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Wie man einen Deutschen verliert

20. September 2013 um 9:30

Klaus-Michael Kühne ist der reichste Einwohner des Kantons Schwyz, einer der zehn reichsten Deutschen und einer der reichsten Männer der Welt. Als junger Mann ist er mit dem Porsche auf die Lenzerheide gerast, wo er heute noch ein Chalet hat, das keinen besonderen Eindruck macht.

Kühne, dessen beide Stiftungen gerne und oft auch in der Schweiz investierten, ist seit einigen Jahren geistig wieder ausgewandert. Er kauft ein Luxushotel in Hamburg, baut ein Superluxushotel auf Mallorca, kauft Fussballspieler für den HSV und ist jetzt im Begriff, den HSV Hamburg wieder auf die Beine zu stellen.

Kühne hat eine halbe Milliarde Franken in die Hamburger Hapag Lloyd gesteckt, die Flaggschiff-Flotte der Deutschen. Er wollte nicht, dass sie in die Hände asiatischer Unternehmer fällt.

Kühne ist Deutscher geblieben und hatte, obwohl Einwohner von Schindellegi/SZ, nie die Absicht, Schweizer zu werden. Ähnlich wie Klaus J. Jacobs, der aus Bremen stammte, ist es der Schweizer Gesellschaft nie gelungen, diese Tycoons zu integrieren. Brady Doogan, der amerikanische CEO der CS-Gruppe, wohnt bekanntlich in Erlebenbach am Zürisee, ist aber jedes Wochenende, das er zur Verfügung hat, vorzugsweise bei seiner Familie an der US-Ostküste.

Die Schweiz zieht ausländisches Geld und ausländische Führungskräfte an, aber sie kann sie auf Dauer nicht halten. Diesen Integrationsprozess braucht es aber, damit aus der kleinen Schweiz ein wirklich grosses Land wird.

Ein Kommentar zu “Wie man einen Deutschen verliert”

  1. David G.

    Das Grössere hat eben nicht im Kleineren Platz. Der Schweiz gelingt es ja auch oft nicht, die anspruchsvoller sendenden oder Entfaltung suchenden, hier aufgewachsenen Schweizer zu integrieren bzw. zu binden. Der Nährboden für weitreicherndere Visionen ist noch wenig fruchtbar, Kleingeistigkeit und Überorganisation (Kontrolltrieb wegen immensem Sicherheitsbedürfnis) schrecken ab.

    Überhaupt ist Integration ein Allgemeinplatz, dem zumindest bei mir kaum klare Vorstellungen folgen. Von den potentiell mehrheitsfähigen Pferden fände ich Selbst- und Mitbestimmung, Innovationswille, strikte, unabhängige Rechtsstaatlichkeit und humanitäre Milde (Linderungspflaster) die aussichtsreichsten Schweizer Haltungen.
    Schön und Danke, dass dieser Blog mit seinen interessanten Beobachtungen und Reflektionen wieder lebt!
    Aus Liebe zur Schweiz….

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