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Monatsarchiv für April 2014

Wandelt Euch!

Freitag, den 4. April 2014 um 8:47

Wo die Zeiten sich rasch ändern, wie dies seit einiger Zeit im Gange ist, glauben viele Menschen, sie müssten immer die gleichen bleiben. „Ich bin wie ich bin“, sagt der Ueli Immergleich.

Dem steht einiges entgegen. In den USA, die ein Einwanderungsland ist, waren jene erfolgreich, die ihren alten europäischen Namen amerikanisierten. Aus einem Wilhelm Wilde wurde ein Billy Wilder, aus einem Andrej Varhola ein Andy Warhol. Diesen Unterhaltungsmillionären entsprachen Zehntausende, die bis zu 20% mehr verdienten als solche, die ihre alten Namen einfach behielten.

Es geht auch umgekehrt: Familien arabischer Herkunft in Frankreich wollen unbedingt, dass ihre Kinder arabische Namen tragen und verzichten auf Einkommen in der Höhe eines Jahressalärs, damit dies auch so bleibt.

In der Schweiz haben viele –itsch mit dieser Namensendung einen schweren sozialen Nachteil, denn sie finden schwerer einen Arbeitsplatz als „normale“ Namensträger. Es wäre vernünftig, man würde aus einem Laditsch einen Peter Lade machen und unsere Verwaltungen würden dies auch noch fördern.

Wenn manche Menschen auf der sozialen Stufenleiter einfach nicht hoch kommen (nicht jeder kann Star-Fussballer werden), dann sollte man bei uns wiederholen, was in den USA so ausgezeichnet geklappt hat. Wandelt Euch – oder passt Euch mindestens an.

 

Didier und Joachim, zwei Getriebene

Donnerstag, den 3. April 2014 um 8:56

Was Bundespräsident Didier Burkhalter seinem Freund Joachim (Gauck, deutscher Bundespräsident) bei dessen Staatsbesuch mitteilte, war eine Eloge auf die Rechte des Schweizer Volkes. Seine Rede war nicht an den Gast, sondern die eigenen Bürger gerichtet, denn Didier Burkhalter will im kommenden Jahr wiedergewählt werden, auch unter Hinnahme des Bauernopfers seines Parteifreunds Johann Schneider-Ammann.

Der Deutschen Präsident, ein ehemaliger Pfarrer, kam anstelle der Kanzlerin Angelika Merkel in die Schweiz, die bisher nicht die geringste Lust zeigte, an Berns Marktständen spazieren zu gehen. Die ostdeutsche Physikerin tritt immer erst dann auf, wenn es um Entscheide geht. Bei Gaucks Besuch ging es nicht um Entscheide, sondern um Stimmung.

Wie dieser „König Goldzunge“, eine Steigerung des „Königs Silberzunge“, wie Georg Kiesinger, einst ein deutscher Aussenminister ohne Fortune genannt wurde, mit nichtssagenden Äusserungen den zweitägigen Staatsbesuch rechtfertigte, ist zu geniessen: Die Schweiz müsse Kreativität und Innovationskraft zeigen bei der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiativ e. Die Schweiz brauche „einen intelligenten Aufschlag“ Richtung Brüssel. Dann kam die kalte Dusche: Ob Deutschland innerhalb der EU als Fürsprecher der Schweiz auftreten werde, könne er nicht sagen. Und dann sein zweiter Schlag: Es ist zweifelhaft, ob sich Volksentscheide für komplizierte Sachverhalte eigneten. Diese frontale Beleidigung des Schweizer Volkes und der Schweizer Basisdemokratie weckte den Widerstand „Didiers“ keineswegs. Harmonia mundi war angesagt.

Gauck ist ein Getriebener, der ausser Wohllaut wenig zu bieten hat, Burkhalter ein ewiger Parteisekretär, der sich ein eigenes Profil nie leisten konnte. Beide sind politische Schmetterlinge, deren Performance alleine der Selbsterhaltung dient. Die Schweizer Medien haben mitgespielt.

 

Kloten im Stress

Dienstag, den 1. April 2014 um 10:59

Der kleinste europäische Hub der grossen Fluggesellschaften liegt in Kloten. Man darf sich ganz ernsthaft fragen, ob dieser Zürcher Mini-Hub, gemessen an Paris, London und Frankfurt, überhaupt ein echter Hub ist. Deshalb gibt es viele Zürcher und andere Schweizer, die meinen, man solle diesen Ausdruck so schnell wie möglich vergessen, er sei eine Fehlentwicklung wie einst „Unique“, als der Zürcher Flughafen dem globalen Grössenwahnsinn verfallen war.

Doch Harry Hohmeister, der CEO der Swiss, einer Fluggesellschaft, die der Deutschen Lufthansa gehört und so „swiss“ ist wie Toblerone oder die Bank Safra Sarasin, nämlich gar nicht, will über fünf Milliarden Franken Umsatz erzielen. Dazu braucht er einen Flughafen, der Flugbewegungen erlebt, vor allem zu Spitzenzeiten, wenn Menschen aus aller Welt in Kloten nur deshalb landen, um gleich in nochmals andere Länder weiter zu fliegen.

Kloten ist im Stress, weil das Wachstum der einen die Sorgen der anderen bedeutet. Wie die süddeutschen Badenser nördlich des Rheins unsere Bundespolitiker auf den Rücken gelegt haben, lässt sich daran erkennen, wie wenig die Regierungen in Stuttgart und Berlin einer Lösung nach Schweizer Art im Weg stehen. Es ist eine Legende, dass der natürliche Nordanflug von diesen Regierungen verhindert werden soll. Es sind alleine unsere „lieben Nachbarn“, die „Schwobe“, die mit ihrem harten Grind, wie er auch an Christoph Blocher noch erkennbar ist, dessen Vorfahren aus dem gleichen Gebiet kommen, einer guten Lösung in Kloten im Weg stehen.

Dabei, das bezeugen alle, die einmal die An- und Abflugzone über den Südschwarzwald begangen haben, ist der Fluglärm dort kaum vernehmbar. Warum also stellen sich unsere eigenen Politiker so schwächlich dar? Antwort:

1.  Weil sie nicht anders können.

2.  Weil sie von Natur aus freundlich sind.

3.  Weil sie unfähig sind, sich zu koordinieren.

Der Kanton Aargau behauptet in dieser misslichen Lage, Anflüge über sein Hoheitsgebiet kämen schon gar nicht in Frage. Die Flugzeuge könnten in die Atomkraftwerke gesteuert werden und alle Aargauer vernichten, dazu einige Deutsche und Zürcher. Jeder Pilot weiss, dass es fast unmöglich ist, ein Linienflugzeug in einen – von oben betrachtet – winzigen Atommeiler zu steuern. Schon die Piloten von 9/11, das bezeugen die TV-Aufnahmen, konnten die riesigen Wolkenkratzer in NYC kaum treffen. Sie mussten im letzten Augenblick schrägt in die beiden Türme hineinsteuern, um sie nicht zu verfehlen.

Was bedeutet das?

1.  Wenn wir uns nicht einig werden, wird Harry Hohmeister seine Ziele nicht erreichen, womit seine Karriere im Gegensatz zu derjenigen seines Vorgängers, der heute HoffRoche als VRP führt, einen Dämpfer erhält.

2.  Wenn der Flughafen, das BAZL, Skyguide und die Aargauer Regierung die Anwohner des Flughafens über den Tisch ziehen wollen, legen diese sich bei einer Abstimmung quer. Das Schweizer Volk kennt seine Rechte und Pflichten.

Ob die Schweiz in Zürich wirklich einen Hub braucht, der nur ein Mini-Hub bleiben wird, ist für viele fraglich. Jetzt übt man in Kloten wie in Bern die Kunst, das Stimmvolk mundtot zu machen. Das wird anspruchsvoll.

 

 
     
     
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