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Die Schweiz kommt in Schräglage

8. April 2014 um 15:01

Wie sich zeigt, bleiben die Minder- und die Zuwanderungs-Initiative nicht ohne Folgen: das 70 Jahre dynamische Gebilde der Schweizer Wirtschaft und Wissenschaft kommt unter dem neo-nationalen Druck ins Rutschen, die sensiblen Gleichgewichte verschieben sich.

Der bevorstehende Abgang von Weatherford nach Irland macht niemand nervös, wohl aber die Absicht der irischen Wirtschaftsförderung, noch mehr Firmen aus der Schweiz auf die grüne Insel locken zu wollen. Wir sind nicht mehr Angreifer, sondern müssen defensiv reagieren, wobei wir nicht wissen, wo die Iren und andere angreifen werden.

Die grossen Universitäten in Paris, London und Madrid, wohin es viele Schweizer Studenten für ein oder mehrere Semester zieht, haben ihre Tore im Rahmen des Erasmus-Programms für Schweizer Studenten geschlossen. Ist sich Dr. Christoph Blocher eigentlich bewusst, was er damit anrichtet? Er wird ausrufen, es gäbe noch genügend andere Universitäten in der Welt, die Schweizer Studenten gerne aufnehmen, aber dürfen wir deshalb die Zeichen an der Wand übersehen?

Nestlé-Präsident Peter Brabeck-Letmathé hat soeben darauf hingewiesen, dass er gegenüber den ausländischen Aktionären des Nestlé-Konzerns sich rechtfertigen müsse, wenn er zu viel in der Schweiz investiere. Trotz vieler Standortnachteile, darunter der Wechselkurs des Frankens, wolle man aber in der Schweiz bleiben. Bestätigt wird Brabeck von Remo Lütolf, dem CEO der ABB Schweiz. Lütolf sagt, die politischen Unsicherheiten würden den Wohlstand der Schweiz gefährden. ABB werde die Schweiz nicht verlassen, müsse aber prüfen, ob Investitionen künftig noch in der Schweiz oder anderswo stattfinden.

Gerhard Schwarz, Direktor der Avenir Suisse, der schon seines Berufes wegen die Nase weiter vorn im Wind haben muss, nennt die Herausforderung beim Namen: „Es braucht die konstruktiven Kräfte im Land, keinen unehrlichen Respekt  vor dem Volkswillen.“ Wer immer vom ehemaligen Wirtschafts-Chef der NZZ zur „konstruktiven  Kraft“ ernannt wird, muss sich mit Christoph Blocher und dessen „Manne und Fraue“ wie auch den Grünen und Roten auseinandersetzen. Warum der Milliardär Blocher der Schweizer Wirtschaft das Messer in den Rücken sticht, kann ich mir nur so erklären, dass er im Alter Revierschutz betreibt: Wo er seine Milliarden verdient hat, soll niemand anders es ihm gleichtun können. Die Schweizer Studenten und viele andere haben zunehmend keinen Grund, ihm dafür dankbar zu sein.

 

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