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Merkwürdige Appelle

28. April 2014 um 10:45

Das Vier Päpste-Turnier in der Vatikanstadt hat wieder einmal gezeigt: Die römisch-katholische Kirche verfügt über die global beste Erfahrung bei der Gestaltung grosser Anlässe. Möge der Hintergrund der beiden Heiligsprechungen noch so fragwürdig sein; das stets zum Jubel bereite Volk ist dankbar dafür.

Man sollte sich aber nicht der Täuschung hingeben, dies werde der gleichen Kirche in der Schweiz auch nur einen Gläubigen mehr bringen. Dies ist alleine die Leistung des kirchlichen Fussvolks, der Pfarrer. Diese müssen den Gläubigen und dessen Glauben auf einen stets aktuellen gemeinsamen Nenner bringen. Wo es gelingt, entsteht Leben.

Da junge Schweizerinnen und Schweizer aber vorzugsweise den Beruf des Theologen vorziehen, muss vor dieser Schein-Verwissenschaftlichung des Glaubens gewarnt werden. Wir haben zu viele Schweizer Theologen und noch mehr ausländische Pfarrer, die, mit wenigen Ausnahmen, nie ein Ersatz sein können für einen einheimischen Geistlichen. In der Bauindustrie würde man von Füllmaterial sprechen, weil der eigene Kern dies nicht mehr zu leisten vermag.

Deshalb sind die Aufrufe, welche wir aus dem Vatikan vernehmen, „grand théatre“ von Weltklasse. Dazu zähle ich auch die individuell-charmanten Auftritte gut gehaltener junger Damen, die in den Publikationen der UBS („Outlook Schweiz“) ebenfalls keine unwichtigen Appelle publizieren dürfen:

  • Mit blitzenden Zähnen ruft eine Veronika Weisser, Ökonomin: „Ältere Arbeitskräfte haben grosses Potential“. Sie denkt dabei weder an Kaspar Villiger, der sich nach einem Kurzzeit-Millionensalär aus der Bank wieder zurück gezogen hat, noch an Oswald Grübel, einst CEO der gleichen Bank, der einem afro-englischen Händler zum Opfer fiel. Vielmehr will Weisser die 1,3 Mio. 65-75jährigen gewinnen, die Lücken zu schliessen. Natürlich nicht im Bankmanagement, wo immer mehr Nichtschweizer das Tempo bestimmen, sondern in den einfacheren Rängen.
  • Sibille Duss, ebenfalls Ökonomin der gleichen prominenten Bank, genügt das nicht. Sie appelliert: „Frauen an die Arbeit“. Mehr Frauen müssten nicht teil-, sondern Vollzeit arbeiten.

Für beide Appelle gilt: Es geht weniger um das Glück der Menschen und ihrer Familien als um die Erwerbsquote. Für wen und mit welchem Ziel ein Mehrwert erarbeitet werden soll, bleibt bei der Grossbank ebenso unbestimmt wie im Vatikan. Eines ist sicher: Ohne glaubwürdige Pfarrer und Bankberater geht es in beiden Fällen nicht.

 

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