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Christliche Kirchen – Die grosse Weihnachtsenttäuschung

23. Dezember 2013 um 17:22

Es gibt zwei Pfarrer in der Römisch-Katholischen Liebfraukirche in Zürich, die aus dem Mittelmass herausragen. Einer ist ein überdurchschnittlich guter Sänger, der mich soeben, vor Weihnachten, zur Kaufenthaltung aufgefordert hat, weil dies wenig bringe. Der andere ist ein netter älterer Holländer, aus dessen Predigten die Verzweiflung vor der Kirchenwirklichkeit spricht, der uns aber auffordert, ihr treu zu bleiben.

Die christlichen Kirchen in der Schweiz machen den Eindruck, als seien sie vom Heiligen Geist und der politisch-gesellschaftlichen Wirklichkeit weit entfernte Strukturen, die aus 2000 Jahren in die Gegenwart nicht mehr leuchten, sondern schwache Blinkzeichen geben, denen jegliche Kraft fehlt.

Soeben durften wir erfahren, dass Weihnachten ab 2015 aus dem Lehrplan der Schweizer Schulen gekippt werden soll, dazu andere christliche Themen auch, um islamischen und buddhistischen Glaubenswerten mehr Platz zu verschaffen. Die Schweizerische Bischofskonferenz, eine unglückliche Einrichtung, die vom Bistum Chur ohnehin sabotiert wird, weil Bischof Vitus Huonder sich alleine dem Papst unterstellt sieht und keiner anderen Instanz, hätte einen echten Glaubensführer gegen eine solche Entwicklung antreten lassen müssen. Mangels eines solchen liess sich der aus der Schweiz nach seiner Sabo-Niederlage nach Rom versetzte Kardinal Kurt Koch vernehmen, dies sei „tragisch“. Mit solchen Waschlappen, wie Koch, in der Kirchenführung, kann die einst Römisch-Katholische Weltkirche keinen Staat machen, nicht in der Schweiz und schon gar nicht in der Welt.

Wenn von der Schweizerischen Bischofskonferenz Stellungnahmen abgegeben werden, dann im Namen der „jüdisch-christlichen“ Tradition. Wie ich mich bei hochrangigen Glaubensbrüdern vergewissern konnte, erfolgt diese Formulierung, um die Glaubwürdigkeit der Römisch-Katholischen Stellungnahmen zu steigern. Dies erinnert mich an die Abschaffung des Schweizerischen Bankgeheimnisses durch das Bankkundengeheimnis, womit die erste Stufe des folgenden Untergangs eingeleitet wurde.

Fairerweise ist dem anzufügen, dass die staatsrechtlichen Kirchenverbände, die „Chur“ ein Dorn im Auge sind, in Ganzköperstarrer verfielen. Es wäre ihre Aufgabe gewesen, den anti-christlichen Unfug unserer Schulbehörden sofort zu bekämpfen, aber von hoch bezahlten Glaubensmanagern, die vom Rückhalt des Staates leben, kann man dies wohl kaum erwarten.

Es ist klar: Der Zerfall des Christentums in der Schweiz kann durch die halbstaatlichen Organisationen nur beschleunigt werden. Dem ist ebenso hinzuzufügen, dass die Evangelisch-Reformierte Kirche, die im besten Fall als Sternenhaufen ohne Zentrum bezeichnet werden kann, im weniger guten Fall als spärlicher Rest dessen, was von der Reformation übrig geblieben ist, dem drohenden Abbruch christlicher Lehre in unsren Schulen nur sanftes Wimmern entgegen stellt. Auch diese Gewohnheitskirche kann man als lebendige Glaubenskirche vergessen.

Es ist geradezu lachhaft, wenn vor einem Jahr noch der nun zurückgetretene Abt Martin vom Kloster Einsiedeln mit einer europaweit beachteten Publikation „Die Glut unter der Asche“ wieder wecken wollte. Die Kirche denkt gar nicht daran, derlei ernst zu nehmen. Der „Twitter-Abt“ hat seinen „Twitter account“ geschlossen, sich in die mönchische Zelle zurück gezogen und Tausende seiner Freunde und Anhänger im Regen stehen lassen. So geht es auch nicht: Man kann nicht zehn Jahre so tun, als wolle man nahe bei den Menschen sein und die Kirche erneuern, um dann spurlos zu verschwinden. Das mag benediktinisch korrekt sein, ist aber nicht loyal zu den Gläubigen, die nun einen neuen Glaubensführer suchen müssen.

Auch Papst Franziskus sollten wir nicht überschätzen.

Bisher hat er, in guter lateinamerikanischer Tradition, einige populistische Zeichen gegeben, wirkt munterer als sein ohnehin überschätzter Vorgänger, aber hat Franziskus die Kirche in Bewegung gesetzt?

Mitnichten. Er hat McKinsey engagiert, eine wegen ihrer Verbindungen zur US-Hochfinanz berüchtigten Beraterfirma, um seine Kommunikation global zu strukturieren. McKinsey hat schon immer enge Beziehungen nicht nur zu betrügerischen Konzernen, wie Enron, unterhalten.

Es wird auch in der Lage sein, in Rom eine „war room“ einzurichten, der den Heiligen Stuhl auf dem Laufenden hält, in welchen Bistümern es gerade brennt. Dann kann Papst Franziskus, wie einst John F. Kennedy mit dem Geld seiner Familie und dem der „US administration“, seine Weltkommunikation zur vollen Entfaltung bringen. Es winkt der Friedensnobelpreis für den lächelnden Argentinier. Die Schweizer Provinz, wie andere auch, wird dann längst den Imanen und Saddhus übergeben worden sein. Dann wird die Zeit des wahren Friedens anbrechen.

Unsere Schulbehörden müssen ebenso verrückt geworden sein wie die Schweizer Kirchenoberen unfähig, diesen Trend zu brechen. Sollen unsere Unternehmen Kirchensteuern dafür bezahlen, diesen absterbenden Glaubenskonzern mit seinen schwachen Führungskräften zu finanzieren? Soll jeder einzelne noch Kirchensteuern für eine Organisation bezahlen, deren Glaubwürdigkeit tiefer als diejenige unserer Banken ist, wo mindestens ein wenig Zins erhalten, während die Erwartung irdischer oder paradiesischer religiöser Freuden unrealistisch geworden ist.

Schon Thomas von Aquin hat in seiner „Glaubenslehre“ vor 1500 Jahren geschrieben, Gott lasse sich weder durch gute Taten noch Gebete beeinflussen. Wenn die Kirche sich nicht mehr verteidigen will, müssen die letzten Gläubigen in die Boote des wahren Glaubens umsteigen.

Wo dieser zu finden ist, wissen wir heute so wenig wie vor 2000 Jahren.

 

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