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Wahlkampf: Wer ist die Maus, wer der grosse Kater?

31. Oktober 2013 um 9:00

Um welche Partei handelt es sich wohl, deren Kader sich gegenseitig loben „You made a great job?“, deren Präsident sagt: „Wir haben einen beachtlichen Weg hin zur politischen Kampforganisation zurückgelegt“, der den „Drive“ seines Parteisekretärs lobt, „ohne jeden Hang zur Selbstdarstellung“. Letzteres ist sehr wichtig, denn bekanntlich sind Politiker keine Selbstdarsteller, sondern Fremdanliegen-Verwirklicher.

Man glaubt es kaum, es handelt sich um die FDP des Kantons Zürich. Der scheidende Sekretär David Müller bestätigt: „Wir haben weder einen Grosssponsor noch ein vom Finanzsektor geäufnetes Kässeli.“ Ich habe auch nie angenommen, dass Craig Dougan von jenen Millionen Franken, die er aufgrund eines „Fehlers“ des CS-Verwaltungsrates unter Walter Kielholz (FDP-Mitglied) irrtümlicherweise erhielt, auch nur einen für die Schweizer FDP-Politik abgegeben hat.

Weshalb eine derart verarmte Kleinpartei, deren Parteiorgan „Zürcher Freisinn“ noch im Stil der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts daherkommt, nun eine Kampagne „Liberaler Widerstand“ gegen linke Anmassung auf sich genommen hat, lässt sich nur damit erklären, dass die Wirtschaft Geld an die Parteien meist nur noch projektbezogen abgibt.

„Tasche zu“, sagte der legendäre Basler Privatbankier Alfred Sarasin, wenn man ihn um Spenden anging für Nichtbasler Parteien, seien so noch so bürgerlich-liberal. Und er demonstrierte es, indem er einen virtuellen Reissverschluss an beiden Hosentaschen mit den Händen hochzog. Von derlei Sparsamkeit hatte die Bank nicht viel, denn sie wurde von den Erben erst an die holländische Rabobank und von dieser an die brasilianische Familienbank Safra weitergereicht.

Der in Zürich offensichtlich wiederbelebte Freisinn hat jedoch mit Philipp Müller einen nationalen Präsidenten, der soeben die „grüne Revolution“ in seiner Partei ausgerufen hat. Er tat dies zwar nur in einem Interview in einer Tageszeitung, schuf damit parteiintern aber sofort Unfrieden. Einer der letzten talentierten FDP-Politiker im Kanton Bern, Nationalrat Christian Wasserfallen, Vizepräsident der FDP Schweiz, verteidigte die AKW-Befürworter in der FDP-Fraktion. Müller schob den trotzigen Berner dafür sofort in die Ecke.

Gleichzeitig wurde Philipp Müller von einem Stärkeren abgedrängt: Dr. Christoph Blocher, der die FDP-Bundesräte unwählbar nannte, wenn sie zu den Grünen überliefen. Irgendwie erinnert das Ganze an Walt Disney, wo das freche Müller-Mäuschen sich aufbäumt gegen den grossen Blocher-Kater-

Jetzt wollen wir einmal sehen, wer in Bern „the great job“ macht; das Wahlkampffieber ist bereits voll ausgebrochen.

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