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Monatsarchiv für Juli 2013

Palaver, Gelaber, Talkshow.

Mittwoch, den 31. Juli 2013 um 13:38

Warum sind unsere Talkshows am Schweizer Fernsehen so langweilig geworden? In erster Linie liegt es an den Moderatoren, welche die Teilnehmer ihrer Shows nach dem eigenen Sendekonzept unter Kontrolle halten wollen. Es stellen sich deshalb keine Überraschungen, Sensationen, “Unfälle“ ein, welche der Zuschauer eigentlich erwartet.

Der Held oder die Heldin der Show will der Moderator sein, der als Dompteur das Wort erteilt oder gleich gar nicht gibt. Wie bei TeleZüri zu seinen besten Zeiten, kommt es nicht mehr zu dramatischen Wortgefechten, welche die Zuschauer mitreissen oder zu Protesten veranlassen, sondern eher zu gestelzt wirkenden Auftritten.

Die gerade bei uns schlechte Angewohnheit des Schweizer Fernsehens, den „Club“ oder die „Arena“ erst aufzuzeichnen und dann zu senden, wirkt ebenfalls als Wirkungsbremse. Die Angst vor der ungebührlichen Attacke, was immer das sein mag, ist grösser als der Mut, in den reissenden Strom heftiger Diskussionen hineinzusteigen. Die Moderatoren sind einfach nicht stark genug, um dann noch lenkend zu wirken.

Starke Persönlichkeiten, die miteinander sprechen, die keine Angst haben, zum Kern des Themas vorzustossen, das ist es, was die Zuschauer wollen. Der gebremste Schaum, der heute geboten wird, vertreibt die Zuschauer vom Bildschirm.

Das gilt auch für den einstigen Talker-Star Dr. Roger Schawinski, dessen Talent zu einer Maschine verkommen ist, die ohnehin auf SRF 1 einen zu späten Sendetermin hat. Die Zeit des Talkmasters als Killer-Hai ist ohnehin vorbei. Es geht um den Gast und nicht um den Gastgeber.

KJS

 

Reiche Bauern

Montag, den 29. Juli 2013 um 8:18

Die Zentralschweizer Bauern haben es besonders gut gemacht. Sie werden laufend reicher, weil sie als Zentralschweizer Milchproduzenten den Weltkonzern Emmi geschaffen haben, an dessen Aktienkapital sie mit 54,3% beteiligt sind. Die Emmi-Aktie ist ein „high performer“ an der Zürcher Börse und bringt süsse Dividenden in die Grossregion Luzern.

Ebenso die Greyerzer Bauern, die mit einer strengen Produktionsbeschränkung, einer hohen Qualitätskontrolle und exzellentem Markenmanagement nicht nur den Greyerzer Käse zu einem Welterfolg gemacht haben, sondern auch ihre eigene Milch teurer verkaufen können als die Bauern anderer Regionen, zum Beispiel derjenigen, die den bald unverkäuflichen Emmentaler herstellen.

Die Schweizer Winzer haben mit ihren Produktions- und Vertriebskollektiven eher blamable Ergebnisse vorzuweisen, die Walliser „Provins“ allen voran. Die zahlreichen staatlichen Unterstützungen haben nur dazu geführt, dass man die Marketing- und Vertriebsleistungen bei weitem nicht mit jener Konsequenz entwickelte, wie dies die Milchbauern aus der Zentralschweiz und dem Greyerzerland getan haben. Unsere Schweizer Weine, von denen es wenige sehr gute, aber viele mittelmässige gibt, sehen sich nun von einer Marktöffnung bedroht, die aus der Trägheit direkt in die Niederlage führt. Wer die Schliessung von Weinbergen finanzieren muss, das sind letztlich die Steuerzahler, darf wohl kaum als erfolgreich gelten.

Die Schweiz bereitet sich unter Bundesrat Johann Schneider-Ammann auf globale Marktöffnungen vor; das wird dem Binnenmarkt dort nicht gut bekommen, wo er sich selber unter Schutz gestellt hat. Alleine schon deshalb, weil beim Bund wie in den Kantonen in den kommenden zehn Jahren um die Stabilisierung der staatlichen Budgets härter denn je gerungen werden wird, sehe ich schwarz für Subventionsempfänger. Sie werden den Boden unter den Füssen verlieren, wenn sie sich nicht auf eigene Beine stellen.

Was heute den Bauern droht, wird morgen die Tourismusbranche treffen. Die Schliessung abgelegener Täler ist, ganz wie in Italien, Frankreich und Spanien auch, eine beschlossene Sache. Die dort lebenden Menschen werden in den Metropolitanregionen gebraucht, wo sie eine höhere Wertschöpfung erarbeiten können. Die Heimreise am Wochenende wird dann leicht finanzierbar.

 

Föderalismus ohne Substanz

Montag, den 22. Juli 2013 um 16:16

Bekanntlich sprechen die Menschen – und darunter ganz besonders die Politiker – gerne von Dingen, die sie nicht haben. Einer dieser magischen Begriffe, welche die Schweiz des 20. Jahrhunderts geformt haben, ist der Föderalismus. Wie es aussieht, spielt er im 21. Jahrhundert eine geringere Rolle, denn der Zentralismus nimmt auch in der Schweiz zu.

In allen Schweizer Kantonen ist zu beobachten, wie die hoch gepriesene Autonomie der rund 2 800 Gemeinden, schneller als erwartet nachlässt. Weil die Gemeinden selber immer weniger über qualifizierten Führungsnachwuchs verfügen und die Komplexität der Gesetzgebung wie der Verwaltung sehr viel Wissen erfordert, haben die Gemeinden in den letzten 20 Jahren sehr viel Verantwortung an die kantonalen Führungsstäbe abgegeben. Die Gemeindeautonomie als einer der Eckpfeiler des Föderalismus ist zu einem hohlen Begriff geworden.

Während die Gemeinden der wohlhabenden Kantone zumindest die finanziellen und personellen Qualitäten aufbringen, um ihre Selbständigkeit in Teilbereichen zu verteidigen, gilt dies auf keinen Fall für die Schweizer Randregionen. Der Wegfall einer effizienten Regionalpolitik, die an Projekten erkennbar wird, verdüstert Gegenwart und Zukunft vieler Standorte. War es im ausgehenden 20. Jahrhundert mit dem „Bonny“-Beschluss noch möglich, Regionen mit risikobehafteten Monokulturen industriell aufzufrischen, fliessen heute nur noch Finanzströme aus den reichen in die schwachen Kantone; Nutzen unbekannt.

Der Kanton Graubünden blutet seit einiger Zeit immer mehr aus. Vor allem junge Menschen verlassen den Kanton, wo nur noch zwischen Chur und Landquart eine lebendige Wirtschaft angesiedelt ist. Die Tourismus-Perle St. Moritz leidet aufgrund einer falschen Personalpolitik unter erheblichen Abflüssen; Davos sind die Deutschen bisher treu geblieben.

Das Berner Oberland hängt wie ein teurer und überfüllter Rucksack auf den Schultern der rund um Bern reichen Kantonsteile. Die Walliser Regierung subventioniert ihre wachsenden Talgemeinden stärker als die auf den Höhen absterbenden Berggemeinden. Im Kanton Glarus ging das Volk so weit, alle Gemeinden in nur drei Ortschaften zusammen zu fassen, um den Kanton wieder führ- und gestaltbar zu machen.

Der schrumpfende Gemeindeföderalismus ist nur ein Spiegelbild dessen, was sich heute und demnächst auf kantonaler Stufe abspielt. Wenige reiche Kantone finanzieren mit erheblichen Mitteln eine zunehmende Zahl armer Kantone, den Kanton Bern allen voran. Damit nimmt die Zentralisierung auch auf kantonaler Ebene an  Bedeutung zu. Die Steuerung erfolgt aus dem Bundeshaus in Zusammenarbeit mit den kantonalen Dachstrukturen, was dem kantonalen Föderalismus seine Grenzen aufzeigt. Ob Gesundheitswesen, Sicherheit, Verkehr oder Schulsysteme, alles drängt hin zur nationalen Koordination, also zum Abbau föderaler Blüten, die unser Land reich und vielfältig gemacht haben.

Dazu kommt der Druck aus dem Ausland, wo G 20 und OECD von der Schweiz mit grosser Bestimmtheit rasche Anpassungen an internationale und globale Prozesse fordern. Derlei Forderungen bringen die SVP auf die Palme, aber, wie sich zeigt, sucht die A-Schweiz der grossen Konzerne eher den Anschluss an diese globalen Trends, während die KMU der B-Schweiz im Schutz föderaler Schranken ihre Zukunft sichern wollen. Das wird nicht funktionieren, wie im Augenblick der Schweizer Weinmarkt beweist. Der Bundesrat will den Hahn für die Einfuhr ausländischer Weine weit öffnen; wer trinkt dann noch Fendant und Malanser?

Föderalismus in seiner besten Form hat den Menschen über 200 Jahre ausgezeichnet gedient. Früher standen uns Kaiser und Könige gegenüber; heute eine EU-Zentralverwaltung in Brüssel, die auf „eine Gemeinschaft der Europäer“ hin arbeitet. Der untergehende Schweizer Föderalismus soll uns stärken, den Anschluss nicht zu verlieren.

KJS

 

Erstaunliche News aus der NZZ

Freitag, den 19. Juli 2013 um 7:30

Der auf Leistungen in der Vergangenheit beruhende Ruf der „Neue Zürcher Zeitung“ ist sicher grösser als die heute real erbrachte Leistung.

So wurde soeben der legendäre Bundesgerichtskorrespondent Markus Felber im besten Alter von 62 Jahren in die Frühpensionierung gedrängt, worauf er sich mit den Worten verabschiedete „Ich sehe ganz generell eine sinkende Qualität der journalistischen Arbeit – zumindest im deutschsprachigen Raum. Davon bleibt auch die NZZ nicht verschont….“. Die Juristen als Stammleser der NZZ haben an dieser Personalie wenig Freude.

Gleichentags outet sich der längst pensionierte und nicht minder legendäre Max Frenkel in der NZZ in einem Rückblick auf die Auseinandersetzungen um die nachrichtenlosen Vermögen: „Zum anderen war ich als Jude frei, auch Dinge zu sagen – über die Motivation der amerikanischen Gegenseite etwa -, die einem Nichtjuden zu heikel waren, weil sie als antisemitisch kritisiert werden konnten. Das trug mir ..in jüdischen Kreisen den Ruf ein, ein jüdischer Antisemit zu sein.“

Frenkel beklagt heute noch die Hilflosigkeit des Bundesrates in Sachen Kommunikation. Es ist erstaunlich, wie wenig sich seither daran geändert hat.

KJS

Daniel Vasella ist kein Hans im Glück

Donnerstag, den 18. Juli 2013 um 11:44

Die Schweizer Provinz regt sich wieder einmal auf, dass Daniel Vasella ein Tageshonorar von USD 25 000.- bezieht. Das ist eine Diskussion auf Putzfrauen-Niveau.

Wenn Dutzende Zürcher, Basler und Genfer Anwälte und weitere Dutzende von Executive Searchern und Unternehmensberatern spielend zwischen 5 000.—und 12 000 Fr. an Tageshonoraren verlangen und auch erhalten, was im Vergleich zu den angelsächsischen Ansätzen noch gering ist, soll man Daniel Vasella sein Geld gönnen.

Er hat als Unternehmer grosses geleistet für Novartis, ohne ihn gäbe es auch keinen Campus in Basel. Alleine schon der gelungene Einstieg als Grossaktionär bei Roche müsste ihm eine Millionenrente auf Lebenszeit sichern.

Wir sind ein kleinliches Volk, wo Missgunst als höchste Gunst gilt.

KJS

Deep Inside

Dienstag, den 16. Juli 2013 um 8:42

Es gibt zwei Kunstformen, die den Begriff „inside“ oder sogar „deep inside“ extensiv benutzen: die Schlagerbranche und der Journalismus. Lassen wir die Tonkünstler einmal beiseite, da sie ohnehin ein meist infantiles oder mindestens ermüdetes Publikum erreichen, bleiben die Journalisten. Sie sind ökonomischem Druck ausgesetzt, in kürzester Recherchezeit einen optimalen Output (Minuten x Druckseite) zu erreichen.

Einen Höhepunkt in dieser Hinsicht liefert zu Beginn der Ferienzeit die Redaktion des Zürcher „Tagesanzeiger“. Sie lässt eigene Journalisten gleich in Serie eines ihrer Familienmitglieder interviewen. Diese dürfen dann auch den Journalisten des „Tagesanzeiger“ über die Qualität seiner eigenen Arbeit befragen. Derlei „deep inside“-Journalismus im Stil der zum gleichen Verlagshaus gehörenden „Schweizer Familie“ tritt offensichtlich an die Stelle des aufwändigen Recherchierjournalismus‘, wie er an Verlegertagungen beschworen wird.

„Family Journalism“ wird auch an der Dufourstrasse bei Ringier gepflegt, wo man die Vorzustellenden gleich unter Vertrag nimmt, um aus deren Tätigkeit weiteren Gewinn zu ziehen. Er ist auch im Haus der renommierten NZZ nicht unbekannt, die in der Vergangenheit Gefälligkeits-Interviews lieferte, um eine ihr nahestehende Persönlichkeit aus dem Schussfeld der Öffentlichkeit zu nehmen. Damit man sich näher kommt, hat man nun ein NZZ-Café am Zürcher Flughafen eröffnet, kann aber nur eigene Literatur deutscher Sprache liefern, da die englische NZZ-Ausgabe vor einiger Zeit aus Kostengründen aufgegeben wurde.

Sind wir nicht alle eine grosse, nette Familie? Mediale Angriffe gegen Drittpersonen sind nach Meinung massgeblicher „Tagi“-Journalisten weiterhin nötig, um die Glaubwürdigkeit der Redaktion zu bewahren. Wer keinen Journalisten in der Familie oder spätestens in der Sek kennengelernt hat, ist selber schuld. Es gibt dann immer noch die Möglichkeit, seine eigene Haut auf dem Altar der freien Medien zu Markte zu tragen. Heinrich Heine, Ludwig Börne, Gottfried Keller, Karl Kraus, Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch hätten für derlei Schrumpf-Journalismus kaum Verständnis.

KJS

Die langsame Verödung der Randregionen

Montag, den 8. Juli 2013 um 9:00

Weil Berns Regierungspräsident Christoph Neuhaus mit dem Rücken zur Wand steht, um jährliche Subventionen anderer Kantone von Fr. 1,2 Mia. zu erklären, sagt er: „Wir versuchen, die Zentren zu stärken, ohne das Land zu schwächen.“ Und warnt: „Aber die Gemeinden müssen mitmachen, sonst funktioniert es nicht.“

Im Klartext heisst dies: Der Kanton Bern fördert jetzt und in Zukunft die regionalen Zentren. In die Randregionen fliesst weniger Geld.

Wer dies nicht glaubt, blicke über den Lötschberg in das benachbarte Wallis, wo die grossen und wohlhabenden Städte im Tal der Rhône vom Kanton höhere Zuschüsse als die Not leidenden Gemeinden in den Bergregionen erhalten. Vom Berg herab strömen deshalb nicht nur die Jungen, sondern auch die Alten, die im Tal mit besserer Versorgung in der Nähe ihrer Familie leben wollen.

Eine solche Politik, wie sie in Bern und Sitten betrieben wird, führt zur langsamen Auflösung der Berggemeinden.

Ebenso ratlos ist man im Kanton Graubünden, der aus einer industriell erfolgreichen Talschaft zwischen Chur und Landquart besteht, wenigen erfolgreichen Tourismus-Stationen (St. Moritz, Davos, Laax) und sonst aus grüner Wüste, die von 15 000 Hirschen belebt wird.

Überall in den Schweizer Bergen fehlt es an Menschen, an Geld und an echten Innovationen, um diese Entwicklung umzukehren. „Die Gemeinden müssen mitmachen“, droht der Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus. Ob das menschliche Potential, dies umzusetzen, in vielen Gemeinden vorhanden ist,  darf bezweifelt werden.

Wie illusionär angesichts einer solchen Entwicklung unsere Chefbeamten und Politiker handeln, zeigt das Beispiel des „Lehrplans 21“.Darin heisst es, dass Schwimmen obligatorisch angeboten werden soll. Viele Gemeinden haben keine Finanzmittel mehr, um das Schulschwimmen zu finanzieren, und es daher abgeschafft. Andere haben keine Schwimmbäder, weil sie es sich nicht leisten können. Die Erstellung solcher Pläne kostet Millionen an Steuergeldern, weshalb es gleich besser wäre, solche Beamtenstellen abzuschaffen, die derlei produzieren.

Was dies auf Dauer für den Tourismus bedeutet, wirkt nicht minder bedrohlich. Wir können Touristen heute schon durch verschiedene Schweizer Urwälder führen, die aber nur für Europäer und einige Amerikaner interessant sind, denn Asiaten wandern nicht gerne. Von einer echten Wertschöpfung kann dann nicht mehr gesprochen werden. Die Berggemeinden leben dann wieder in Rodungszonen, aus denen vor gut tausend Jahren die heutige Schweizer Zivilisation hervorgegangen ist.

KJS

Falsches Spiel des „grossen Freundes“

Freitag, den 5. Juli 2013 um 10:22

Präsident Mursi muss man keine Träne nachweinen, denn er hatte die Chance, die Ägypter in einer höchst schwierigen Situation zu einen. Das Militär liess ihm ein Jahr freien Lauf, um ihn jetzt zu stürzen. Dennoch bleibt ein schaler Geschmack zurück: Er war vom Volk rechtmässig gewählt, das Militär, jährlich mit USD 1,3 Mia. aus Washington subventioniert, kippte ihn aus dem Sessel.

Ohne den „grossen Freund“ jenseits der Atlantik, der mit Sicherheit den Daumen nach unten gesenkt hatte, wäre dies nicht möglich gewesen.

Ohne den „grossen Freund“ jenseits der Atlantik hätte Boliviens Präsident Evo Morales nicht in Wien einen unfreiwilligen 13stündigen Zwischenstop machen müssen, weil die westlichen Regierungen vor der Macht am Potomac in die Knie gingen.

Ohne den „grossen Freund“ an der Wall Street hätten wir Schweizer noch unser Bankgeheimnis, aber die juristischen Drohnen der Amerikaner schossen Löcher in die Festung Schweiz, die nun von Angreifern aus den Nachbarstaaten und der EU in Brüssel erweitert werden. Oberhalb des wunderschönen Städtchens Leuk im Oberwallis stehen ein Dutzend Abhörantennen, die auf die Satelliten ausgerichtet sind. Im Thurgau arbeiten Datenspeicher-Fabriken, von deren Tätigkeit niemand etwas weiss.

Unser „grosser Freund“ hat ganz Europa, Wirtschaft wie Politik, und sicher auch die Schweiz, zusammen mit den Engländern abgehört. Zur Legitimation dient der „Krieg gegen den Terror“, der seit 2001 alles erlaubt, was in Rechtsstaaten verboten ist. Europas atlantische Allianz hat uns zu Sklerotikern werden lassen, die von ihren eigenen Eliten verkauft werden.

Evi, die Alemannin aus Bern

Donnerstag, den 4. Juli 2013 um 9:28

Manchmal bin ich 20jährigen begegnet, deren Auftritt und Wissen so alt ist wie das eines Weisen, der Generationen überblickt. Eine solche Frau ist Evi Allemann, die SP-Nationrätin aus Bern, die nun den VCS als Präsidentin führt. Merkwürdig:  Allemann verweist auf den Stamm der Alemannen, der die nördliche und östliche Schweiz besiedelte. Evi Allemanns Kopf in seiner Ausgewogenheit könnte der einer alemannischen Mutter sein, die ihr Volk auf seinen Wanderungen anführt.

Aus der erfolgreichen Jungpolitikerin strömen Aussagen, die ob ihrer Klarheit Staunen machen:

  • „Sind Sie ehrgeizig?“ „Ja, und Ehrgeiz ist nichts Negatives.“
  • „Die Schematisierung der Schulnoten von 1-6 wird vielleicht dem Mainstream gerecht, aber nicht allen.“ Viel Elitäres schwingt aus dieser Antwort hervor.
  • „Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung. Wenn sie ihre Qualifikation nicht einbringen können, ist das eine Ressourcenverschwendung.“

Das ist keine sozialdemokratische Sprache; das ist die Sprache einer weiblichen Persönlichkeit, die einen Führungsanspruch hat. Kein Wunder, dass die klassischen Bürgerlichen von FDP, CVP und SVP mit solchen Politikerinnen Schwierigkeiten haben.

KJS

 

Interreligiös: bescheidener starten

Montag, den 1. Juli 2013 um 15:48

Nun ist das erste interreligiöse Abendmahl gescheitert. Die beteiligte Geistlichkeit stand recht betreten neben dem Altar, im Kirchenraum das angelockte und sich nun betrogen fühlende Kirchenvolk. Die hohen Obrigkeiten der nur ein wenig aufmüpfigen Priester haben wohl mit der ewigen höllischen Verdammnis gedroht, mindestens aber mit einem Predigtverbot.

Wäre es nicht vernünftiger, bescheidener zu starten? An der Universität Osnabrück wird ab diesem Herbst das „interreligiöse Kochen“ gelehrt. Dem Schulpersonal soll vermittelt werden, wie man, mindestens in der Küche, mit Andersgläubigen umgehen kann. Wer gemeinsam kocht und isst, kann künftig vielleicht auch gemeinsam miteinander beten und religiöse Zeremonien gestalten, wie sie heute noch verboten sind.

Was die römisch-katholische Kirche betrifft, zieht sich ein kardinalsrotes Band schändlicher Taten von Kardinal Marcinkus hin bis zu Monsignore Nuntio Scarano, der in Lugano-Agno ein Privatflugzeug samt Carabinieri tagelang warten liess, um Fr. 20 Mio. für eine unbekannte Adresse in Empfang nehmen zu können. Die orthodoxen Kirchen, seien sie griechisch oder russisch, ziehen wie Blechdosen ein klapperndes Band voller Skandale hinter sich her. Nur die reformierte Kirche hat dies nicht nötig, ist sie doch derart reich, dass sie ihre eigene Redimensionierung mangels Gläubigen aus der eigenen Tasche finanzieren kann.

Jesus Christus, seine in getrennten Herden weidenden Schafe betrachtend, würde wohl das Haupt schütteln und ihnen vergeben. Gottvater aber, der ein zürnender und  schwer berechenbarer Herr des Himmels ist, würde sich mehr denn je besinnen, wem er das Ewige Leben zusprechen soll. Wahrscheinlich sind viele nur vom Heiligen Geist verlassen; der Vatikan kann damit schon lange leben.

KJS

 
     
     
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