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Frühe Zeichen der Dekadenz

22. April 2014 um 10:15

René Lüchinger macht einen „Blick“, der langsam wieder an Schwung gewinnt. Einmal will er einen ganz neuen Bundesrat, was niemand ernst nimmt, dann spiesst er Schweizer Prominenz auf, was diese im allgemeinen wenig schert.

Jetzt präsentiert er das letzte Playgirl der Schweiz oder, besser gesagt, die erste Play-Grossmutter der Schweiz, Vera Dillier als Kolumnistin unter dem Titel „Meine geile Welt“. Dort beschreibt VD, wie sie morgens ihre drei Hunde mit Alaska Lachs und Joghurt füttert und in ihrer goldenen Badewanne darüber sinniert, ob sie „den attraktiven jungen Mann gleich in die Wanne“ nehmen soll. Geht aber nicht, es ist ihr Neffe. Der wird sich sicher freuen, seine alte Tante im Bad zu besuchen. Das erinnert mich an alt Banker Rainer E. Gut, der in der „Schweizer Illustrierte“ auch einmal seinen Sohn als Servierboy auftreten liess.

Derlei Vorgänge zeigen ein Schweizer Bürgertum in der beginnenden Dekadenz. Man zelebriert seinen Wohlstand ohne Hirn, damit die immer spärlicheren „Blick“-Leser bei der Stange bleiben.

Wo Unfähigkeit belohnt wird, ist Dekadenz nicht weit. Ein gutes Beispiel dafür ist der ehemalige Schweizer Staatssekretär für Bildung, Charles Kleiber, der auf Druck von alt Bundesrätin Ruth Dreifuss nach Bern beordert wurde, wo in Kleibers relativ kurzer Dienstzeit niemand recht begriff, was, ausser dem Besuch von Konferenzen, er eigentlich tat. Kleiber, in jungen Jahren ein bekennender Trotzkist, brachte, dies die Grundlage seiner Karriere, in der Westschweiz eine grosse Spitalfusion zustande. Als er dies in den letzten zwei Jahren im Wallis wiederholen sollte, scheiterte er an den Umständen, u.a. an den regierenden Staatsräten.

Das Gegenteil von Dekadenz ist das erfolgreiche, zielgerichtete Tun. Nestlé-Präsident Peter Brabeck-Letmathé ist dies in letzter Zeit so wenig gelungen wie den Spitzen der Zürcher Kantonalbank, die von ihren politischen Vorgesetzten brutal abgestraft wurden. Wir dürfen uns glücklich schätzen, in einer Zeit zu leben, die derlei Wandel deutlich macht.

 

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