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Der Tanz der Milliardäre

14. November 2013 um 7:55

Ist Europa noch das Mutterland der Demokratie? Betrachten wir uns die Gegenwart, weist wenig darauf hin. Vielmehr erleben wir zunehmend einen Tanz der Milliardäre, welche die geschwächten Staatswesen führen wollen.

Silvio Berlusconi hat mit seinen TV-Tänzerinnen während 20 Jahren den italienischen Mittelstand verführt. Er hat dem Land partout nichts gebracht, dem Süden so wenig wie dem Norden. Bedrückender ist das Fundament der sich demokratisch nennenden Parteien in Italien, die in der gleichen Zeit auch nichts zustande gebracht haben.

Andrej Babis, Unternehmer in Zug/Schweiz, hat soeben  in Tschechien das Kommando übernommen. Dem Milliardär wirft man vor, er sei ein ehemaliger kommunistischer Geheimdienstler, was Babis leugnet. Aber wie will man als armer Mann zu Geld kommen, hat man nicht Visionen („redbull“), erobert man nicht ein Monopol („Formel 1“) oder heiratet man nicht mindestens anständig (Philippe Hildebrand)?

In der Schweiz bestimmen zwei Milliardäre das Schicksal der SVP: Dr. Christoph Blocher, Chefstratege und Chemie-Industrieller, und Autoimporteur „Walti“ Frey, der als ganz stiller Finanzchef der SVP Schweiz das Ruder führt. Man fragt sich nur, wo in dieser Partei die Demokraten zu finden sind, die der kohärenten Führungsspitze mit „Sonnyboy“ Toni Brunner als Parteipräsident die Vorgaben machen..

Frank Stronach, in Zug(Schweiz) als Automobil-Zulieferant ansässig, konnte in Österreich gerade noch verhindert werden. Der Glaube, man könne mit viel Geld einen bunt gewürfelten Haufen ehrgeiziger Drittklass-Politiker zu einer Partei formen, löste sich in Nebel auf. Ein besonders aparter Fall ist das Fürstentum Liechtenstein, wo eine aus dem Reich der Habsburger stammende Adelsfamilie mit Milliardenvermögen den absoluten Zugriff hat, in die Verfassung aber den Passus einbauen liess, das Volk dürfe sie auch abwählen. Das Volk, politisch weitgehend entmündigt, lässt es sich gut gehen und denkt nicht an Abwahl, denn der Horrer vor der selbstgewählten Freiheit ist angesichts der Nachbarn viel zu gross.

In den USA, Japan, Indien und Grossbritannien, um nur einige zu nennen, regieren die Vertreter von Oligarchien, ganz wie in China auch, wo die Kommunistische Partei soeben ihre Macht bestätigt hat. Auch dort sind Milliardärsfamilien der Humus, auf welchen die „Volksherrschaft“ (Demokratie) blüht. Wie die Dinge laufen, besteht nicht die geringste Aussicht, daran könne sich etwas ändern.

Die Schweiz ist insofern allerdings erstaunlich anders, als eine Handvoll junger Leute hier einen Aufstand auslösten, indem sie im Rahmen einer 1:12-Initiative die Grossverdiener herausfordern. Das ohnehin geschwächte Schweizer Bürgertum hat dem mit grossem finanziellem Aufwand nicht allzu viel entgegen gesetzt. Es sind die Spitzenfunktionäre der grossen Verbände (économiesuisse, Schweiz. Gewerbeverband, Arbeitgeberverband), welche den Abwehrkampf führen. Wenn sie eine 30prozentige Zustimmung verhindern können, darf ihr Einsatz als Erfolg gelten.

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