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Tagesarchiv für 13. September 2013

Sind unsere Spitzenpolitiker zweitklassig?

Freitag, den 13. September 2013 um 8:00

Der Auftritt als Risiko

Seine Lust am Job verloren hat offensichtlich Bundespräsident Ueli Maurer. Der bekannte „Grasschmöcker“, der bis zu 30 Grassorten am Geschmack unterscheiden kann, benimmt sich im Bundeshaus bei offiziellen Anlässen wie ein Rocker.

Einen Kameramann des Schweizer Staatsfernsehens, der seine Pflicht mit einer Nahaufnahme erfüllen wollte, nannte er „Aff“, eine in der Landwirtschaft übliche freundliche Aggression, die aber in der urbanen Schweiz als Beleidigung verstanden wird. Maurer, von seinem Sieg in der nationalrätlichen Gripen-Debatte offensichtlich genervt, wich weiteren Journalisten aus mit der offenherzigen Bemerkung „Mit stinkt’s“.

Wer sich an Philipp Müllers, des Parteipräsident der FDP-Schweiz, Bemerkung „Arschloch“ erinnert, worüber sich Sergio Ermotti, der Konzern-CEO der UBS, wenig erfreut zeigte, muss sich fragen, ob unsere Spitzenpolitiker in Bern wirklich internationalen Massstäben Genüge leisten.

Natürlich ist bekannt, dass gerade US-Präsidenten, allen voran Richard Nixon, über ein Arsenal von Flüchen verfügten, das oft als ausserordentlich bezeichnet wurde. Die katholisch geprägten Flüche von Franz-Josef Strauss waren ebenfalls legendär, wurden aber durch Weihrauch und Myrrhe gemildert.

Eines ist klar: Vorbildfunktionen können einem solchen Verhalten nicht zugeschrieben werden. Die zivile Tonart scheint in Bern gefährdet zu sein.

Der alte Auftritt als Risiko

  • Vor einigen Tagen habe ich im Wirtschaftsforum Südostschweiz in Chur den Vorschlag gemacht, das touristische Graubünden künftig mit der neuen Marke „MONTAGNA“ vorzustellen. Dies, weil kein Asiate oder Lateinamerikaner den Namen „Graubünden“ verstehen oder sogar aussprechen kann. Mit einem neuen Traumland „MONTAGNA“ können die Bündner gut antreten gegen Kanada oder Neuseeland, Destinationen, welche die Jugend der Welt liebt. Ergebnis: Die alten Bündner protestierten, weil sie die Idee nicht verstanden; die geistig Beweglicheren denken darüber nach. Vor einer Umstellung haben viele Angst, das bedeutet Arbeit.
  • Philippe Gaydoul kämpft um seine Modemarke „Jet Set“; die Umsätze sind zusammen gebrochen. Sagt ihm denn niemand, dass es einen „Jet Set“, der einmal eine Besonderheit war, heute nicht mehr gibt? Fliegen ist eine Massenveranstaltung. Wer einen Privatflieger nutzt (oder mindestens mietet), hat es eilig. Das „dolce vita“ ist heute nur noch global fassbar; es ist flüchtig geworden.
 
     
     
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