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Tagesarchiv für 1. November 2013

„Die Welt verstehen“ nach Zürcher Art

Freitag, den 1. November 2013 um 9:00

Es gibt Bücher, welche derart gelungen sind, dass deren Leser nur mit leidender Verachtung an jene Menschen denken mag, die einen „Kindle“ für das Höchstmass des Fortschritts halten. Dieses gültige Mass an verlegerischer Perfektion hat soeben das Schweizerische Institut für Auslandforschung vorgelegt mit dem über 500seitigen Band „Die Welt verstehen“. Schon der von Herausgeber Dr. Dr. h.c. Martin Meyer, im Nebenamt Präsident des mit der Uni Zürich assoziierten noblen Instituts, sonst als Leiter des Feuilletons der „Neue Zürcher Zeitung“ bekannt, und Autor bemerkenswerter Biografien (zuletzt „Camus“ im Hanser Verlag), gewählte Titel vermittelt einen Anspruch, der heute selten geworden ist. Dies gilt umso mehr als in unseren engeren politischen Kreisen erneut und nicht ohne Grund heftig diskutiert wird, ob die Schweiz überhaupt eine Aussenpolitik brauche, wo wir doch während Jahrzehnten mit einer reinen Aussenwirtschaftspolitik viel glücklicher gewesen seien.

Zum 70jährigen Bestehen des in Kurzform SIAF genannten Instituts legt Martin Meyer nun die wichtigsten Reden aus den letzten gut sechzig Jahren intellektueller Auseinandersetzung vor. Der Bogen der 35 Beiträge erfasst viele der bedeutendsten liberalen Intellektuellen, Politiker und Wirtschaftsführer der westlichen Welt. Der Osten und Süden der Welt bleiben nicht dunkel, sondern werden aus westlicher Sicht beleuchtet.

Zu den wesentlichen Konklusionen zählt Martin Meyers wohlerwogene Aussage „Die langfristige Produktivität mit Prämien für Wohlstand und Daseinssicherheit entschied im Grunde genommen à la longue wesentlich über die Lebensfähigkeit eines Herrschaftssystems, selbst wenn es der Macht vorübergehend gelingen konnte, Erfolg zu stilisieren und Misserfolg zu kaschieren.“ Was er auf die planwirtschaftlichen Gesellschaften bezieht, darf heute auch als Vorlage für eine ganze Reihe von OECD-Staaten gelten.

Natürlich ist dieses im Verlag der „Neue Zürcher Zeitung“ erschienene Buch, das mit einer gehaltvollen Grafik auch zum Lesen reizt, ein ideales Weihnachtsgeschenk, sei es für den Grossvater oder den Enkel. Aussenminister Didier Burkhalter wird es hoffentlich auch lesen, war er in dieser Weltgesellschaft à la Zurichoise doch 2012 auch Referent zu dem von ihm gewählten Thema „Die Schweiz – das liberalste Land in Europa“.

 
     
     
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