Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Monatsarchiv für Januar 2014

WEF: Keine Spur von Optimismus

Freitag, den 24. Januar 2014 um 15:11

Während in den grossen Sessions am WEF in Davos Optimismus versprüht wird und Warnungen vor Risiken nur am Rande eine Rolle spielen, sieht es dann bei den Lunches und Dinners im kleinen Kreis ganz anders aus.

Viele erfahrene Topleute aus der ganzen westlichen Welt gehen davon aus, dass die Weltkonjunktur nicht vor 2021 anspringen wird. Die Last der Schulden auf Staaten und Privaten, dazu die Tiefzinspolitik der Nationalbanken, liegt zu schwer auf den Märkten.

Einen Aufschwung des USD sieht man nur auf kurze bis mittlere Frist. Der Euro wird angesichts des latent schwachen USD recht hoch bewertet. „Abenomics“ gilt als „last chance“ einer alternden Bevölkerung, die keinen Ausweg mehr weiss.

Eine kleine bis mittlere Krise an den Weltbörsen wird noch in diesem Jahr erwartet, eine grosse Krise lauert nach Meinung vieler hinter den Vorhängen. Diese werde so schnell und heftig eintreffen, dass die Reaktionszeiten extrem gering sein werden. Wann dieses Blutbad kommt, weiss niemand.

Die Schweiz gilt als hoch kartellisiertes Land, wo in den letzten 30 Jahren vor allem die Importeure alle sehr reich geworden sind. Vorläufig gibt es aus Davos nur wenige Zeichen für einen Abzug ausländischer Firmen aus der Schweiz. Die hohen Saläre vor Ort sind so wenig beliebt wie die Schwäche des Bundesrats seit nunmehr zehn Jahren. Eine Ablehnung der Masseneinwanderungs-Initiative von Dr. Christoph Blocher wird begrüsst, denn gegen günstige Importmitarbeiter hat in den „Bündner Highlands“ niemand etwas.

 

Tiger Mom schätzt die Schweizer nicht

Donnerstag, den 23. Januar 2014 um 8:51

Amy Chua, die als „Tiger Mom“ weltberühmt wurde, weil sie ihre Töchter über alle Hindernisse hinweg zum Erfolg quälte (und die jungen Frauen dies auch ausgezeichnet überlebt haben), legt nun mit ihrem Mann Jed Rubenfeld ein neues Buch vor: „The Triple Package“.

Darin nennt sie jene kulturellen Gemeinschaften, die es als Einwanderer in die USA zu besonderem Reichtum und Einfluss gebracht haben. Die Schweizer sind nicht darunter, nicht die Deutschschweizer, nicht die Romands und auch nicht die Tessiner.

Die Gemeinschaften, welche es nach Auffassung der beiden Yale-Professoren, weit gebracht haben, sind die Chinesen, die Juden, die Inder, die Iraner, die Libanesen, Kubaner, Mormonen und Nigerianer.

Die Angehörigen dieser Gruppen sind sich einig darin, anderen Gruppen kulturell überlegen zu sein. Sie sind „overachievers“, weil sie ständig unsicher sind, genügend zu leisten, und sie können den Impuls regulieren, bei Schwierigkeiten nicht aufzugeben.

Im Falle der Schweiz kenne ich keinen Schweizer, der nicht andere Gruppen mindestens als gleichwertig bezeichnen würde. Die meisten Schweizer sind allerdings der Auffassung, sie würden genügend leisten (und leisten daher nichts Besonderes). Eine grosse Zahl von Schweizern, vor allem Deutschschweizer, gibt auch nicht gerne auf, sondern hat es gelernt, Schwierigkeiten zu überwinden.

Die trägen Unter- oder Oberklassen aller Länder werden von diesen „high performers“ jetzt überrollt. Das gilt auch für die Schweiz, wo viele schon deshalb nicht mehr Ausländer im Land wollen, weil sie Angst haben, mit ihnen in den Wettbewerb treten zu müssen.

Ausländer wie wir

Donnerstag, den 16. Januar 2014 um 15:51

Wie bei uns eine kleine Elite, die nicht mehr als 5-10% der Bevölkerung ausmacht, die Gesellschaft führt und ihre Entwicklung bestimmt, sind es ausländische Minderheiten, die über die Schicksale ihrer Völker bestimmen – im Guten und Bösen, ganz wie bei uns.

Gestern klagte mir eine ihr Leben lang fleissige Schweizerin, sie halte die grosse Zahl von Ausländern bei uns nicht mehr aus. Alles sei eng, lärmig, fremd geworden. Sie werde am 9. Februar ein Ja in die Urne legen.

Eigentlich gibt es keine Ausländer auf der Erde, aber weil wir falsche Strukturen geschaffen haben, nennen wir die einen Einheimische, die anderen Ausländer. Würden die Nationalstaaten abgeschafft, gäbe es keine Ausländer mehr.

In Wirklichkeit beruht der Ausländerhass, der auch bei uns weiter verbreitet ist, als es unsere Eliten wahrhaben wollen, auf Verteilungskämpfen: Wer besetzt meinen Stuhl im Tram? Wer ist lauter und aufdringlicher? Wer wird, auf meine Kosten, sozial verwöhnt? Im Management verdrängen Ausländer die einheimischen Schweizer; im Tessin sind die Einheimischen arbeitslos, weil die billigeren Italiener auch von den einheimischen Unternehmern vorzugsweise beschäftigt werden.

Am 9. Februar wird das Interesse der Unternehmer und Politiker über dasjenige des Volkes siegen. Diese Rechnung hat auch der Unternehmer und Milliardär Dr. Christoph Blocher gemacht, der anschliessend sagen kann: Das Volk hat entschieden, des Volkes Wille geschehe.

Grosse und wachsende Teile der Erde sind in Not, weil es echte Weltbewohner so wenig gibt wie echte Europäer. Wir echten Schweizer haben eine Vorstellung, wie wir leben möchten. Der Boom im Mittelland soll den Wohlstand der wahren Schweizer retten, aber viele von ihnen sehen sich heute schon als Verlierer.

 

Was bringt Sepp Blatter Zürich?

Dienstag, den 14. Januar 2014 um 12:48

Die Zürcher Jugend, viele darunter Kinder, stauten sich zu Tausenden in den Strassen vor dem Zürcher Kongresshaus, als FIFA-Präsident Sepp Blatter zum FIFA Ballon d’Or 2013 einlud. Sie, die Fans, jubelten ihren Stars zu, die, wie Ronaldo, unbewegten Gesichts auf dem roten Teppich an ihnen vorbeischritten. Mädchen streckten mir ihre T-Shirts entgegen: „Kannst Du mir eine Unterschrift besorgen? Ich könnte sterben für ihn.“

Ich konnte natürlich nicht, denn Fussball ist ein Milliardengeschäft, wo die Fans nur als Kulisse dienen. Als es auf der Bühne des Kongresshauses zur Wahl des Fussballers der Jahres und anderer Grössen kam, flossen die Tränen. Es geschah, was alle Präsidenten dieser weltumspannenden Sportart am meisten lieben, die Emotionen kochten über.

Sepp Blatter, der in Zürich unterdessen mit der FIFA auch nennenswerte Steuern zahlt, der in der Enge ein FIFA-Museum bauen lässt, das mit Sicherheit eine Touristenattraktion wird, bringt mehr Weltprominenz nach Zürich als alle anderen Anlässe in der Stadt. Viktor Orban, Ungarns umstrittener Regierungschef, begrüsste Pelé, den brasilianischen Grösstfussballer. Placido Domingo liess sich nicht bitten. Aus Deutschland kamen die IOC-Chefs Rogge und Bach. Zidane und Ballack tauschten Erfahrungen aus. Dazu noch drei Hundertschaften anderer Fussball-Prominenter aus der ganzen Welt. TV-Stationen von Südkorea über Südafrika nach Brasilien. Zürich hat keinen anderen Anlass, der den Namen der Stadt derart in die Welt trägt.

Gerade deshalb fällt die eigentümliche Sprachlosigkeit dieses Anlasses auf, wo die Zürcher Regierung nur mit einem Nebensatz begrüsst wurde. Die Auftritte im voll besetzten grossen Saal des Kongresshauses waren nach Sekunden und Minuten bemessen, wie im spanischen Hofzeremoniell. Die Moderatorin, ein brasilianisches Supermodel, fiel durch ihr grünes Kleid auf, kaum aber durch rhetorisches Geschick. Den Moderator konnte man gleich ganz vergessen, weil er weder optisch noch sprachlich etwas bot.

Was Fussballer sagen, ist bekanntlich so attraktiv wie der Zürcher Hauptfriedhof bei Nacht. Es sind, im besten Fall, Kampfmaschinen mit Torinstinkt. Verbindet sich dies mit der Eleganz und Kraft eines Messi, kann auch ein Fussball-Agnostiker situativ bekehrt werden.

Doch dies ist nur der Vordergrund. Im Hintergrund geht es bei solchen Wettbewerben um knallharte interne Auseinandersetzungen: Gewinnt die bayrisch-französische Ribéry-Fraktion oder siegt, wie heuer der Fall, der lateinamerikanische Flügel? Bayern-Präsident Ueli Hoeness ist sich dann auch nicht zu schade, von Mauscheleien beim Zählen zu sprechen.

FIFA-Präsident Sepp Blatter blieb diesmal merkwürdig blass. Seiner Macht bewusst, liess er sich von allen wortreich ehren.  Der FIFA Ballon d’Or 2013 war von der Ausstattung her etwas spärlicher ausgerüstet als in den Vorjahren. Ein Insider flüsterte: „Wir müssen für Brasilien sparen.“ Dort findet das nächste Fussballfest statt.

Wie die Davoser ihre Schwierigkeiten mit dem dort hoch verdienten Klaus Schwab, dem Präsidenten des WEF, haben, liegen die linksgrünen Zürcher auch quer zur FIFA und Sepp Blatter. Das geht so weit, dass die amtierende Stadtpräsidentin Corinne Mauch sich nicht zu schade ist, ihrem wichtigen Mitbürger einen Brief zu schreiben, er solle in Katar mehr auf die Menschenrechte achten.

Ob Zürich tatsächlich eine Weltstadt werden kann, entscheidet sich an solchen Beispielen. Vorzugsweise erfreut man sich einiges völlig sinnlosen Hafenkrans, der in wenigen Wochen im Stadtzentrum an der Limmat stehen soll, als an einer echten Weltattraktion, wie der FIFA, die Zürich und der Schweiz Millionen bringt.

 

Warum die Engländer keine Europäer sind

Montag, den 13. Januar 2014 um 13:56

Hundert Jahre haben die Engländer die Franzosen bekämpft, dann ihr „British Empire“ aufgerüstet und sich nur zögerlich – als thatcheristische Rosinenpicker – der Europäischen Union (EU) zugewandt.

Jetzt feiern die Engländer „1oo Jahre Erster Weltkrieg“ zur nationalen Erhebung als Sieg über die Deutschen; alles andere interessiert sie auch im beginnenden 21. Jahrhundert nicht.

So falsch ist die Haltung „Erster Weltkrieg – Sieg über die Deutschen“ aus englischer Sicht nicht. Das „perfide Albion“, als welches die britische Regierung vor gut 100 Jahren in Deutschland bezeichnet wurde, hat seinerzeit alles getan, um die Kontinentaleuropäer in einen Krieg rutschen zu lassen. Man versprach sich davon eine Stärkung der eigenen Position zur Erhaltung und zum Ausbau des Empires. Der Anspruch des unfähigen deutschen Kaisers Wilhelm II., die eigenen Kolonien auszubauen, gefiel den Briten überhaupt nicht.

Was den Briten lange nicht einleuchten wollte, war die Tatsache, dass der – gemäss seinen Memoiren – durchaus blutrünstige Winston Churchill mit dem Zweiten Weltkrieg definitiv den Untergang des Empire auslöste. War Grossbritannien nach dem Ersten Weltkrieg schon pleite, war es dies nach dem Zweiten noch mehr. Die Engländer mussten bis in die frühen 50er Jahre hungern, während die Deutschen schon ihr Nachkriegs-Wirtschaftswunder ansteuerten.

Das bemerkenswerte Buch „Die Schlafwandler“ macht deutlich, dass die europäischen Regierungen in den Ersten Weltkrieg stolperten. Die britische Geheimpolitik trug viel dazu bei, dass die stolpernden kontinentalen Mächte auch kräftig in den Krieg gestossen wurden.

Wie sehr die Engländer den Kontinentaleuropäer auch weiterhin misstrauen, zeigt das neue Buch des prominenten englischen Autors David Marsh („Beim Geld hört der Spass auf“, Europa-Verlag), der mit dem Zusammenbruch des Euros und der EU rechnet.

Grossbritannien läuft Gefahr, in diesem Jahr völlig zu zerfallen. Wenn die Schotten, was nicht sicher ist, im kommenden Herbst für ihre Unabhängigkeit von England abstimmen werden, ist nach dem British Empire auch das Commonwealth erledigt.

 

Vom Ogi-Ei zum Stand-by-Out

Freitag, den 10. Januar 2014 um 9:27

Der eierkochende Dölf Ogi, heute stets munterer alt Bundesrat, gehört zur Schweizer Energiegeschichte des 20. Jahrhunderts. Er demonstrierte, wie man über dem kochenden Ei den Deckel schliesst, damit keine Wärme entweicht. Die Empfehlung blieb ohne erkennbare Wirkung, denn die Schweiz verbraucht heute mehr Energie denn je.

Jetzt sagt auch die Munich Re, der erfolgreiche deutsche Konkurrent der Zürcher Swiss Re, jedermann könne dazu beitragen, die Treibhausgase einzudämmen, denn diese würden dazu führen, dass immer wildere Stürme über unsere Kontinente brausen.

Einmal abgesehen davon, dass man lieber die Nutzung der Braunkohle für die Energiegewinnung oder die Brandrodung der tropischen Wälder einschränken sollte, empfehlen die cleveren Münchner ganz in Ogi’scher Manier: Computer am Wochenende abschalten und nicht auf Stand-by laufen lassen, weniger Auto fahren und die Gebäude mit besserer Wärmedämmung versehen.

Gut, meinen Computer schalte ich sogar jeden Abend nach Gebrauch aus, aber noch weniger Auto fahren werde ich wohl kaum, denn der Ruf des öffentlichen Verkehrs ist besser als die vom ihm erbrachten Leistungen. Sehr viele Besitzer von Häusern und Eigentumswohnungen haben, besonders wenn sie alt sind, kein Geld und kein Interesse mehr für eine energetische Sanierung. Hier ist sehr oft der Staat schuld, der mit seinem Preisgefüge die Bildung von Wohlstand als Grundlage für derlei Investitionen erfolgreich verhindert.

Politiker, welche unrealistische Vorschläge machen, gibt es zu Genüge. Wenn jetzt aber noch Versicherungskonzerne kommen, die ihre Grosskunden nie mit derlei belästigen würden, ist dies des Guten zu viel.

(Ach, ob sich der Energieverbrauch für diesen Blog gelohnt hat? Ich zweifle daran.)

 

Menschen für 2014: Einflussreich, intelligent oder gierig?

Mittwoch, den 8. Januar 2014 um 9:27

Es war der Präsident von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, der zum Jahresende für seine Mannschaft die Devise ausgab „Wir brauchen wieder die absolute Gier“. Er meinte, die Gier zum Erfolg.

Damit könnte er ein Zeichen für alle gesetzt haben. Nach sechs Jahren des Kampfes gegen gierige Banker und Spitzenmanager ist die Trendwende gekommen: Gier zum Erfolg ist wieder „in“.

Wie dünn unsere Schweizer Führungselite geworden ist, haben „Le Temps“ und „Basler Zeitung“ zum Jahresende unter Beweis gestellt. Während die meisten anderen gewichtigen Redaktionen ganz darauf verzichteten, Elite-Schweizer zu portraitieren, entschied sich „Le Temps“ für

  • den Montenegriner Samih Sawiris, dem der Bund das frühere Armeegelände in Andermatt schenkte, damit dieser dort ein neues Verbier oder St. Moritz baue. Dazu zehn Jahre Steuerbefreiung. Was wir bisher haben, ist das schicke Hotel Chedi, umgeben von einer kulturellen Wüste.
  • das Gommi Martin Werlen, Kind einer bitter armen Walliser Familie, der als Abt des Klosters Einsiedeln als Topmanager wie Theologe während 12 Jahren dort Bedeutendes geleistet hat. Jetzt hat er seinen Twitter mit über 9000 Followers abgeschaltet. Sein Buch „Die Glut unter der Asche wecken“ gilt auch für ihn. Wie und wann übernimmt der Benediktinermönch wieder eine auf ihn zugeschnittene Führungsaufgabe?
  • Rolf Dobelli, den geschickten Kompilator der Ideen Dritter, dem man zu Gute halten muss, dass Originalität auch bei noch bekannteren Autoren nicht immer auf eigenen Ideen beruht. Wer die Idee zur Swatch hatte, ist letztlich weniger wichtig als es die Eigentumsrechte und die Kraft zur globalen Umsetzung einer solchen Idee sind. Dobelli ist daher mehr Nicolas G. Hayek als Ernst Thomke.

Noch gewagter ist die „Liste der einflussreichsten Denker“ der Schweiz im vergangenen Jahr:

  • Ob Professoren grundsätzlich dazu gehören, ist ohnehin eine offene Frage. On Ingo Potrykus endlich seinen Gen-Reis einführen kann oder der Ökonom Dieter Freiburghaus mit dem Zusammenbruch der EU recht behält, ist überaus offen. Ernst Fehrs Ökonomie des Glücks ist eine Orchideen-Wissenschaft für Insider, die mit der Realität der Welt wenig zu tun hat.
  • Frank A. Meyer zu nennen, dürfte diesen am meisten überrascht haben. Ohne den Verleger Michael Ringier als eine Art persönlichen St. Christophorus gäbe es diesen Intellektuellen nicht, den die Sehnsucht nach dem europäischen Bourgeois umtreibt.
  • Im Gegensatz dazu ist Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel sicher der letzte intellektuelle Schweizer Verleger, der sein geistiges Spektrum laufend überprüft und erweitert. Hier herrscht Aufbruch, wo andernorts nur Rückzug zu sehen ist.
  • Roger de Weck, Generaldirektor der SRG, wurde soeben in der NZZ von Medienprof. Stephan Russ-Mohl geradezu versenkt. Das mit hohen Gebühren finanzierte Schweizer SRG-Modell lebe seinen Ansprüchen nicht nach und behindere die privaten Schweizer Medien bei ihrer Entwicklung, so Russ-Mohl. Das ändert nichts daran, dass Roger de Weck ein Intellektueller ist, der schon den deutschen Altbundeskanzler Schmid bezauberte, aber auf wen er Einfluss hat, ausser den ihm Unterstellten, bleibt offen.
  • Prof. Dr. mult. Hans Küng ist unbestritten. Er hat aufgezeigt, was Kirche sein könnte, würde sie mehr den Menschen als der eigenen Macht dienen. Vitus Huonder, der Bischof von Chur, wird sich freuen, zumal mit Abt Martin sein intelligentester liberaler Gegner von der Bühne abgetreten ist.

Kein einflussreicher Schweizer Denker unter 40, Stefan Zweifel, 46, und Roger Köppel, 48, sind die Benjamine. Die Zahl der 65- bis 85jährigen überwiegt. Der letzte Schweizer Weltintellektuelle ist wohl Hans Küng, 85, der seit zwei Generationen gegen die Weltmacht Vatikan angetreten ist. Dem vermag keiner der Lebenden zu folgen, Peter Bichsel, Kurt Imhof und andere schon gar nicht.

Von einem intellektuellen Politiker, mag es auch eine Frau sein, hat an diesem Jahreswechsel niemand gesprochen. Intellektuelle Unternehmer und Topmanager sucht man seit Jahren vergebens.

Warum Thiel, Soros oder Tettamenti lesen?

Montag, den 6. Januar 2014 um 10:19

Der Facebook-Miliardär Peter Thiel ist überzeugt davon, wir hätten den letzten Bubble schon hinter uns; es werde keinen mehr geben.

Als erfolgreicher 46-jähriger Spekulant, der auch schon eine Milliarde USD für Fehlinvestitionen auf den Putz gehauen hat, will er uns überzeugen: „Seit der Mondlandung und Woodstock gibt es keinen Fortschritt mehr“. Derlei amerikanische Weltuntergangsstimmung, die mit missionarischem Eifer über den Atlantik zu uns getragen wird, ist höchst fraglich.

Warum soll man George Soros, der in London einst eine Milliarde Pfund gewann, aber Millionen Engländer damit ärmer machte, überhaupt lesen? Es sei denn, man erwarte einen Tipp für solche, die auch gerne reich würde und bei ihm fündig werden möchten.

In die gleiche Kategorie gehört in der Schweiz Dr. Tito Tettamanti, ein blitzgescheiter Tessiner, der mit industriellen und Immobilienspekulationen einige hundert Millionen verdiente. Bravo! Aber muss man deshalb ständig von ihm lesen, wie die Kapitalisten gut und die anderen 99% dumm sind? Dr. Peter Wuffli, der am Untergang des UBS-Konzerns einige Schuld trug, wollte uns mit neuen liberalen Rezepten davon überzeugen, wie man die Schweiz noch erfolgreicher machen könnte. Wer will derlei lesen von einem Bankmanager, der sich auf seine früheren Profiten ausruht und, um sich nicht zu langweilen, ein Buch schreibt?

Beruhigend ist es höchstens für die Autoren, die von altem Glanz zu leben suchen.

Rascher Zerfall der bürgerlichen Gesellschaft

Freitag, den 3. Januar 2014 um 8:44

Natürlich brauchen Unternehmer, Manager und deren Firmen den freien Personalverkehr über die Grenzen hinweg. Das Schweizer Volk aber stöhnt unter den Folgen: Immenser Verkehr, teures Wohnen, laufende Um- und Neubauten. Der Einbruch der Ausländer in das Sozialleistungsgefüge hat längst stattgefunden.

Der rasche Zerfall der bürgerlichen Gesellschaft ist unaufhaltsam. Der Europäische Gerichtshof, dem die Schweiz nach Willen ihres Aussenministers Didier Burkhalter unterstellt werden soll hat, wie soeben das deutsche Bundesverfassungsgericht, entschieden, nicht der biologische Vater habe ein Recht auf sein Kind, sondern die „soziale Familie“, in welcher es aufwächst. „Jeder gehört jedem“ schrieb Aldous Huxley schon 1032 in seinem berühmten Buch „Brave New World“. Unter somatischer Beeinflussung, wie sie heute schon unseren Kindern angeboten wird, lässt sich dies aushalten.

Die in über 700 Jahren aufgebaute Schweizer Kultur zerfällt jetzt rasch:

  • Der christliche Religionsunterricht soll ab 2015 abgebaut und ergänzt werden mit Wissen über Imane und Saddhus. Der Vormarsch des Islam und des Buddhismus ist die Idee unserer laizistischen Schulverantwortlichen.
  • „Berufsbildung international“ heisst das Projekt des Kantons Zug, wo Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel unter dem Druck der globalisierten Zuger Wirtschaft ab 2015 KV- und Informatiklehrlinge in Englisch ausbilden will. Die Welschen sehen dies mit wachsender Unlust.

 

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog