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Tagesarchiv für 8. Juli 2013

Die langsame Verödung der Randregionen

Montag, den 8. Juli 2013 um 9:00

Weil Berns Regierungspräsident Christoph Neuhaus mit dem Rücken zur Wand steht, um jährliche Subventionen anderer Kantone von Fr. 1,2 Mia. zu erklären, sagt er: „Wir versuchen, die Zentren zu stärken, ohne das Land zu schwächen.“ Und warnt: „Aber die Gemeinden müssen mitmachen, sonst funktioniert es nicht.“

Im Klartext heisst dies: Der Kanton Bern fördert jetzt und in Zukunft die regionalen Zentren. In die Randregionen fliesst weniger Geld.

Wer dies nicht glaubt, blicke über den Lötschberg in das benachbarte Wallis, wo die grossen und wohlhabenden Städte im Tal der Rhône vom Kanton höhere Zuschüsse als die Not leidenden Gemeinden in den Bergregionen erhalten. Vom Berg herab strömen deshalb nicht nur die Jungen, sondern auch die Alten, die im Tal mit besserer Versorgung in der Nähe ihrer Familie leben wollen.

Eine solche Politik, wie sie in Bern und Sitten betrieben wird, führt zur langsamen Auflösung der Berggemeinden.

Ebenso ratlos ist man im Kanton Graubünden, der aus einer industriell erfolgreichen Talschaft zwischen Chur und Landquart besteht, wenigen erfolgreichen Tourismus-Stationen (St. Moritz, Davos, Laax) und sonst aus grüner Wüste, die von 15 000 Hirschen belebt wird.

Überall in den Schweizer Bergen fehlt es an Menschen, an Geld und an echten Innovationen, um diese Entwicklung umzukehren. „Die Gemeinden müssen mitmachen“, droht der Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus. Ob das menschliche Potential, dies umzusetzen, in vielen Gemeinden vorhanden ist,  darf bezweifelt werden.

Wie illusionär angesichts einer solchen Entwicklung unsere Chefbeamten und Politiker handeln, zeigt das Beispiel des „Lehrplans 21“.Darin heisst es, dass Schwimmen obligatorisch angeboten werden soll. Viele Gemeinden haben keine Finanzmittel mehr, um das Schulschwimmen zu finanzieren, und es daher abgeschafft. Andere haben keine Schwimmbäder, weil sie es sich nicht leisten können. Die Erstellung solcher Pläne kostet Millionen an Steuergeldern, weshalb es gleich besser wäre, solche Beamtenstellen abzuschaffen, die derlei produzieren.

Was dies auf Dauer für den Tourismus bedeutet, wirkt nicht minder bedrohlich. Wir können Touristen heute schon durch verschiedene Schweizer Urwälder führen, die aber nur für Europäer und einige Amerikaner interessant sind, denn Asiaten wandern nicht gerne. Von einer echten Wertschöpfung kann dann nicht mehr gesprochen werden. Die Berggemeinden leben dann wieder in Rodungszonen, aus denen vor gut tausend Jahren die heutige Schweizer Zivilisation hervorgegangen ist.

KJS

 
     
     
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