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Tagesarchiv für 14. Juni 2013

Schadenfreude ist kurzsichtig

Freitag, den 14. Juni 2013 um 9:00

Wenn wir uns über die Krise des Euro freuen und heimlich hoffen, die Deutschen würden mit anderen „Nordlichtern“ die Eurozone verlassen, um die „Südlichter“ dem verdienten Untergang zu überlassen…..

Wenn wir uns über die Finanzblase in den USA freuen, welche das FED, die dortige Nationalbank, laufend grösser werden lässt, um die US-Finanzinstitute zu retten …..

Wenn wir uns über die Chinesen freuen, dies in der stillen Hoffnung, sie würden nach 30 Jahren des Erfolgs endlich über die eigenen Beine stolpern…..

Wenn wir uns über die Japaner freuen, denen ihr eigenes Finanz- und Wirtschaftssystem jeden Augenblick um den Kopf fliegen kann….

….dann beruht dies auf dem Irrtum, der Schweiz könne nichts geschehen, weil das Land reich ist, kaum Staatsschulden hat und eine sehr gute Beschäftigungslage, sei es durch die erfolgreiche Privatwirtschaft oder staatliche Institutionen. Die Schweiz, von aussen betrachtet, bietet das Bild eines Staates, der von den USA, Deutschland, Frankreich, ja der ganzen EU, angegriffen wird. Die Schweizer Regierung, dies wissen die ausländischen Regierungen am besten, ist eine butterweiche Vereinigung hilfloser Provinzpolitiker, welche die globalen Regeln der Diplomatie vergessen hat.

Die einst so solide, gut geführte Schweiz, gilt heute als ein Staatsgebilde ohne Ziel und Inhalt. Wie die beiden Finanzkonzerne UBS und CS heute mehr aus Singapur und Kuwait denn aus Zürich und Basel geführt werden, ist der Schweiz die Kontrolle über die meisten der hundert grössten „Schweizer“ Firmen verloren gegangen. Jedermann fragt sich: Was ist das für ein Staat, der keine Kontrolle mehr über seine massgeblichen Unternehmen hat?

Auch ohne Inflation, die spätestens ab 2015 erwartet wird, steigt der Konsumaufwand für staatliche Dienstleistungen wie Energie, Verkehr und Gesundheit jetzt und in Zukunft überdurchschnittlich an. In Bern spricht man offen aus, dass dies nur über die Mehrwertsteuer finanziert werden kann.

Die bürgerlichen Parteien SVP, FDP und CVP zerfallen langsam, denn die kantonale Struktur erlaubt den Einstieg politischer Quereinsteiger, die oft kaum ins Parteibild passen. Mit den Grünen, Grünliberalen und dem BDP vermehren sich die Splitterparteien, ganz nach italienischem oder deutschem Vorbild.

„La Suisse n’existe pas!“, dieser Spruch eines Werbeberaters zur Weltausstellung in Sevilla war wohl prophetisch. Wir können der Krise der anderen Staaten nicht entkommen. Wer glaubt, die Schweiz bleibe auf Dauer eine Insel der Seligen, wird demnächst aus einem schönen Traum aufwachen.

KJS

 
     
     
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