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Gibt es eine konservative Politik?

14. März 2014 um 11:36

Unsere Schweizer Konservativen teilen sich in den starken Vaterlandsflügel der SVP und den schwachen Katholikenflügel der CVP. Während die CVP einigermassen unglücklich um die Partnerschaft des BDP wirbt, der sich ziert, ist sich Dr. Christoph Blocher samt Frau nicht zu schade, die Trauerfeier für den rechtsradikalen Tessiner Anarchisten Bignasca zu besuchen, dessen wichtigste Freunde bei der italienischen Liga Nord zu finden sind. Die FDP, einst Bühne, grosser konservativer Geister, ist auf Stammtisch-Niveau abgesunken. Die SP Schweiz, eine eigentliche Politik suchend, hat sich zur konservativen Besitzstandwahrerin für Angestellte und Beamte entwickelt.

Gibt es noch eine konservative Politik? Der langjährige tschechische Präsident Vaclav Klaus lebt in der Pension; seine jüngeren Mitbürger haben sich entschlossen der EU zugewandt, d.h. in erster Linie den deutschen Konzernablegern, die aus Tschechien ein Bayern-Ost gemacht haben, einen günstigeren Produktionsstandort als es Deutschland selber zu bieten vermag.

Nun legt der deutsche CDU-Altpolitiker Meinhard Miegel das Buch „Hybris“ vor. Dies bezieht er nicht auf übergrosse Saläre und Boni, wie man annehmen möchte. Vielmehr beginnt bei ihm die Hybris der Moderne vor rund 500 Jahren, als man katholische Bescheidenheit abzulegen begann, um die Erde aufgrund eigener Leistungen und nicht nur im Gebet weiter zu entwickeln. Miegel, den Stress der Gegenwart schildernd, empfiehlt zur Erhaltung der Menschenwürde „das gute irdische Leben in Musse und Freuden“. Das Leben als Konsument bedeute eine Binnen-Kolonisierung, die es zu vermeiden gelte. Diese „Verwirtschaftlichung“ führe zur globalen, nationalen und individuellen Erschöpfung.

Was tun? Gemäss Miegel sollen die Chefs gegenüber ihren Mitarbeitern „ein Höchstmass an Einfühlungsvermögen zeigen“. Die Mitarbeiter seien angewiesen, Improvisationsfähigkeit und Anpassungsvermögen zu beweisen.

Diese neue konservative Politik wird von Nils Minkmar in der angesehenen „FAZ“ bereits in allen Tönen gelobt. Bescheidenheit ist angesagt, sei es für die heutigen oder die morgigen Verlierer; die wenigen Sprinter einmal ausgenommen.

 

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