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Müssen Leader leiden?

8. August 2013 um 12:00

George Clooney ist heute wohl mehr ein Europäer als ein Amerikaner; was er für Omega und Nestlé leistet, sollte ihn zum Ehrenbotschafter der Schweiz machen. Er ist ein globaler Leader.

Anderseits wehrt er sich öffentlich gegen einen Hedge Fund-Investor namens Daniel Loeb (nicht zu verwechseln mit Bundespräsident „David“ Maurer), der „kein Gewissen“ habe, weil er Sony zerstören wolle. Ein solches Votum, auch wenn Sony und Clooney Geschäftspartner sind, verrät das Talent zur Leadership. Gegen „Loeb’s“ polemisiert man nicht.

Oder nur bei uns nicht? NZZ-Feuilletonchef Martin Meyer, der mit „homo necans“ unlängst ein unübersehbares Signal gesetzt hat, lässt einige Tage später in der NZZ aus der Feder von  Leopold Federmair publizieren: „Könnte (Anm. „die Verkümmerung der Sexualität in Japan“) an „zivilisatorischer Lähmung“ liegen? Das „ziviliserte Zombietum“ sei ein realer, aber unbewusster Schritt zum Erlöschen.

Sage niemand, die Schweizer Medien seien langweilig, die NZZ zu allerletzt. In der „Basler Zeitung“, die mit Markus Somm einen engagierten Chefredaktor hat, schreibt zur gleichen Zeit Christine Richard über Botho Strauss: „Er setzt den guten, heldenhaften Einzelnen gegen die böse, niedere, primitive Masse. Das ist eine und auch schlimmste Ideologie.“

Wer mit starken Aussagen Leadership anzeigen will, wird sich auch über Markus Häfligers in der NZZ publizierte Äusserung nicht wundern „Ein EWR-Beitritt brächte (Anm. der Schweiz) zwar mehr Wirtschaftswachstum, doch die Schweiz müsste viele politisch heikle Reformen vornehmen.“ Auf gut Deutsch heisst dies, wir können es uns leisten, auf diese Reformen zu verzichten, weil es vielen im Land ohne Reformen gut geht.

Zu den Reformgegnern zählt die NZZ die Pharmaindustrie, die Parallelimporte aus der EU hinnehmen müsste, die Tabakindustrie (Japan Tobacco), die in der EU strengeren Regeln unterliegt, die Swisscom, deren „letzte Meile“ nicht mehr haltbar wäre und die Lex Koller, die man abschaffen müsse.

Leader, so zeigt sich, verteidigen ihren Besitzstand; andere Leader wollen neue Besitzstände schaffen. Das der Domokratie ausgelieferte Schweizer Volk ist zu Recht verwirrt.

KJS

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