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Tagesarchiv für 9. September 2013

Sind Sie Suppe oder Rindfleisch?

Montag, den 9. September 2013 um 8:00

Die einheitliche demokratische Gesellschaft ist, ganz wie im Militärdienst erfahren, die Suppe im Kübel; die meist spärlichen Rindfleischbrocken sind die edlen Stücke der Gesellschaft, die man gerne in seinen Besitz bringen möchte.

Es ist unglaublich, wie in diesen Monaten über den inneren Zusammenhalt der Gesellschaft (Suppe) diskutiert wird. Die Verantwortungsträger in Politik und Wirtschaft beschwören die öffentlich auftretenden Geister, mehr zu dieser unité de doctrine beizutragen, weil sonst die Suppe schlecht würde.

Zur gleichen Zeit kämpfen die „starken Hände“ um immer grössere Brocken (Rindfleisch), die Sicherheit, Wohlstand und Rentabilität versprechen. Sie beschwören ihre Corporate Social Rentability (Verzeihung: Responsibility), damit die Suppe nicht auf die Idee kommen könnte, sie sei nur zum Auslöffeln angerichtet.

Die Politik überschüttet uns mit unsinnigen Aktivitäten, wie es ein Jugendparlament darstellt, dem jegliche demokratische Legitimation abgeht. Jetzt soll diese bisher nationale Institution (mit Steuergeldern gefördert) auf die Kantone ausgeweitet werden. Wieso gerade das Bundesamt für Sozialversicherungen zu derlei finanziell die Hand bietet, muss rätselhaft bleiben.

Derweil geben sich führende Wirtschaftsvertreter grosse Mühe, den windhundschnellen Cédric Wermuth zu bekämpfen, der als Vizepräsident der SP Schweiz die 1:12-Initiative wie ein Guerillakämpfer in den Kantonen, nahe beim Stimmbürger, verankert. Das bürgerliche Lager, die Bedrohung erkennend, setzt Schwergewichte an Glaubwürdigkeit gegen die linken Systemveränderer ein. So warnt Aleksander Berentsen, Professor für Wirtschaftstheorie an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel, in seinem Votum gegen den drohenden „Manager-Sozialismus“: „Wer schon einmal in einem Verwaltungsrat Einsitz genommen hat, weiss, wovon ich spreche.“ Die erschreckten Stimmbürger, von denen kaum einer je einen VR-Saal von innen gesehen hat, werden sich aufgrund solcher intimer Bekenntnisse dreimal überlegen, ob sie dem Lockruf linker Rattenfänger Folge leisten wollen.

Merke: Wer Suppe ist, wird umgerührt; wer an die Fleischbrocken unserer Gesellschaft will, muss im Topf nach rechts rühren, aber die elegante Drehbewegung im Handgelenk beherrschen, die mit einer raschen Linkskurve an die fetten Stücke kommt.

KJS

 
     
     
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