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Tagesarchiv für 10. Dezember 2013

Fröhliche Ferien im Schweizer Schnee

Dienstag, den 10. Dezember 2013 um 10:10

Jetzt, wo wir endlich entscheiden müssen, in welchem Wintersport-Hotel wir den Jahreswechsel verbringen wollen, türmen sich die Haus- und Gästezeitschriften grosser Häuser auf meinem Pult.

Diese Gästezeitschriften sind ein wahrer Jammer und wenig dazu angetan, mich wirklich in ein bestimmtes Haus zu locken.

Auf der Titelseite Sonnenstühle oder eine Schneebar vor blauem Himmel. Dann begrüsst mich der Hotelier persönlich mit dem reizenden Satz „Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.“ Ja, das stimmt, denn der angepriesene Service ist wegen obligater Personalverdünnung (welches Wort!) ohnehin schwächer als gedacht. Bald folgt dann ein mumienhaftes Gesicht in Schwarzweiss, womit die Tradition des Hauses aus dem 19. Jahrhundert dokumentiert wird. „Unser Ur-Ur-Ur-Grossvater…., der Gründer.“ Oft ein Pfarrer. Was folgt, wird immer monotoner: Wellness, Grill, dann seitenlang PR-Inserate über Skin Care und andere Dinge, die man sich oder anderen „von Herzen“ schenkt.

Schreiben können die Schweizer Hoteliers und ihre Marketingmitarbeiter schon lange nicht. Beschreiben, wie schön es im Bündnerland oder in Adelboden oder im Wallis ist, schon gar nicht mehr. Die „elanguage“ hat sich durchgesetzt.

Jedes Hotel hat auch „die schönsten Pisten“ und bietet Mode „young & beautiful“. Über 50 erhält man kein Angebot mehr. Dafür wird die Eitelkeit der Hoteliers, die regelmässig melden, wo sie mit ihren Kindern die Ferien andernorts verbringen, nur übertroffen von derjenigen der Chefs de Service, der Event & Sales-Manager und der F&B-Manager, die in der Realität meist unbedeutend sind und deshalb auch oft ausgewechselt werden.

Relativ neu ist das Bemühen, auch als sozialer Arbeitgeber aufzutreten und ökologisch glaubwürdig zu sein, wo jedermann weiss, dass Wintersport einfach ein ökologischer Luxus ist, was auch der Range Rover bestätigt, der von den Spitzenhotels gerne zum Kauf empfohlen wird.

Wohin gehen wir jetzt? Vielleicht doch ins „Chedi“ von Samih Sawiris nach Andermatt. Dann wissen wenigstens, dass es dort kalt, windig und wenig sonnig ist. Auch geniessen wir die Gesellschaft namhafter Ägypter, Russen und Kasachen, die meistens lustiger sind als die Basler, Berner und Zürcher (-innen), die wir ohnehin schon lange kennen und deren Neuigkeitswert gering ist.

Happy Holidays.

 

 
     
     
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