Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Monatsarchiv für Dezember 2013

Schön – glücklich – tot

Dienstag, den 31. Dezember 2013 um 8:55

Im beginnenden neuen Jahr sollten wir achtsam beobachten, wie unsere Gesellschaft sich entwickelt. Nicht mehr „Glaube, Liebe und Hoffnung“ sind für die meisten Menschen bestimmend, sondern „Schön – glücklich – tot“.

Der christliche Glaube zerfällt unter kräftiger Mitwirkung unserer Staatskirchen, die Liebe hat sich vielerorts zu Kurzzeit-Engagements entwickelt und Hoffnung? Ja, worauf wollen wir denn hoffen? Nur ein kleiner Teil der Gesellschaft, dessen Mitglieder entweder reich, esoterisch oder strikt konservativ sind, am besten alles zusammen, glaubt und hofft auf bessere Zeiten.

„Schön – glücklich – tot“ als höchste Form der Lebensklugheit wurde schon 1932  von Aldous Huxley in „Schöne neue Welt“ beschrieben. Dort musste man schön sein, immer rosig aussehen, war glücklich, weil man „Soma“-Pillen nahm, die heute Ritalin und Valium heissen, und das Leben wurde mit 60 Jahren ausgeknipst.

Ganz dumm ist dies nicht, denn man muss sich ernsthaft fragen, was heute viele über 60jährige tun, ausser sich zu erhalten, zu amüsieren oder zunehmend an Krankheiten zu leiden. Unsere freiwillig zu nutzenden Sterbehilfe-Organisationen, von denen einige sich sogar schon kranken Kindern anbieten, weisen den Weg.

Meist vergessen wird die Tatsache, dass der Bundesrat es den Paaren längst erlaubt hat, bei der Hochzeit den eigenen Namen zu behalten oder einen anderen Namen anzunehmen. Damit wird die Generationenlinie zerschnitten. Sie wird auch zerschnitten durch das häufig wechselnde Paarungsverhalten ohne soziale Kontinuität und die Abgabe von Kindern nicht nur an sozial verankerte Ehepaare, sondern auch an homosexuelle Gemeinschaften, die mehr als einen Hund wollen.

80 Jahre, das ist die Zeit seit dem Erscheinen von „Brave New World“, sind eine extrem kurze Zeit. Wir dürfen also davon ausgehen, dass Aldous Huxley, der aus einer genialen Familie stammt, uns die richtigen gesellschaftlichen Trends vorausgesagt hat. Unsere stets jugendlichen Manager und Politiker, denen die Ausstrahlung, Würde und Tragik eines Churchill, de Gaulle und Adenauer völlig abgeht, die auch erst vor wenigen Jahrzehnten gestorben sind, verkörpern perfekt den Geist dieser neuen Welt, deren zunehmend unbewusster Teil wir geworden sind

 

Christliche Kirchen – Die grosse Weihnachtsenttäuschung

Montag, den 23. Dezember 2013 um 17:22

Es gibt zwei Pfarrer in der Römisch-Katholischen Liebfraukirche in Zürich, die aus dem Mittelmass herausragen. Einer ist ein überdurchschnittlich guter Sänger, der mich soeben, vor Weihnachten, zur Kaufenthaltung aufgefordert hat, weil dies wenig bringe. Der andere ist ein netter älterer Holländer, aus dessen Predigten die Verzweiflung vor der Kirchenwirklichkeit spricht, der uns aber auffordert, ihr treu zu bleiben.

Die christlichen Kirchen in der Schweiz machen den Eindruck, als seien sie vom Heiligen Geist und der politisch-gesellschaftlichen Wirklichkeit weit entfernte Strukturen, die aus 2000 Jahren in die Gegenwart nicht mehr leuchten, sondern schwache Blinkzeichen geben, denen jegliche Kraft fehlt.

Soeben durften wir erfahren, dass Weihnachten ab 2015 aus dem Lehrplan der Schweizer Schulen gekippt werden soll, dazu andere christliche Themen auch, um islamischen und buddhistischen Glaubenswerten mehr Platz zu verschaffen. Die Schweizerische Bischofskonferenz, eine unglückliche Einrichtung, die vom Bistum Chur ohnehin sabotiert wird, weil Bischof Vitus Huonder sich alleine dem Papst unterstellt sieht und keiner anderen Instanz, hätte einen echten Glaubensführer gegen eine solche Entwicklung antreten lassen müssen. Mangels eines solchen liess sich der aus der Schweiz nach seiner Sabo-Niederlage nach Rom versetzte Kardinal Kurt Koch vernehmen, dies sei „tragisch“. Mit solchen Waschlappen, wie Koch, in der Kirchenführung, kann die einst Römisch-Katholische Weltkirche keinen Staat machen, nicht in der Schweiz und schon gar nicht in der Welt.

Wenn von der Schweizerischen Bischofskonferenz Stellungnahmen abgegeben werden, dann im Namen der „jüdisch-christlichen“ Tradition. Wie ich mich bei hochrangigen Glaubensbrüdern vergewissern konnte, erfolgt diese Formulierung, um die Glaubwürdigkeit der Römisch-Katholischen Stellungnahmen zu steigern. Dies erinnert mich an die Abschaffung des Schweizerischen Bankgeheimnisses durch das Bankkundengeheimnis, womit die erste Stufe des folgenden Untergangs eingeleitet wurde.

Fairerweise ist dem anzufügen, dass die staatsrechtlichen Kirchenverbände, die „Chur“ ein Dorn im Auge sind, in Ganzköperstarrer verfielen. Es wäre ihre Aufgabe gewesen, den anti-christlichen Unfug unserer Schulbehörden sofort zu bekämpfen, aber von hoch bezahlten Glaubensmanagern, die vom Rückhalt des Staates leben, kann man dies wohl kaum erwarten.

Es ist klar: Der Zerfall des Christentums in der Schweiz kann durch die halbstaatlichen Organisationen nur beschleunigt werden. Dem ist ebenso hinzuzufügen, dass die Evangelisch-Reformierte Kirche, die im besten Fall als Sternenhaufen ohne Zentrum bezeichnet werden kann, im weniger guten Fall als spärlicher Rest dessen, was von der Reformation übrig geblieben ist, dem drohenden Abbruch christlicher Lehre in unsren Schulen nur sanftes Wimmern entgegen stellt. Auch diese Gewohnheitskirche kann man als lebendige Glaubenskirche vergessen.

Es ist geradezu lachhaft, wenn vor einem Jahr noch der nun zurückgetretene Abt Martin vom Kloster Einsiedeln mit einer europaweit beachteten Publikation „Die Glut unter der Asche“ wieder wecken wollte. Die Kirche denkt gar nicht daran, derlei ernst zu nehmen. Der „Twitter-Abt“ hat seinen „Twitter account“ geschlossen, sich in die mönchische Zelle zurück gezogen und Tausende seiner Freunde und Anhänger im Regen stehen lassen. So geht es auch nicht: Man kann nicht zehn Jahre so tun, als wolle man nahe bei den Menschen sein und die Kirche erneuern, um dann spurlos zu verschwinden. Das mag benediktinisch korrekt sein, ist aber nicht loyal zu den Gläubigen, die nun einen neuen Glaubensführer suchen müssen.

Auch Papst Franziskus sollten wir nicht überschätzen.

Bisher hat er, in guter lateinamerikanischer Tradition, einige populistische Zeichen gegeben, wirkt munterer als sein ohnehin überschätzter Vorgänger, aber hat Franziskus die Kirche in Bewegung gesetzt?

Mitnichten. Er hat McKinsey engagiert, eine wegen ihrer Verbindungen zur US-Hochfinanz berüchtigten Beraterfirma, um seine Kommunikation global zu strukturieren. McKinsey hat schon immer enge Beziehungen nicht nur zu betrügerischen Konzernen, wie Enron, unterhalten.

Es wird auch in der Lage sein, in Rom eine „war room“ einzurichten, der den Heiligen Stuhl auf dem Laufenden hält, in welchen Bistümern es gerade brennt. Dann kann Papst Franziskus, wie einst John F. Kennedy mit dem Geld seiner Familie und dem der „US administration“, seine Weltkommunikation zur vollen Entfaltung bringen. Es winkt der Friedensnobelpreis für den lächelnden Argentinier. Die Schweizer Provinz, wie andere auch, wird dann längst den Imanen und Saddhus übergeben worden sein. Dann wird die Zeit des wahren Friedens anbrechen.

Unsere Schulbehörden müssen ebenso verrückt geworden sein wie die Schweizer Kirchenoberen unfähig, diesen Trend zu brechen. Sollen unsere Unternehmen Kirchensteuern dafür bezahlen, diesen absterbenden Glaubenskonzern mit seinen schwachen Führungskräften zu finanzieren? Soll jeder einzelne noch Kirchensteuern für eine Organisation bezahlen, deren Glaubwürdigkeit tiefer als diejenige unserer Banken ist, wo mindestens ein wenig Zins erhalten, während die Erwartung irdischer oder paradiesischer religiöser Freuden unrealistisch geworden ist.

Schon Thomas von Aquin hat in seiner „Glaubenslehre“ vor 1500 Jahren geschrieben, Gott lasse sich weder durch gute Taten noch Gebete beeinflussen. Wenn die Kirche sich nicht mehr verteidigen will, müssen die letzten Gläubigen in die Boote des wahren Glaubens umsteigen.

Wo dieser zu finden ist, wissen wir heute so wenig wie vor 2000 Jahren.

 

Kein friedliches 2014

Freitag, den 20. Dezember 2013 um 8:40

Hans Widmer, 73, hat es oft getan. Als Chef von McKinsey & Co. in der Schweiz hat er mit der Gemeinkosten-Wertanalyse, einem Goldesel von McKinsey, zum Abbau von zehntausenden von Arbeitsplätzen beigetragen. Seinem Lebensgenuss, dem fortlaufenden Staunen, hat er nun ein Buch gewidmet („Modell des konsequenten Humanismus“, Rüffer & Rub), das ob  seiner Mechanik von niemandem ausser Widmer verstanden wird. Der Ingenieur und Modell-Stratege „marthalert“ offensichtlich. Er hat sich eine eigene Welt geschaffen, weil ihm keine der gegenwärtigen gefällt.

Urs Rohner tut es schon einige Zeit. Als VRP der Credit Suisse Group übernimmt er schmunzelnd (siehe „Bulletin“ Nr. 5/2013, S. 25) die Verantwortung, das vom Schweizer Volk via Nationalbank gerettete Geldhaus zu redimensionieren. Rohner sagt: „Das waren zum Teil für die Mitarbeiter schmerzhafte Prozesse, die aber nötig sind.“

Gut fünf Jahre nach der US-Immobilienkrise, die eine Weltfinanzkrise ausgelöst hat, weil viele Staaten ohnehin schon hoch verschuldet waren, fordert Rohner: „Man wird wohl auch nicht um eine gewisse Vergemeinschaftung der Schulden herumkommen.“ Konkret heisst dies: Mittelstand zahle, denn die einen wollen nicht und die anderen können nicht.

In diesem Fall lohnt es sich, Thomas Jefferson zu erinnern, der schrieb: „Ich denke, dass Bankinstitute gefährlicher als stehende Armeen sind. Wenn die amerikanische Bevölkerung es zulässt, dass private Banken ihre Währung herausgeben, dann werden die Banken und Konzerne, die so entstehen werden, das Volk seines gesamten Besitzes berauben, bis eines Tages ihre Kinder obdachlos auf dem Kontinent aufwachsen, den ihre Väter einst eroberten.“ Diesen Zustand haben gut 40% der US-Bevölkerung jetzt erreicht. In Europa ist der bürgerliche Wohlstand weitgehend zusammen gebrochen. In der Schweiz, wo gegen 60% der Bevölkerung direkt und indirekt weitgehend von staatlichen Leistungen abhängig sind, zeichnet sich, verlangsamt, die gleiche Tendenz ab.

Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, weiss: „Es gibt heute einfach keine ernsthafte Alternative zum Kapitalismus. Und der Kapitalismus, der wächst.“ Sein Vorgänger Beat Kappeler ergänzt: „Es fehlt mir nicht das Vertrauen in den Kapitalismus, sondern in den gepfuschten Kapitalismus, in dem wir leben.“

„Gepfuschter Kapitalismus!“ gibt es das? Im Detail nachzulesen in der jüngsten Ausgabe des „Schweizer Monat“, der unter der Leitung von René Scheu einen erfreulichen Aufschwung genommen hat.

Besser zu verstehen lernte man Dr. h.c. Beat Kappeler, als er am 10. Dezember, also hoch aktuell, bei Dr. Olaf Böhme vor der Schweizerischen Gesellschaft für Ideen- und Innovationsmanagement (info@idee-suisse.ch) in Zürich sprach. Dort sagte er: „Seit einigen Jahrzehnten werden die Probleme unseres Landes eher übertüncht als gelöst.“ Im Gange seien „Überschuldung einerseits und Versklavung anderseits“ aufgrund einer grenzenlosen Ausdehnung der Rechte nach innen („enfranchising“), verbunden mit „Roll back“-Strategien, die seit 30 Jahren in den USA, Kanada, Britannien und Schweden im Gange sind.

Die Schweizer fühlten sich, wie die Amerikaner, als „Land oft the free“. Dem stehe entgegen, dass zunehmend Freiheitsrechte gegen Sicherheit eingetauscht würden. Vermögen für alle, gegen die herrschende schiefe Vermögensverteilung, seien weder durch Banksparen noch durch AHV erreichbar, sondern alleine „durch das Sparen der Unselbständigen“ erzielbar.

Was haben uns Widmer, Rohner, Jefferson, Lampart und Kappeler heute zu sagen? Die Welt kann offensichtlich mit den Mitteln der Schweiz nicht (mehr) verbessert werden. Einzig handlungsfähig sind die kapitalstarken Finanzgruppen, Handelsfirmen und Industriekonzerne. Die Weltverbesserungs-Schweiz des 19. Jahrhunderts beruhte auf freiheitlichen Anstössen, die von aussen kamen. Heute heisst dieses Aussen „EU“ und, wie der Bundesrat mit seinem EuGH-Vorstoss unmissverständlich klar gemacht hat, dort liegt die Zukunft. Der Rest ist Folklore.

 

Ukraine wohin?

Mittwoch, den 18. Dezember 2013 um 9:55

Persönlich ist mir der Gedanke nahe, die Weizenfelder der Ukraine müssten für Europa wieder gewonnen werden. Wenn ich aber den ukrainischen Boxweltmeister Vitali Klitschko sehe, dessen Leistungen als Boxer ich uneingeschränkt bewundere, zusammen mit der US-amerikanischen Kriegsgurgel US-Senator John McCain, dann wird mir, als Europäer, übel. Das Machtspiel der USA in der Ukraine, ganz wie das im Iran auch, missfällt mir zutiefst.

Vladimir Putin ist ein – unbequemer – Europäer. Wir sollten Putin ernster nehmen als einen amerikanischen Vice Consul nachrömischer Art, der meint, aus Washington heraus die Welt regieren zu können.

Aus den einst grundsoliden US-Amerikanern ist ein verarmendes Mischvolk geworden, das von einer ebenso geldgierigen wie global aggressiven Elite in Abenteuer geführt wird, welches es sich eigentlich nicht leisten kann. Daher wird der US-Dollar laufend wertloser und die Substanz des Landes schwindet.

Die Ukraine war immer ein europäisches Land. Von dort kamen die Völker der Goten, deren letzte Nachfahren wir heute noch im östlichen Teil Graubündens an ihren schweren, kräftigen und gutgebauten Schädeln erkennen können. Das waren Völker, die einst grosse Teile Europas beherrschten.

Die Ukraine gehört zu Europa, und wenn Vladimir Putin das Land in seinem Einflussbereich behalten will, was verständlich ist, gehört Putin eben auch zu Europa. Jenes Europa, das nach Charles de Gaulle, dem grossen französischen Staatsmann, vom Atlantik bis zum Ural reicht. Aber nicht einmal de Gaulle käme heute auf die Idee, Russlands Fernen Osten den Chinesen oder den Turkvölkern zu überlassen.

Seit langem ist die US-Administration der Auffassung, Europa müsse in ewiger Dankbarkeit den Amerikanern beweisen, ein loyaler Partner zu sein. Es ist genau umgekehrt: Die Amerikaner müssen beweisen, dass sie loyal zu den Interessen Europas stehen. Und was Interessen Europas sind, wird nicht in NYC oder Washington D.C. entschieden, sondern alleine zwischen London und Istanbul und Lissabon und Moskau.

 

Die biologische Uhr „austricksen“

Montag, den 16. Dezember 2013 um 15:47

Weil heute viele 60jährige dreissig Jahre junger aussehen wollen, als sie es real sind, funktioniert die sichtbare biologische Uhr immer weniger.  Gute Beispiele für diesen Vorgang sind alt Bundesrat Moritz Leuenberger (im politischen Ruhestand), alt Werbestar Walter Bosch (heute im gerichtlich erzwungenen Ruhestand) und alt Flieger André Dosé (heute im erzwungenen GC-Ruhestand). Alle drei werden an einem stetigen ästhetisch-fliegend-geistigen Zustand erkannt, der allerdings, wie sich zeigt, selten krisenfest ist.

Alter ist heute nicht mehr gefragt, denn „Ich finde es wichtig, dass Menschen in Würde sterben können“, sagt FDP-Kantonsrat und Bankier Hans-Peter Portmann.  Dies ist die erste Stufe eines sozialen respektierten Abschaltvorgangs, dessen Spuren schon im letzten Jahrhundert erkennbar waren.

Wenn nun auch mit „social freezing“ die nächste Stufe dieser Entwicklung angestrebt wird, lohnt sich die erneute Lektüre von Aldous Huxley’s  „Brave New World“, das vor gut 80 Jahren publiziert wurde. Dort wurden die Menschen künstlich immer jung gehalten, sie lebten in einem „somatisierten“ Wohlgefühl, das mit regelmässiger Einnahme von Pillen erzielt wurde. Für die ganze Gesellschaft galt „Jeder gehört jedem“., d.h. Familien und enge Partnerschaften hatten sich aufgelöst, Gender-Unterschiede waren bedeutungslos geworden.

Offensichtlich ist unsere Gesellschaft voll unterwegs, mindestens einer Minderheit unserer Wohlfühlgesellschaft die Gaukelei einer “Brave New World“ als Perspektive anzubieten. Harte Landungen (siehe oben) sind unvermeidlich.

 

Die heimlichen Stiftungen agitieren doch

Freitag, den 13. Dezember 2013 um 8:50

Als man vor einem Jahr in Kairo wie in Moskau die ausländischen Stiftungen schliessen und deren Mitarbeiter ausweisen wollte, kam ein grosses Lamento, diese trügen alleine zur Volksbildung bei und würden sich politisch nicht betätigen.

Nun hat der Chef der Adenauer-Stiftung, der Strassburger CDU-Abgeordnete Hans-Gert Pöttering, bestätigt, dass er mit Wissen von Bundeskanzlerin Angela Merkel Box-Weltmeister Vitalo Klitschko und dessen Parteifreunde darin unterstützt hat, den politischen Kampf gegen die ukrainische Regierung zu führen. Die ukrainische Udar gehört dem konservativen EVP-Flügel im Strassburger Parlament an. Sie liess sich von der Adenauer-Stiftung, einer CDU-nahen Organisation, beim Parteiaufbau und der Parteiorganisation beraten. Klitschko will 2015 Präsident der Ukraine werden, Pöttering wird ihm beistehen.

Die unheimliche Tätigkeit der westlichen Parteistiftungen ist immer wieder ein Ärgernis. Sie dienen oft als Einflussinstrumente zur Förderung westlich orientierter Politiker und Parteien. Nicht nur die deutsche CDU, sondern auch die SPD und die FDP verfügen über eigene Stiftungen, die, mit Steuergeldern subventioniert, Demokratie exportieren.

 

Verspielen wir die Schweiz?

Donnerstag, den 12. Dezember 2013 um 10:15

Es sieht so aus, als seien wir eine Nation der „gambler“ geworden, welche die Werte der Schweiz leichtfertig aufs Spiel setzen.

Ganz gross spielt die Schweizerische Nationalbank, die auf Druck der Schweizer Industrie über 110 Milliarden Euro angekauft hat, um den Franken künstlich tief zu halten. Dieser Schneider-Ammann-Bonus an die Exportwirtschaft kann zur Folge haben, dass Bund und Kantone künftig keine Ausschüttungen mehr erhalten. Das ist bitter und dürfte die Budgets weiter unter Stress setzen.

Gambler sind auch SVP-Nationalrat Hans Fehr samt Ehefrau, Bezirksrichterin und Gemeindepräsidentin, die eine Serbin als Putzhilfe schwarz beschäftigten, ohne sie für Sozialleistungen anzumelden. Ebenso gambelt Thomas Minder, der keine Ausländer im Land will, selber aber ausländische Arbeitskräfte sucht.

Grosse Gambler sind unsere Banken, die sich amerikanischem Druck durch sanftes Davonschleichen entziehen wollen. Sie haben ihre Kunden und tausende eigener Mitarbeiter an die internationalen Justizbehörden verraten, um die eigene Haut zu retten. Diese Marketingübung war keine Weltklasse.

Die Zürcher Gemeinden Hedingen, Hausen, Affoltern und Obfelden haben die Steuererträge, die sie von Glencore-Chef Ivan Glasenberg erhalten haben, an Schweizer Hilfswerke überwiesen. Sie wollen kein Blutgeld. Hier ist noch ein wenig vom alten Schweizer Geist zu spüren, der unter dem Druck drohender Wohlstandsverluste schwindet.

 

Fröhliche Ferien im Schweizer Schnee

Dienstag, den 10. Dezember 2013 um 10:10

Jetzt, wo wir endlich entscheiden müssen, in welchem Wintersport-Hotel wir den Jahreswechsel verbringen wollen, türmen sich die Haus- und Gästezeitschriften grosser Häuser auf meinem Pult.

Diese Gästezeitschriften sind ein wahrer Jammer und wenig dazu angetan, mich wirklich in ein bestimmtes Haus zu locken.

Auf der Titelseite Sonnenstühle oder eine Schneebar vor blauem Himmel. Dann begrüsst mich der Hotelier persönlich mit dem reizenden Satz „Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.“ Ja, das stimmt, denn der angepriesene Service ist wegen obligater Personalverdünnung (welches Wort!) ohnehin schwächer als gedacht. Bald folgt dann ein mumienhaftes Gesicht in Schwarzweiss, womit die Tradition des Hauses aus dem 19. Jahrhundert dokumentiert wird. „Unser Ur-Ur-Ur-Grossvater…., der Gründer.“ Oft ein Pfarrer. Was folgt, wird immer monotoner: Wellness, Grill, dann seitenlang PR-Inserate über Skin Care und andere Dinge, die man sich oder anderen „von Herzen“ schenkt.

Schreiben können die Schweizer Hoteliers und ihre Marketingmitarbeiter schon lange nicht. Beschreiben, wie schön es im Bündnerland oder in Adelboden oder im Wallis ist, schon gar nicht mehr. Die „elanguage“ hat sich durchgesetzt.

Jedes Hotel hat auch „die schönsten Pisten“ und bietet Mode „young & beautiful“. Über 50 erhält man kein Angebot mehr. Dafür wird die Eitelkeit der Hoteliers, die regelmässig melden, wo sie mit ihren Kindern die Ferien andernorts verbringen, nur übertroffen von derjenigen der Chefs de Service, der Event & Sales-Manager und der F&B-Manager, die in der Realität meist unbedeutend sind und deshalb auch oft ausgewechselt werden.

Relativ neu ist das Bemühen, auch als sozialer Arbeitgeber aufzutreten und ökologisch glaubwürdig zu sein, wo jedermann weiss, dass Wintersport einfach ein ökologischer Luxus ist, was auch der Range Rover bestätigt, der von den Spitzenhotels gerne zum Kauf empfohlen wird.

Wohin gehen wir jetzt? Vielleicht doch ins „Chedi“ von Samih Sawiris nach Andermatt. Dann wissen wenigstens, dass es dort kalt, windig und wenig sonnig ist. Auch geniessen wir die Gesellschaft namhafter Ägypter, Russen und Kasachen, die meistens lustiger sind als die Basler, Berner und Zürcher (-innen), die wir ohnehin schon lange kennen und deren Neuigkeitswert gering ist.

Happy Holidays.

 

Einfach ausgeliefert….

Montag, den 9. Dezember 2013 um 9:42

Ich kenne niemand, der sich auf Bundesrat Didier Burkhalter als neuen Bundespräsidenten der Schweiz freut. Als oberster Gesundheitschef der Schweiz, der die Probleme der Krankenversicherten so wenig lösen konnte wie die der Versicherer, nahm er einen schnellen und eher ruhmlosen Abgang. In seiner Aufgabe als Aussenminister der Schweiz hat man fast gar nichts von ihm vernommen. Die Schweiz ist heute in Europa isoliert, aus dem Club der G 20 wurde sie trotz persönlichem Einsatz von Didier Burkhalter in Australien herausgeworfen. Für die USA sind wir unbedeutend, es sei denn als Geheimdienststation.

Rolf Soiron, ein sehr intelligenter Mann, ist deshalb besonders gefährlich, weil er bei kritischen Themen und Fragen sehr beherrscht antworten kann. So hat er im „Magazin“ des „Tages-Anzeiger“ vor kurzem den Basler Daig im Alleingang vertreten und verteidigt. Sein belgischer Charme europäischen Zuschnitts, dazu eine Beharrlichkeit, wie kaum ein Alemanne sie aufzuweisen vermag, machen ihn derzeit zum überlegenen Befürworter der Personenfreizügigkeit. Soiron sagt: „Auch die Schweiz mit neun Millionen (Anm. Menschen) wird sich organisieren können.“ Für den Schweizer Politik- und Geldadel, dessen Mitglieder sich, einschl. der Sozialdemokraten, meist in sozial abgehobenen Quartieren angesiedelt haben, trifft dies zu. Nicht aber für jene 98% aller Schweizer, die sich auf den Strassen „ihrer“ Städte und in den öffentlichen Verkehrsmitteln angesichts vieler Ausländer als Fremde vorkommen. Im Tessin und im Kanton Genf sind daher bereits radikale Bewegungen („mouvements“) an die Macht gekommen.

Nicht minder apodiktisch tritt der Ziehsohn der Basler Grossbourgeoisie, Urs Leugger-Eggimann, der Generalsekretär von Pro Natura, in Erscheinung.  Einer Delegation aus dem Wallis, angeführt von Staatsräten, erklärte er: „Die Rückkehr des Wolfs ist unvermeidlich.“ Leugger möchte die in der Schweiz lebenden Menschen in immer enger überbauten Gebieten einzonen und seinen Wölfen freien Lauf geben.

Didier Burkhalter, Rolf Soiron und Urs Leugger-Eggimann haben überaus starke Interessengruppen hinter sich, die jederzeit Macht und Geld einsetzen können, um ihren Willen gegen den Rest des Landes durchzusetzen. Der Volkswille spielt in allen drei Fällen keine wirkliche Rolle mehr.

 

Warum waren „Wir Schweizer“ im TV ein Flop?

Mittwoch, den 4. Dezember 2013 um 9:41

Mit weniger als einer halben Million Zuschauern pro Sendung war die aufwändige Produktion des Schweizer Fernsehens „Wir Schweizer“ ein Flop. Wer dort geworben hat, wird ein Drittel der Werbekosten zurückfordern dürfen, weil die erwarteten Zuschauer sich nicht einstellten.

Es gibt zwei Gründe für diesen Flop:

  1. Es gibt immer weniger Schweizer, die sich für derlei Serienfilme im Stil der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts interessieren. Die der Heimat noch mehr verbundenen Menschen über 65 Jahren sind intellektuell und informationstechnisch völlig überlastet; sie wollen nur noch ihre Ruhe und ihren Frieden haben, aber nichts mehr Neues hören. Wer dann noch Morgarten infrage stellt, hat bei ihnen ganz verloren.
  2. Der schwerfällige Deutschschweizer Regiestil entspricht immer weniger den Ansprüchen der jüngeren Generation, die an rasche plakative Plots und Figuren gewöhnt ist. Ein Werner Stauffacher interessiert sie so wenig wie ein Alfred Escher. Die Kämpfe der alten Schweizer sind für sie unverständlich.

Was ist daraus zu lernen? Natürlich interessieren sich mehr als eine halbe Million Menschen im Land für die Schweiz und ihre Geschichte. Es müssten aber durchgehende Stories sein, die aufzeigen, was Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet. Der heutigen Jugend ist vielfach Angst vor dem Morgen. Der gewaltige Zeit- und Entscheidungsdruck, der auf den unter 50jährigen liegt, ruft nach Filmen über die Schweiz, die aus der Vergangenheit Lehren für das Heutige ziehen.

Das Schweizer TV wird trotz oder wegen eines hoch intelligenten Generaldirektors immer mehr zum Flop-TV, weil dort die Haltung zu den heutigen Schweizern immer weniger stimmt. Diego Yanez hat die Konsequenz gezogen und ist ausgestiegen. Das ist jammerschade für alle, die ein qualitativ hochstehendes Fernsehen aus der Schweiz und für die Schweizer erwarten.

 

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog