Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Monatsarchiv für März 2012

Woher das Geld kommt

Mittwoch, den 21. März 2012 um 8:00

Die Firma Exxon, an deren Tankstellen wir fleissig Benzin aufnehmen, hat in den fünf Jahren bis 2010 in den USA an Steuern insgesamt USD 59 Mia. bezahlt. Dies, obwohl sie in den USA selber in der gleichen Zeit nur USD 40,5 Mia. verdiente. Des Rätselns Lösung: Exxon verdient als Weltkonzern im Ausland derart viel Geld, das auch in den USA zu versteuern ist, dass es zu derlei Verzerrungen kommt. Mit unserem Benzinkonsum helfen wir den USA auf die Beine.

Unterdrückung macht kreativ

Dienstag, den 20. März 2012 um 16:00

Die osteuropäischen Filme waren am besten, als dort die Kommunisten die eigenen Filmer unterdrückten. Herrliche Filme aus der UdSSR, Polen, Ungarn und der CSSR waren schon vor 60 Jahren weitaus besser als alle Produktionen aus Holly- oder Bollywood. Jetzt kommen sehr schöne Filme aus dem Iran, wo die Menschen, man staune, in die Kinos strömen dürfen, um ein wenig Unruhe zu erfahren.

Bei uns in der Schweiz wird man nicht unterdrückt. Unsere Filmer realisieren Projekte von einer Belanglosigkeit, welche die Disney-Studios zu einem Intellektuellen-Forum macht. Wogegen sollen wir uns auflehnen, wenn jeder Schrei nach Freiheit mit Geldbündeln erstickt wird?

Deshalb stochern wir ein wenig in der Vergangenheit, wo wir Verdingbuben finden, eine Art Binnenmarkt-Sklaverei entdecken, oder wärmen romantische Paargeschichten auf, lassen Giacobbo und Freunde James Bond, Swiss Version, erfinden, die niemand interessiert.

Dieser Luxus ist es, Dinge zu produzieren, die absolut überflüssig sind, weil ohne Bedeutung, welcher unser Land in all seiner Schönheit und berauschender Weisheit ausmacht.

Der schwäbische Pastor aus Preussen

Dienstag, den 20. März 2012 um 14:44

Ein Pastor, der gegen seine (DDR-)Regierung revoltierte, der in zweiter Beziehung mit einer Journalistin zusammen lebt, aber von seiner ersten Frau Hansi nicht geschieden ist, der Hartz IV verteidigt und die USA liebt, der für sich eine linksliberal-konservative Haltung in Anspruch nimmt und zudem ein glänzender Redner ist, der aussieht wie Jean Gabin zu dessen besten Zeiten, ein solcher preussischer Pastor kommt den Deutschen gerade recht. Joachim Gauck hat die beiden Blender Horst Köhler und Christian Wulff als deutscher Bundespräsident abgelöst. Er ist der ideale Nachfolger der einstigen schwäbischen Pastoren, deren Nachfahren in der 68er Studentenrevolte untergegangen sind.

Braucht es Gottschalk und Schawinski?

Dienstag, den 20. März 2012 um 13:45

Beide stecken im Quotentief, auch wenn die Sender behaupten, man sei zufrieden. Thomas Gottschalk kommt mit „Gottschalk-Live“ bei der ARD nicht auf Touren und Roger Schawinski geht es ebenso beim Schweizer Fernsehen.

Sender wie Stars wollen nicht einsehen, sie haben zwei Oldtimer auf Lager. Man steigt auf sie ein, weil sie Charakter zeigten, aber richtig rassige Objekte sind es nicht mehr. Auch unrasiert nicht.

Michelle Hunzicker, „la Hunzicker“, hat Gottschalk gut getan, denn die muntere Bernerin italienischer Herkunft brachte jene Naivität über den Bildschirm, welche ein alterndes Publikum mittlerer Intelligenz um diese Uhrzeit liebt. Schawinski ist diese Verjüngung bisher nicht gelungen; vielleicht sollte er „la Tschouma“ an seine Seite nehmen, die Spannung wäre garantiert.  

Das Zürcher Volk teilt Juden und Katholiken

Dienstag, den 20. März 2012 um 11:25

Nicht nur der „retrokatholische“ (St. Galler Tagblatt) Bischof von Chur, Vitus Huonder, hat Probleme mit den liberalen Zürchern, gleiches gilt für den orthodoxen Rabbiner der Israelischen Cultusgemeinde Zürich, dem die laizistischen Juden ebenso davon laufen wie den römisch-katholischen Pfarrern. Das in und um Zürich angesiedelte, meist gut ausgebildete und dynamische Kirchen- und Synagogenvolk ist der alttestamentarischen Verkündigungen müde. Was Abraham mit seinen Frauen und Dienstmädchen trieb, wie Jesaia sein eigenes Volk verfluchte, wie Hiob Gott anklagte, das zieht heute nicht mehr. Kurzum, die Orthodoxen aller Religionen, deren Glaubenssubstanz gewaltig ist, müssen Ausdrucksformen finden, welche in die Jetztzeit passen. Andernfalls verwandeln sie sich in diesem Jahrhundert in einen schamanischen Zustand, der in alten Kirchen und Synagogen wie in Museen zu besichtigen sein wird.

Deutsche sagen Energiewende ab

Dienstag, den 20. März 2012 um 11:00

„Meint es Doris Leuthard ernst mit der Energiewende“, ist eine häufig zu hörende Frage. Wer sie nicht angreifen will, antwortet: „Sie versucht es, mindestens.“ Da sie im UVEK auch mit der Zweitwohnungs-Initiative auf dem falschen Fuss erwischt wurde, stehen ihre Flaggen derzeit auf Halbmast.

In Deutschland wird die Energiewende bereits abgesagt. Alleine die Verstaatlichung der Netze könnte sie noch retten. Davon sind wir in der Schweiz weit entfernt.

Vampire, wir?

Dienstag, den 20. März 2012 um 8:08

Der schreckliche Zwang, dem sich Männer wie Frauen aussetzen, mit 50 noch wie 30 auszusehen, grenzt ans Lächerliche. Mein Freund sein vierzig Jahren, ein fast 80jähriger Unternehmer, hat sich seither kaum verändert. Er kultiviert einen Lebensstil, leicht beschädigt, der sich seit einer Generation nicht verändert.

Es herrscht ein Verbot, älter zu werden. Gesundes Essen, der Verzicht auf die Zigarette, Villiger Cigarren sind unverzichtbar, joggen und Ayurveda sind Lebenstechniken, welche aus uns Vampire machen. Wir wollen ewig leben, lassen unsere Renten von den Jungen oder irgendwelchen Arbeitsrobotern in Asien finanzieren, deren Firmen gute Dividenden abwerfen, und gehen nach Möglichkeit null Risiko ein. Wer auf die Schnauze fällt, wie Christoph Blocher unlängst beim Aussteigen aus der Bahn, ist selber schuld.

Die Schweiz als alpines Florida? In 15 Jahren werden wir es erreicht haben.

Denkende Christen, was tun?

Montag, den 19. März 2012 um 14:20

Wo die römisch-katholische Kirche kaum einen Halt findet, wo Bischöfe wie Vitus Huonder in Chur, fest in Rom verankert, Pflöcke einschlagen wollen, dort haben die denkenden Gläubigen, von denen wir nicht wenige haben, selber damit begonnen, einen festen Standort zu finden. Hans Brunner-Kuster hat vor einem Jahr deshalb im Eigenverlag das Buch publiziert  „Könnte Jesus Christus heute katholisch sein?“ und findet die Lösung in der Auseinandersetzung des Verstandes mit dem Gewissen. Damit hat er in Stellvertretung formuliert, was auch viele andere fromme Christen umtreibt. Brunner wohnt an der Dorfstrasse 30 in Engelberg und garantiert fromme wie freudige Lektüre.

Angriffe auf Spitzenverdiener sind sinnlos

Montag, den 19. März 2012 um 12:50

Sogar Philipp Müller, Selfmade-Mann aus dem Aargau, der in Kürze als Nachfolger von Fulvio Pelli FDP-Präsident werden möchte, griff in einem seiner ersten Interviews Glencore, den grössten Schweizer Konzern, mit CEO Ivan Glasenberg an, weil dieser zu viel verdiene. Dies begünstige die Forderungen der Jungsozialisten in der Schweiz. Warum Sergio Ermotti als neuer CEO des UBS-Konzerns mehr verdienen muss als sein Vorgänger Oswald J. Grübel, versteht ohnehin niemand.Auch Joe Ackermann, im Unglück scheidender Vorstandssprecher der Deutsche Bank AG, nahm letztes Jahr noch 8 Mio. Euro Jahresalär mit. Martin Winterkorn, höchst erfolgreicher CEO des Volkswagen-Konzerns, ging mit Euro 17,4 Mio. nach Hause. Kollege Dieter Zetsche von Daimler erhielt genau die Hälfte davon, Euro 8,7 Mio.

In England, Deutschland und der Schweiz herrscht Aufruhr über die hohen Saläre weniger. Dies macht jedoch keinen Sinn. Diese Männer führen Weltkonzerne, das ist etwas ganz anderes als ein „grosses Unternehmen“, wie wir sie früher kannten. Es sind Giganten, welche jetzt die Weltmärkte unter sich aufteilen. Sie werden natürlich von allerlei ärmeren beneidet, als Abzocker bezeichnet, vor allem von Politikern, linken Professoren und Journalisten, die nur mit Nebenjobs auf ein erträgliches Einkommensniveau aufsteigen können.

Falsch ist dieser Sozialneid auch deshalb, weil nach Angaben des „Journal of Economic Literature“ in den Jahren 1949-2005 der Einkommensanteil des reichsten 1% der Bevölkerung nur in den USA 17,4% ausmacht, in der Schweiz seither auf 7,8% zurück gegangen ist, in Deutschland und Frankreich konnten die Allerreichsten ihre Einkommensanteil knapp halten. Neben den USA sind auch die Briten (14,2%), die Kanadier (13,6%) und die Singapurer (13,2%) bedeutend reicher geworden.

Wer dauerhaft reich ist, muss kein netter Mensch sein, aber zu schlagen ist er nur mit Intelligenz, Einsatz und einer Spur Glück. Die Ausweisung der vorzugsbesteuerten reichen Ausländer aus dem Kanton Zürich mag rechnerisch gesehen nicht vernünftig gewesen sein, aber der demokratischen Schweizer Seele hat es gut getan.

Die Optimierer-Klasse

Montag, den 19. März 2012 um 10:10

Schon Vater Berggruen machte mit Impressionisten grosse Geschäfte, liess sich dann als Berliner Heimkehrer feiern und verdiente daran noch mehr. Sohn Nicolas Berggruen, der über keinen festen Wohnsitz verfügen soll, hat deshalb sehr viel Geld geerbt und steckt es in Projekte rund um den Globus. Bei vielen ist offen, ob und wem sie nützen. Auf jeden Fall lebt Sohn Berggruen hinter der netten Fassade nach der gleichen Idee, die schon sein Vater hatte: Geld macht nur Sinn, wenn es sich vermehrt.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog