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Tagesarchiv für 1. April 2014

Kloten im Stress

Dienstag, den 1. April 2014 um 10:59

Der kleinste europäische Hub der grossen Fluggesellschaften liegt in Kloten. Man darf sich ganz ernsthaft fragen, ob dieser Zürcher Mini-Hub, gemessen an Paris, London und Frankfurt, überhaupt ein echter Hub ist. Deshalb gibt es viele Zürcher und andere Schweizer, die meinen, man solle diesen Ausdruck so schnell wie möglich vergessen, er sei eine Fehlentwicklung wie einst „Unique“, als der Zürcher Flughafen dem globalen Grössenwahnsinn verfallen war.

Doch Harry Hohmeister, der CEO der Swiss, einer Fluggesellschaft, die der Deutschen Lufthansa gehört und so „swiss“ ist wie Toblerone oder die Bank Safra Sarasin, nämlich gar nicht, will über fünf Milliarden Franken Umsatz erzielen. Dazu braucht er einen Flughafen, der Flugbewegungen erlebt, vor allem zu Spitzenzeiten, wenn Menschen aus aller Welt in Kloten nur deshalb landen, um gleich in nochmals andere Länder weiter zu fliegen.

Kloten ist im Stress, weil das Wachstum der einen die Sorgen der anderen bedeutet. Wie die süddeutschen Badenser nördlich des Rheins unsere Bundespolitiker auf den Rücken gelegt haben, lässt sich daran erkennen, wie wenig die Regierungen in Stuttgart und Berlin einer Lösung nach Schweizer Art im Weg stehen. Es ist eine Legende, dass der natürliche Nordanflug von diesen Regierungen verhindert werden soll. Es sind alleine unsere „lieben Nachbarn“, die „Schwobe“, die mit ihrem harten Grind, wie er auch an Christoph Blocher noch erkennbar ist, dessen Vorfahren aus dem gleichen Gebiet kommen, einer guten Lösung in Kloten im Weg stehen.

Dabei, das bezeugen alle, die einmal die An- und Abflugzone über den Südschwarzwald begangen haben, ist der Fluglärm dort kaum vernehmbar. Warum also stellen sich unsere eigenen Politiker so schwächlich dar? Antwort:

1.  Weil sie nicht anders können.

2.  Weil sie von Natur aus freundlich sind.

3.  Weil sie unfähig sind, sich zu koordinieren.

Der Kanton Aargau behauptet in dieser misslichen Lage, Anflüge über sein Hoheitsgebiet kämen schon gar nicht in Frage. Die Flugzeuge könnten in die Atomkraftwerke gesteuert werden und alle Aargauer vernichten, dazu einige Deutsche und Zürcher. Jeder Pilot weiss, dass es fast unmöglich ist, ein Linienflugzeug in einen – von oben betrachtet – winzigen Atommeiler zu steuern. Schon die Piloten von 9/11, das bezeugen die TV-Aufnahmen, konnten die riesigen Wolkenkratzer in NYC kaum treffen. Sie mussten im letzten Augenblick schrägt in die beiden Türme hineinsteuern, um sie nicht zu verfehlen.

Was bedeutet das?

1.  Wenn wir uns nicht einig werden, wird Harry Hohmeister seine Ziele nicht erreichen, womit seine Karriere im Gegensatz zu derjenigen seines Vorgängers, der heute HoffRoche als VRP führt, einen Dämpfer erhält.

2.  Wenn der Flughafen, das BAZL, Skyguide und die Aargauer Regierung die Anwohner des Flughafens über den Tisch ziehen wollen, legen diese sich bei einer Abstimmung quer. Das Schweizer Volk kennt seine Rechte und Pflichten.

Ob die Schweiz in Zürich wirklich einen Hub braucht, der nur ein Mini-Hub bleiben wird, ist für viele fraglich. Jetzt übt man in Kloten wie in Bern die Kunst, das Stimmvolk mundtot zu machen. Das wird anspruchsvoll.

 

 
     
     
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