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Tagesarchiv für 14. Oktober 2013

Warum die Kirchen noch mehr Menschen verlieren werden…

Montag, den 14. Oktober 2013 um 10:00

Papst Franziskus hat der Römisch-Katholischen Kirche seit seinem Amtsantritt einen massiven Imagebonus verschafft. Wie die Landeskirchen ihn nutzen und vergrössern, das ist die entscheidende Frage. Die Weltkirche dringt heute tagesaktuell dank der Medien bis in das letzte Dorf hinein; Rom macht Mut.

Unmut löst seit Wochen der deutsche Landesbischof aus Limburg an der Lahn aus, Tebartz-van Elst. Dieser, für seine Gläubigen nur schwer zugängliche, leicht magersüchtige Dienstherr mit dem überaus ehrgeizigen Blick eines Wall Street-Bankers hat sich für über 31 Mio. Euro eine neue Residenz bauen lassen. Eigentlich ist dies Kleingeld, gemessen an dem Aufwand, den Bischöfe früher getrieben haben. Doch heute rebellieren die ihnen untergebenen, oft keineswegs wohlhabenden Kirchenbank-Christen; sie rebellieren lauter denn je mit Hilfe der Medien, die mit jedem Skandal ein Stück ihrer Lebensberechtigung beweisen wollen.

Die rk Kirche wird noch mehr Menschen verlieren, weil die Kirchenfürsten, die Bischöfe vor allem, keine Menschenführer mehr sind. Zwischen dem Bischof in Chur und Gott steht nur der Papst. Die anderen Schweizer Bischöfe haben gelernt, mit der Schweizerischen Bischofskonferenz zu leben, aber „Einigkeit im Geiste des Herrn“ sucht man dort vergebens.

Abt Martin Werlen, der in gut vier Wochen als Leiter des Klosters Einsiedeln zurück tritt, geniesst im Schweizer Volk von allen Priestern im Bischofsrang die grösste Beliebtheit. Er hat nicht nur das zuvor hoch verschuldete Kloster finanziell saniert, ist mit seinen jugendlichen Auftritten auf dem Skateboard und seinen „tweeds“ bestens angekommen, sondern hat mit der Publikation „Die Glut unter der Asche entdecken“ auch theologisch eine heute weltweit anerkannte Publikation vorgelegt, die in viele Sprachen übersetzt wurde. Abt Werlen, der von der Schweizerischen Bischofskonferenz den Auftrag hatte, für die rk Kirche in der Schweiz eine bessere Kommunikation aufzubauen, ist an seinen Kollegen im Bischofsrang gescheitert. Sie können das nicht leisten und wollen es nicht leisten.

Die Gläubigen in den Chillebänken sind indischen, afrikanischen, polnischen und anderen Priestern der Weltkirche ausgeliefert, die mit unserem Land nur selten vertraut sind. Sie tun ihr Möglichstes, aber das ist zu wenig, um die Kirche, „Miteinander“, wie Abt Martin schrieb, wieder in Schwung zu bringen. Abhilfe ist nicht in Sicht.

Der Evangelisch-Reformierten Kirche in der Schweiz geht es nicht besser. Jeder Pfarrer kann in seiner Gemeinde im Prinzip tun und lassen, was er will. Das Berner Kirchenoberhaupt beschleunigt hie und da sein geistliches Fahrzeug, um dann wieder in den Trott der Jahrhunderte zurück zu fallen.

Die Menschen flüchten deshalb zu den Freikirchen, die von den Menschen und ihren Spenden leben und sich daher mehr Mühe geben. Die beiden Staatskirchen sind aufgrund der Zwangskirchensteuer, die Private wie Firmen zahlen müssen, dick und fett geworden, nicht viel anders als die Schweizer Bankiers vor der Krise ihres Bankgeheimnisses.

Kein gläubiger Christ wird dieses religiöse Trauerspiel ernst nehmen können. In den Kirchenbänken sitzen viele Alte und immer seltener junge Menschen. Die Abrissbirne droht über den Gotteshäusern, denn Gott führt dort ein Schattendasein.

 
     
     
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