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Tagesarchiv für 27. Juni 2013

Familie Sawiris subventionieren – warum nicht?

Donnerstag, den 27. Juni 2013 um 10:25

Samih Sawiris, der das alte Andermatt zu einem Soukh für wohlhabende Ausländer machen wird, erhält vom Bund und den Kantonen Subventionen und Begünstigungen, die ganz ausserordentlich gross sind. Das erinnert an den Untergang der Swissair: Weil die Schweizer Elite nicht mehr willens war, den Stolz des Landes aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln wieder auf den Weg des Erfolgs zu bringen, wurde die Swissair für ein Taschengeld an die Deutsche Lufthansa weiter gereicht. Sie ist seither die am besten rentierende Tochtergesellschaft des deutschen Luftfahrt-Konzerns.

Samih Sawiris nahm zu Beginn wenig eigenes Geld in die Hand, um das „Schattenloch“ zu einer alpinen Attraktion umzubauen. Weil er beim Timing Pech hatte und die grösste Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten achtzig Jahre ihm die angelsächsische Käuferschaft verhagelte, die im Walliser Verbier gewohnt war, sehr teuer einzukaufen, geriet Andermatt zum ägyptischen Millionengrab. Ägyptisch muss eingeschränkt werden, weil der bewegliche Halb-Berliner mittlerweile Bürger von Montenegro geworden ist. Seine koptische Familie wurde in Mursis neuem Aegypten verfolgt und damit aus dem Lande gejagt.

Der Entscheid des Bundesrats und der umliegenden Bergkantone, „El Gouna of the Alps“ mit Dutzenden von Millionen Franken zu unterstützen, ist angesichts der sich entvölkernden Bergtäler so unvernünftig nicht. Ohne einen Unternehmer wie Sawiris wäre Andermatt wohl langsam zur Ruine geworden, die Jugend wäre weiter abgewandert, der Ort wäre langsam in Vergessenheit geraten.

Jetzt hat ihn ein Prinz aus dem Morgenland wachgeküsst, aber die vergoldete Leiter zum Fenster der schlafenden Schönen weckt die Ansprüche anderer Berggemeinden. Nicht zu unrecht.

Wer die langsam aussterbenden Bergtäler des Wallis, des Berner Oberlandes, des Tessins und Graubündens wieder beleben will, muss Milliarden in die Hand nehmen. Das können nur initiative Unternehmer zusammen mit Banken, den kantonalen und nationalen Behörden leisten. Es muss ein missionarischer Glaube vorhanden sein, dieses Jahrhundertwerk der Rettung der Alpen in Angriff zu nehmen. Manager können dies nicht leisten, Unternehmer müssen es sein, ganz wie jene im 19. Jahrhundert, welche die Bahnen auf die Gipfel trieben.

Da eines Tages die europäische und die Weltkonjunktur wieder brummen wird, sind die Schweizer Alpen ein erstrangiges Ziel für den Investor und die Erholung suchenden. Sawiris ist ein „early bird“, der diese Entwicklung hat kommen sehen. Die Wette, welche Bund und Kantone nun auf Kosten des normalen Steuerzahlers mit Sawiris abgeschlossen haben, ist faustisch. Aber die Teufelsbrücke ist nicht weit entfernt.

KJS

 

 
     
     
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