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Ist oder war Christoph Blocher genial?

25. April 2014 um 8:32

Wer in 30 Jahren die Schweiz des späten 20. Jahrhunderts beschreiben wird, muss den Kampf zwischen nationalen Interessen und globaler Verankerung des Landes in den Mittelpunkt stellen. Innert eines halben Jahrhunderts wurde aus der völkischen Schweiz, die den Kalten Krieg nach zwei Weltkriegen erneut als Gewinner überlebte, einer der am meisten globalisierten Staaten der Erde.

In dieser historischen Situation hat der Unternehmer und spekulierende Investor Dr. Christoph Blocher mit der Schweizerischen Volkspartei (SVP) aus älteren Wurzeln eine neue politische Kraft geschaffen, welche die Erhaltung der politischen Unabhängigkeit mit der nahezu absoluten Freiheit für in- und ausländisches Kapital verband. Wie aus seinen zahlreichen Schriften hervorgeht, sah er das arbeitende Volk, dem die Wirtschaftsführer und Politiker „Aufträge“ erteilen, stets in Abhängigkeit von Weisungen von oben. Sein Glaube an die Basisdemokatie („Vernunft des Volkes“) im Unterschied zur Delegations-Demokratie (Parlamentarier) nahm in dem Masse zu, wie das Schweizer Volk ihn und seine Partei auf den Schild hob.

Wenn nun Thomas Zaugg im Verlag NZZ Libro das Buch  „Blochers Schweiz“ vorlegt, ist dies ein achtenswerter Versuch, den Ausnahmepolitiker in die Bande eidgenössischer Gewohnheiten einzubringen. Christoph Blocher selber, den Braten riechend, hat deshalb im „Magazin“ des Tages Anzeigers sofort widersprochen und offen gelassen, wie sich seine Persönlichkeit wirklich entwickelt hat. Es gilt für Menschen seiner Art die Regel, sich nicht fassen und erfassen zu lassen.

Weder Zaugg noch Blocher selber kamen auf einen Faktor zu sprechen, der für den nicht zu leugnenden Gesamtsieg des SVP-Politikers wesentlich ist: In Blocher haben wir die seltene Kombination von grossem Geld und lebhaftem Geist. Erst diese explosive Mischung von Anlagen und Fähigkeiten, ein für Schweizer Verhältnisse fast unbeschränkter Mitteleinsatz für eine ganzheitliche Kommunikation über Jahrzehnte hinweg, erklärt den ganzen Blocher, was seine Leistung mehr steigert als mindert.

Blocher braucht deshalb für die SVP den Wahlsieg im kommenden Jahr. Die Krönung seiner Karriere ist erst dann vollkommen, wenn die FDP durch den Verlust eines weiteren Bundesrates völlig geschlagen und die SVP durch die Wahl eines zweiten Bundesrates bestätigt ist. Die FDP in Teilen zu erhalten, macht für die Blocher‘sche SVP nur dann Sinn, wenn sie als Stütze der eigenen Macht dient. Es gilt die amerikanische Regel des „The Winner Takes it all“. Sie hat auch die Schweiz erfasst.

 

 

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