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Monatsarchiv für Mai 2014

Die Swiss Wine Promotion stösst sauer auf

Montag, den 26. Mai 2014 um 11:31

Nach 60jährigem aktivem Genuss der besten und vieler schlechter Weine aus allen Kontinenten, dies unter besonderer Berücksichtigung der portugiesischen, spanischen, französischen, italienischen, deutschen und Schweizer Weine, darunter seit 40 Jahren speziell die Walliser, Tessiner und Ostschweizer Weine, nicht zu vergessen jene delikaten Wunder aus der Waadt und Genf, will mich Gilles Besse, der Präsident von Swiss Wine, mit einer neuen Image-Kampagne von der nach seiner Meinung zu gering eingeschätzten Qualität der Schweizer Weine überzeugen.

Gilles Besse hat recht: Die Qualität der Schweizer Weine war nie besser und hochwertiger als heute, schlecht war immer nur das Marketing der Schweizer Weine. Kein Kanton, das Wallis nicht wie die anderen auch, waren in den letzten 30 Jahren fähig, ihren Edelgetränken den richtigen Stellenwert zu verschaffen.

Was Gilles Besse mir zustellt, ist ein brauner Karton mit einem Notizheft, das den gleichen Einband hat. Das neue Logo von Swiss Wine ähnelt frühen australischen Kunstwerken oder Quilts, einfachen Bettdecken aus den USA. Man könnte darin auch Mini-Rebflächen erkennen, wie sie seit langem nicht mehr überlebensfähig sind.

Wer hat diesen falschen Auftritt geschaffen, der in Form und Ausdruck eher zu Villiger Cigars passen würde als zu einem trockenen Weissen? Swiss Wine, in Genf ansässig, hat Tyler Brulé für sich denken und zeichnen lassen, den fliegenden Marketing-Derwisch. Die Swiss International Airlines ging genau in jener Zeit zugrunde, als sie von Tyler Brulé beraten wurde. Gerettet wurde sie erst von den Marketingmanagern der Deutschen Lufthansa, ohne welche es heute keine Swiss mehr gäbe. Die Swiss ist heute eine deutsche Fluggesellschaft mit einem Schweizer Namen, den viele in der Welt noch mit dem der alten Swissair verwechseln. Das ist wahres Marketing.

Wie Gilles Besse mich per Brief weiter wissen lässt, berät der weltberühmte Tyler Brulé auch „die Regierung von Thailand“. Jetzt fragt sich nur, welche Regierung? Sein Mandat ist mit dem Sturz der bisherigen Regierungschefin sicher untergegangen. Das kommt vor im Agenturleben.

Die wahre neue Kampagne von Swiss Wine soll im Herbst zur neuen Ernte kommen. Vorläufig hat mich das neue Wein-Logo animiert, mir eine echte Villiger Cigar anzuzünden. Dort stimmen Image und Realität überein.

 

Wer nicht ausschöpft, macht etwas falsch

Freitag, den 23. Mai 2014 um 17:00

Als im Schweizer Militär noch richtiger Dienst gemacht wurde, gab es den Lunch oft aus dem Kessel. Wer geschickt war, schöpfte mit seiner Kelle die besten Brocken aus der Brühe. Das verlangte ein wenig Übung, war aber nahrhaft.

Das Modewort „ausschöpfen“ hat seither Karriere gemacht. Als ich einem Westschweizer Staatsrat gegenüber sass und ihn fragte, warum er von den Ärmsten des Kantons noch zehn Franken Steuern im Monat verlange, antwortete er: „Ich muss das Steuerpotential in meinem Kanton ausschöpfen, damit wir nicht weniger Finanzausgleich erhalten.“

Jetzt benutzen auch massgebliche Redaktionen, wie die NZZ eine ist, den Beamten-Ausdruck „ausschöpfen“ in ihrer Inland-Berichterstattung. Es heisst dort: „..insbesondere bei Frauen und älteren Arbeitnehmern ist das inländische Potential an Arbeitnehmern besser auszuschöpfen.“

Auf Deutsch heisst dies: Früher schöpften wir, heute werden wir geschöpft.

Die Ego Reise

Montag, den 12. Mai 2014 um 14:02

„Weil ich es mir wert bin“, heisst jener berühmte Slogan der französischen Firma L’Oréal, der Frauen rund um den Globus veranlasst, jene Produkte zu kaufen, welche die Aktie von L’Oréal als Haupt- und Nestlé als Minderheitseigentümer beflügeln.

Am Zollikerberg oberhalb Zürichs, wo die Zahl der Kreativen, der Denker und der TV-Journalisten grösser ist als anderswo im Land, wohnt Robert Schiller, Dr. phil., der vom Krisenmanager und Mentor zum Karatekämpfer geworden ist. Seine jüngste Publikation, „Mir zuliebe. Selbstführung in zehn Schritten“.

(www.schillerconsulting.ch) ist eine mehr intellektuelle Spiegelung des L’Oréal’schen Werbespruchs. Was Schiller in zehn Schritten preist, hat Hand und Fuss: den Tag soll man mit tiefen Atemzügen beginnen; Regel 10 „Formulieren Sie Ihren ganz persönlichen Merksatz“. Meiner lautet: „Im Zweifel tun!“

 

Das Panalpina-Wunder

Freitag, den 2. Mai 2014 um 13:58

Worüber ich mich wundere, ist die Tatsache, dass der Logistiker Panalpina zur Zeit von Monika Ribar als CEO ein viel bewundertes Unternehmen war, dem man sogar zutraute, erfolgreicher als der grössere Konkurrent Kühne & Nagel International zu sein. Heute, wo Monika Ribar den Abschied genommen hat, gilt die gleiche Panalpina als angeschlagenes Unternehmen, das noch einen weiten Weg gehen muss, um an Kühne & Nagel heranzureichen. Dabei hat sich wenig verändert.

Ribar galt, zu recht oder unrecht, als weiblicher Vorzeigemanager, der sich in einer wüsten Männerwelt behaupten musste. Dieser Bonus hat offensichtlich genügt, um Panalpina trotz vieler Krisen zu einem Schweizer Vorzeige-Unternehmen zu machen. Weil weibliche Topmanager gefragt sind, rückt sie nun in die Verwaltungsräte anderer Unternehmen vor.

Bei Panalpina treten nun die Schwächen in den Vordergrund. Der feminine Imagevorhang ist gefallen. Kühne & Nagel gilt nun als Messlatte.

 

 
     
     
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