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Tagesarchiv für 16. Oktober 2013

Demokratie ohne Substanz

Mittwoch, den 16. Oktober 2013 um 9:00

Nur jeder siebente Italiener liest noch eine Zeitung; das Ergebnis heisst „20 Jahre Berlusconi“. In den USA westlich der Ostküste gibt es kaum noch Regionalzeitungen, die über lokalen Tratsch hinaus intelligent berichten. Nur noch wenige US-Amerikaner wissen wirklich, was sich jenseits ihrer Landesgrenzen abspielt; das Unwissen reicht bis weit hinauf in die sogenannten Parteien und die Regierung. In Deutschland haben Jugendliche, die im ehemaligen Ostdeutschland zur Schule gehen, einen 2-3jährigen Bildungsvorsprung vor ihren Kollegen im Westen, Der Grund: „Strenge“ Lehrer, die noch im Geist der ehemaligen DDR ausgebildet wurden, keine „Wohlfühl“-Lehrer wie im Westen.

Wer nicht lernen will oder wem nichts beigebracht wird, wie in der Schweiz, wo neuerdings nicht mehr „Wissen“ sondern „Kompetenzen“ vermittelt werden sollen, braucht die Medien. Was im kollegialen nachbarschaftlichen Gespräch vermittelt wird, ist meist auch nicht mehr als ein Abklatsch dessen, was in Radio oder TV zu hören oder zu sehen waren.

Nun hat uns Ingrid Deltenre, die vormalige Schweizer TV-Direktorin zur Zeit von Armin Walpen, wissen lassen, dass sie die erste war, die seinerzeit dort eine Unternehmensstrategie einführte; zuvor habe es dort „nur eine journalistische Führung“ gegeben. Die älteren Semester, welche die vor-Deltenre-Zeit noch erlebten, mögen sich wundern, denn das Informationsangebot war dort seit Ende des Zweiten Weltkriegs mit markanten Gesichtern am Bildschirm eindeutig qualitativ hochstehend. Wer heute die „Tagesschau“ oder „10 vor 10“ erlebt, sehnt sich eher nach jener Substanz, ,die wir einmal hatten. „Arena“, „Rundschau“ und „Zitschtigsclub“ mögen für müde Bauern oder engagierte Verkäuferinnen etwas Ablenkung bieten, sind aber für anspruchsvollere Schweizer, wie tamedia-Direktor Peter Rothenbühler schrieb, kaum noch relevant.

Ingrid Deltenre, die sich heute gerne „Herrin über Europas TV“ nennen lässt („Blick“), was eine ziemliche Übertreibung ist, denn mehr als Koordination liegt nicht drin, lobt sich heute: „Ich habe mit der Politik, der Wirtschaft und der Kulturszene eine gemeinsame Zielsetzung entwickelt.“ Da wüsste man gerne mehr, wie man sich diese Gespräche vorstellen muss, die ein derlei schwaches Schweizer TV von heute zur Folge haben, das sich nur mit Zwangsgebühren auch für Nichtzuschauer über Wasser halten kann.

Von Roger de Weck und seiner Camarilla hat sich die wahre Schweizer Intelligenz, die nicht eingebunden ist in die Kraftfelder unserer halbstaatlichen SRG, mehr versprochen. Ingrid Deltenre hat kaum nennenswerte Spuren hinterlassen, de Weck hat bisher die zunehmende Trostlosigkeit und Scheinfröhlichkeit verwaltet.

Natürlich kann man ein Schweizer Fernsehen als intellektuelle Notnahrung für den geistigen Mittelstand machen, der sich johlend auf die Schenkel schlägt, wenn beim Jass oder bei Giacobbo der richtige gewinnt. Wer sieht, wie weite Teile des Landes in einer Welle roter Zahlen zu versinken drohen, wie Steuer- und Gebührenerhöhungen den Lebensstandard auch des oberen Mittelstandes bedrohen, wie die Schweiz heute näher zur EU gepeitscht wird, der fragt sich, ob die Schlafpille SRG nicht gewollt ist. Ingrid Deltenre hat den Journalismus enthauptet, Roger de Weck denkt nicht daran, ihn wieder zu wecken.

Weltenergie-Konferenz übersieht die Schweiz

Mittwoch, den 16. Oktober 2013 um 9:00

Derzeit findet in Daegu/Südkorea die Weltenergie-Konferenz statt, von welcher man bisher in der Schweiz schon deshalb keine Berichte lesen konnte, weil die Schweiz dort als Faktor nicht zur Kenntnis genommen wird.

Nicht einmal aus Deutschland ist ein einziger Minister angereist, obwohl  Angela Merkel eine Energiewende angestossen hat, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Von den 50 Ministern, die derzeit in Daegu tagen, weiss keiner von der deutschen Energiewende. Über die Leuthard’sche Energiewende à la Suisse ist gleich gar nichts bekannt. Wie das?

Angela Merkel wurde nach Fukushima in die Energiewende hineingestossen, weil sich Firmen, wie Siemens, davon ein Milliardengeschäft versprachen. Sie hat die Energiewende kurz vor den Wahlen im für die CDU wichtigen deutschen Bundesland Baden-Württemberg entschieden. Jedoch ohne Erfolg, denn die Grünen haben in Stuttgart gewonnen.

Die Rede war von einem wahren Exportwunder, das Deutschland erleben würde, wenn es der Welt vormache, wie dies funktioniert. Das einzige, was bisher funktionierte, waren Dutzende von Milliarden Euro an Steuergeldern, die im heissen Ofen der grünen Ideologen verbrannt wurden. Ein Land folgte Deutschland: die Schweiz.

Weder Japan noch ein anderer Staat wollen auf Kernkraftwerke künftig verzichten. Die BRIC-Staaten wie die Länder der Dritten Welt wollen mehr Energie um jeden Preis. Das Weltenlenker-Team Merkel/Leuthard weiss seinen Völkern nur eines zu versprechen: Höhere Kosten, steigende Preise, Erfolg unsicher.

 
     
     
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