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Bauer, Journalist oder gleich Sklave?

22. November 2013 um 14:18

Mit 65 000 Bauern werden noch ein Prozent des BIP erwirtschaftet, wahrscheinlich schon weniger. Ohne staatliche Subventionen hätten wir vielleicht noch 15 000 Bauern. 22 000 Menschen sind in der Schweizer Werbebranche beschäftigt.  Sie erwirtschaften 1,35% des BIP, was auf eine höhere Performance als bei den Bauern schliessen lässt. Etwa 5000 PR-Berater im Land (niemand hat genaue Zahlen) erwirtschaften etwa ein Viertel des Umsatzes der Werbebranche und damit etwa die Hälfte des BIP-Anteils der Schweizer Landwirte. Die Wertschöpfung der im freien Markt kämpfenden kreativen Dienstleister ist damit um ein Vielfaches höher als das der in allen Schweizer Parlamenten bestens vertretenen Landwirte.

Viele Journalisten sind nach Meinung der Edelfeder Constantin Seibt (tagi) zu „Tretmühlenschreibern“ abgesunken. Der von seinem Vater genetisch begünstigte Seibt verlangt von den Journalisten „mehr Stil“, damit sie sich, wie die Verleger auch, im Wettbewerb besser behaupten. Seibt legt die Latte hoch, unterstellt er doch der NZZ gleichzeitig, im Kattunkleid des 20. Jahrhunderts zu formulieren, was an der Falkenstrasse, die zu Kräftigerem selten taugt, noch ein schwaches Kopfschütteln auslösen wird. Immerhin hat der einstige Linksradikale (nicht ganz so radikal wie sein amtierender Chefredaktor Res Strehle) damit den Handschuh für eine Chefredaktion in den Ring geworfen.

Wer nicht Bauer und Journalist werden will, kann sich gleich ganz versklaven lassen. Dies unterstellt der stets muntere Roger Köppel seinen Medienkollegen der SRG. Diese seien zwar wirtschaftlich gut gehalten, müssten sich aber an enge Spielregeln halten, die eines echten Journalisten unwürdig seien. Er ist damit einig mit Antoine de Saint-Exupéry, der in der „Stadt in der Wüste“ schrieb: „Willst du ein Volk versklaven, dann umgebe es mit einem Zaun, gib ihm zu essen, aber nichts (Anm. Gescheites) zu tun.“

Staatsbauern und staatliche Medien sind tatsächlich ein Ärgernis, halten sie doch beide etwas am Leben, das längst dem Untergang geweiht ist. Wer unabhängig denken und schreiben kann, wozu auch einige, aber sehr wenige Journalisten zählen, ist heute privilegiert. Er ist auch gefährdet, denn das Volk und die Leser ziehen die geistige Windstille im Schutz der Macht der eigenen Freiheit vor. Das geschützte Leben im Menschenzoo hat seine Vorteile.

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