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Tagesarchiv für 8. November 2013

Krise und Parteien

Freitag, den 8. November 2013 um 15:27

Weil die Schweiz bisher von einer echten Wirtschaftskrise, wie sie in der EU und in den USA der Fall ist, verschont wurde, haben unsere Parteien auch noch keinen Grund gesehen, ihre langjährige Praxis zu ändern.

  • Die deutschen Parteien sind zunehmend nicht mehr willens und in der Lage, grosse Ansiedlungen in Nordrhein-Westfalen und in Ostbayern vor dem Niedergang zu retten. Deshalb findet dort eine „Re-Kommunilasierung“ statt, wo die Bürgerinnen und Bürger ihr Schicksal selber in die Hand nehmen. Solches findet bei uns höchstens in den entferntesten Bergtälern des Tessin statt.

In der Schweiz ist es vielmehr so, dass die Gemeinden langsam aus- und absterben, ganz dramatisch in den Tälern Graubündens, nicht viel weniger im Wallis und im Berner Oberland. Schon heute werden zehntausende von Milizpositionen in den Gemeinden nicht mehr professionell besetzt, weshalb vielerorts die kantonalen Ämter die Regierungsgewalt de facto übernommen haben.

Der Kanton Glarus hat die Zahl seiner Gemeinden auf drei reduziert.

  • In den Ballungszentren unserer Metropolitan-Regionen Zürich, Basel und Genf-Lausanne sammeln sich Menschenmassen, die aufgrund der Öffnung der Landesgrenzen nicht mehr überschau- und kontrollierbar sind. Das ist gut für das Gesundheitswesen und die boomende Bauindustrie; beide würden ohne Ausländer zusammen brechen.

Daraus entwickelt sich – vor allem in den Ämtern – der Beruf des „Sozial-Ingenieurs“. Er geht hervor aus den Tätigkeiten von Psychologen und Psychiatern, Sozialbetreuern, Pfarrern, Marketingberatern und PR-Beratern. Der „Sozial-Ingenieur“ hat die Aufgabe, die Konsequenzen dieses Völker-Booms zu erkennen und aus undefinierten Massen steuerbare Mengen zu machen. Eine grosse Rolle spielen die Medien: Während SRG, NZZ und „Der Bund“ die herkömmliche Ordnung noch bewahren möchten, lösen die elektronischen Medien diese Ordnung auf. Engagierte Medien, wie die „Weltwoche“ und die „Basler Zeitung“, aber auch die WOZ oder „Der Monat“ suchen eigene Positionen aufzubauen, die aber nur von wenigen geteilt werden.

Weil Schulen, Kirchen und die Schweizer Armee, welche einst den Zugriff auf das Volk hatten, laufend an Bedeutung und Prestige verloren haben, ist die einst gesellschaftlich stabile Schweiz in Auflösung geraten. Politische Saubannerzüge, wie die Minder- oder die 1:12-Initiative, gewinnen damit an Durchschlagskraft.

Sozial-Ingenieure findet man beim Staat und angeschlossenen Instituten, aber auch in der Wirtschaft und deren Verbänden. Sie haben noch kein klares Profil, aber eine Aufgabe vor sich, die an künftiger Bedeutung nicht unterschätzt werden kann.

 
     
     
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