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Tagesarchiv für 10. Februar 2014

Zukunft Kirche: Schmalspurpfarrer für Halbgläubige

Montag, den 10. Februar 2014 um 10:21

Von der römisch-katholischen Kirche wissen wir, dass deren Gläubige mehrheitlich etwas anderes wollen als die heimischen Kirchenoberen. Die älteren rk Christen sitzen einfach in ihren Bänken, meist etwas zusammen gesunken, und lauschen den Appellen mehr oder weniger überzeugender Geistlicher.

Die reformierten Christen leiden unter ihrer Jugend, die einfach nicht mehr Pfarrer werden will. Sie hat sich deshalb in immer mehr Kantonen dazu entschlossen, Schmalspurpfarrer auszubilden, die in einem Schnellkurs zu den höheren Weihen befördert werden. Ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorausgesetzt, können sich Studenten, die andernorts keinen Job finden, zum Altar und auf die Kanzel hin bewegen. Dort können die Schmalspurpfarrer den vor ihnen sitzenden, manchmal auch knieenden Halbgläubigen die fromme Botschaft verkünden.

Jesus Christus war ein Zelot, ein Berufener, in vielem auch ein Aufständischer gegen alte jüdische Riten. Seine Jünger waren einfache Leute, die glaubten, nicht Psychologie- und Philosophiestudenten, die ihre umstrittenen Weisheiten nun in ein religiöses Gewand kleiden sollen. Die ungebildeten Jünger, weil sie glaubten, revolutionierten die Welt, Paulus ganz besonders.

Von mangelndem Selbstvertrauen der katholischen wie reformierten Kirchenoberen zeugt es daher, wenn sie sich heute eine „jüdisch-christliche Religion“ zusprechen. Ökonomisch ausgedrückt, bedeutet dies, dass das Judentum im Begriff ist, seine Ableger-Religionen wieder aufzunehmen. Dies wäre eine weltgeschichtlicher Triumpf, auf den wir noch ein wenig warten müssen.

Die heutigen Pfarrer, so berichtet die Reformierte Kirche, sind keine mehr, denn sie wollen nicht mehr rund um die Uhr dienen, wie dies noch vor 50 Jahren der Fall gewesen ist; sie zählen auch nicht mehr die 5,5 Tage bis zum Wochenende, wie dies bis vor kurzem der Fall war, sondern sie verrechnen den Kirchgemeinden ihre Stunden. Klar, es sind keine Berufenen mehr, sondern sozial orientierte Berufstätigen.

Während der Islam in den letzten Jahrzehnten nur stärker geworden ist, weil dort die Menschen mehr glauben, als wir es tun, sehe ich tiefschwarz für unsere meist frustrierten Kirchenoberen. Der Islam ist die drittgrösste Religionsgemeinschaft in der Schweiz. Wir wagen es nicht mehr, fromm und frei zu sprechen.

Kardinal Kurt Koch wurde nach Rom davon geschwebt. Abt Martin Werlen ist in den Tiefen seiner Klosterzelle verschwunden. Sein Freund …  Locher will endlich reformierter Bischof werden. Ich möchte, wie Zehntausende anderer auch, einen gläubigen und menschennahen Pfarrer finden, der seine Aufgabe noch ernst nimmt.

 

 
     
     
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