einem umfangreichen Artikel die „Haltlosen Vorwürfe gegen Russland“ in Sachen Krim publizieren. Die journalistische Ehre der NZZ ist gerettet, was sie nicht hindert, in der gleichen Ausgabe am Beispiel der Türkei „Medien als Mittel und Zweck“ zum Vorteil des Regierungschefs darzustellen. Ich warte auf neue Leserbriefe und einen Meinungsbeitrag, diesmal des türkischen Botschafters in Bern.

Wenn sogenannte „grosse“ Medien, die keine Fachzeitschriften sind, sich derart intensiv mit anderen Medien beschäftigen, ist dies nicht unbedingt ein gutes Zeichen; man könnte dies auch einen Mangel an Kohärenz oder Führung nennen. Mit der Ernennung von Colette Gradwohl als stv. Chefredaktorin und Peer Teuwsen als Verantwortlichen für grosse Reportagen, beide ausgeprägt linksliberale Journalisten, hat die NZZ, bewusst oder unbewusst, einen Gezeitenwechsel ausgelöst. Beide sind klassisch-antibürgerliche Journalisten, denen Munterkeit zugesprochen werden darf. Auf keinen Fall passen sie zur bisherigen NZZ-Kultur, die sich immer noch freisinnig nennt und Banken, Grosskonzernen, dem Bundesrat und der atlantischen Partnerschaft wohlgesonnen ist. Die NZZ, noch bis vor ca. 15 Jahren zu den europäischen Weltblättern zählend, rutscht damit geistig mehr denn je in die Deutschweizer Provinz ab. Meine These ist bekanntlich: Wo es, wie früher schon in Basel und Genf, kaum noch ein selbstbewusstes oberes Bürgertum mehr gibt, sondern die Gesellschaft sich aufteilt in eine sehr reiche A-Schweiz und eine gewerblich orientierte B-Schweiz, braucht es keine bürgerlichen Zeitungen mehr. Diese werden, wie es der Zürcher „Tagesanzeiger“ vormacht, zu einem urbanen Multi-Kulti-Blatt.

Der Glaubwürdigkeit der Medien dient dies alles nicht.

 

57 Mio. gegen 6 Milliarden

Freitag, den 6. Juni 2014 um 13:30

Wenn die Stadt Zürich sich für 57 Mio. Franken einen neuen Elefantenpark im Zoo leistet, ist dies eine erschreckende Zahl angesichts von sechs Milliarden Menschen, die in Armut leben, deren Kinder verhungern und der Tausenden von Flüchtlingen, die vor unserer Tür, im Mittelmeer, ertrinken.

Der von Zoodirektor Alex Rübel geschaffene neue Elefantenpark, gestiftet von Konzernen und der Deutschschweizer Haute volée, ist eine grossartige Einrichtung, die weltweit den Ruf Zürichs und der Schweiz steigern wird. Diese letzten Riesen einer sehr alten Tierwelt bei uns in einer Umgebung bestaunen zu können, die der Realität im Urwald Thailands nahe kommt, ist eine kulturelle Grossleistung.

Um mit George Steiner zu sprechen: Es ist erschreckend, wie beim selbst ernannten homo sapiens das Edle und das Bestialische so nahe beieinander zu finden sind. Bestialisch ist es, wie eine reiche Minderheit in der Welt der bitter armen Mehrheit Brosamen hinwirft, um das eigene Gewissen zu entlasten.

Unsere Luxuskinder, die selber in einem europäischen Menschenzoo leben, der von immer höheren NATO-Gittern umgeben ist, verdrängen das Schicksal der Hunderttausenden Gleichaltriger, deren Vorhuten in Ceuta über die Zäune klettern.

Merke: Lasst uns, flanierend, Elefanten bestaunen. Die Menschen aus Asien und Afrika werden ihren Tieren folgen und sich nicht einsperren lassen.

 

Mit Tango himmelwärts

Donnerstag, den 5. Juni 2014 um 11:53

Können Sie sich Jesus Christus, Martin Luther, Huldrych Zwingli oder Jean Calvin als Tangotänzer vorstellen? Die evangelische Pfarrerin Almut Neumann aus Mitlödi/GL hat damit keine Probleme. Sie lädt in der Pfingstnacht ab 21.00 Uhr zu einer öffentlichen religiösen Tangofeier ein und hat dazu die beiden Tangotänzer Carlos Mateos und Stéphanie Chanton aufgeboten.

Dazu sollte man wissen, dass der Tango im Hafenviertel von Buenos Aires entstanden ist als illegitimes Kind des Wiener Walzers, musikalisch unterstützt vom Bandoneon vulgus Ziehharmonika. Es waren, ganz im Sinne des Neuen Testaments, die ausgestossenen Europäer, die Bordellmädchen und Zuhälter wie deren Kunden, die den sozialen Humus für den Tango bildeten. Die Oberklassen fanden ihn meist vulgär.

Die schweizerische reformierte Kirche, im verzweifelten wie hoffnungslosen Bemühen, ihre Kirchen wieder zu füllen, greifen nun auf die argentinische Bordellmusik zurück. Pfingsten, eigentlich das grösste christliche Fest nach Weihnachten, wurde von den meisten Christen ohnehin nie ganz verstanden. Ein Macho-Tanz, belebt durch nackte Oberschenkel, wird der Glarner Pfarrerin die Pfingstnacht zum Himmel machen.

 

„Chambre de réflexion“ verteidigt A-Schweiz

Dienstag, den 3. Juni 2014 um 15:56

Die A-Schweiz der grossen Konzerne und wohlhabenden Ausländer (was meist das gleiche ist), hat im Ständerat, dem „chambre de réflexion“, einen wichtigen Sieg errungen. Ausländer dürfen weiterhin in der Schweiz Immobilien kaufen und darauf bauen. Das bedeutet eine Niederlage für die von Bundesrätin Simonetta Sommaruga vertretene B-Schweiz, die Angst um den eigenen Grund und Boden hat.

SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, die den Ausländern den Zugriff auf Schweizer Boden verwehren wollte, ist im Nationalrat erfolgreich gewesen, wo die B-Schweiz eine starke Vertretung hat. Der Ständerat erwies sich als resistenter und erwartet nun, in aller Ruhe, eine Volksinitiative.

Der schleichende Aufstand des Schweizer Volkes, der B-Schweiz, ist im Gange. In der reichen Schweiz können ärmere Schulklassen ihre Schulreise nur noch durchführen, wenn die Fahrt von wohlhabenden Privaten bezahlt wird. Das sind nicht Konzerne, sondern Gewerbebetriebe.

In der reichen Schweiz herrscht das Volkstümliche vor, die Swissness. Ausländer gibt es in den Medien nur als sehr reiche Menschen oder böse Immigranten. Der Ausländer als „Normalo“ existiert de facto nicht, zumal dann nicht, wenn er als Konkurrenz aufgefasst wird.

Es ist absehbar, dass auch in der Schweiz, ganz wie in Frankreich, Italien und England auch, eine echte Volks-„Front“ gegen das Kapital erst im Entstehen ist. Die SVP hat diese Rolle einige Jahrzehnte gespielt, muss sich nun aber entscheiden, wie sie den national-rechten Flügel im Schweizer Volk festigen will. Wahlen stehen in knapp anderthalb Jahren an.

 

 
     
     
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