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Tagesarchiv für 29. Juli 2013

Reiche Bauern

Montag, den 29. Juli 2013 um 8:18

Die Zentralschweizer Bauern haben es besonders gut gemacht. Sie werden laufend reicher, weil sie als Zentralschweizer Milchproduzenten den Weltkonzern Emmi geschaffen haben, an dessen Aktienkapital sie mit 54,3% beteiligt sind. Die Emmi-Aktie ist ein „high performer“ an der Zürcher Börse und bringt süsse Dividenden in die Grossregion Luzern.

Ebenso die Greyerzer Bauern, die mit einer strengen Produktionsbeschränkung, einer hohen Qualitätskontrolle und exzellentem Markenmanagement nicht nur den Greyerzer Käse zu einem Welterfolg gemacht haben, sondern auch ihre eigene Milch teurer verkaufen können als die Bauern anderer Regionen, zum Beispiel derjenigen, die den bald unverkäuflichen Emmentaler herstellen.

Die Schweizer Winzer haben mit ihren Produktions- und Vertriebskollektiven eher blamable Ergebnisse vorzuweisen, die Walliser „Provins“ allen voran. Die zahlreichen staatlichen Unterstützungen haben nur dazu geführt, dass man die Marketing- und Vertriebsleistungen bei weitem nicht mit jener Konsequenz entwickelte, wie dies die Milchbauern aus der Zentralschweiz und dem Greyerzerland getan haben. Unsere Schweizer Weine, von denen es wenige sehr gute, aber viele mittelmässige gibt, sehen sich nun von einer Marktöffnung bedroht, die aus der Trägheit direkt in die Niederlage führt. Wer die Schliessung von Weinbergen finanzieren muss, das sind letztlich die Steuerzahler, darf wohl kaum als erfolgreich gelten.

Die Schweiz bereitet sich unter Bundesrat Johann Schneider-Ammann auf globale Marktöffnungen vor; das wird dem Binnenmarkt dort nicht gut bekommen, wo er sich selber unter Schutz gestellt hat. Alleine schon deshalb, weil beim Bund wie in den Kantonen in den kommenden zehn Jahren um die Stabilisierung der staatlichen Budgets härter denn je gerungen werden wird, sehe ich schwarz für Subventionsempfänger. Sie werden den Boden unter den Füssen verlieren, wenn sie sich nicht auf eigene Beine stellen.

Was heute den Bauern droht, wird morgen die Tourismusbranche treffen. Die Schliessung abgelegener Täler ist, ganz wie in Italien, Frankreich und Spanien auch, eine beschlossene Sache. Die dort lebenden Menschen werden in den Metropolitanregionen gebraucht, wo sie eine höhere Wertschöpfung erarbeiten können. Die Heimreise am Wochenende wird dann leicht finanzierbar.

 

 
     
     
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