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Tagesarchiv für 23. März 2012

Die Schweiz des 20. Jahrhunderts löst sich auf

Freitag, den 23. März 2012 um 15:50

Mit Raymond Bär tritt ein weiterer Vertreter von Familien ab, die den Finanzplatz Schweiz im 20. Jahrhundert bestimmten. Er, 52, wird als jüngster Ehrenpräsident eines wichtigen VR, nur noch eine dekorative Rolle spielen. An seine Stelle tritt ein erprobter wie aggressiver Finanzinvestor.

Die alten Familien ziehen sich zurück. Der letzte Sarasin, Eric, spielt in der neuen zur libanesisch-brasilianischen Safra-Gruppe gehörenden Bank seiner Eltern ebenso nur eine dekorative Rolle. „Vater“ Vontobel, 90jährig, dient seiner Bank noch immer, hat aber keinen Nachfolger im Amt. Symbol dieses Niedergangs alter Familien aus dem letzten Jahrhundert ist Dr. Heinz Wuffli aus Zumikon, der im Aufstieg zum wichtigsten Bankier der Schweiz, ganz wie sein Sohn Peter 30 Jahre später auch, durch eine Krise brutal gebremst und aus dem Amt geschleudert wurde.

Dr. Konrad Hummler aus St. Gallen will nicht mehr zurück ins Bankgeschäft. „Joe“ Ackermann, dessen Nachfolger Anshu Nain zertrümmert, was der Ostschweizer bei der Deutschen Bank aufgebaut hat, zieht sich zur Zürich Versicherung zurück. Von den Genfer Privatbankiers vernimmt man viel, aber nur wenig Gutes.

An die Spitze der beiden dominierenden Bankkonzerne in der Schweiz sind längst Ausländer berufen; einige Vorzeige-Schweizer dienen noch als Figuren im Schaufenster, aber auch deren Zeit läuft ab, wie das Beispiel des Deutschen Axel Weber es zeigt, der Kaspar Villiger an der Spitze des UBS-Konzerns rascher ablöst, als dieser es einst wollte.

Die Krise des Finanzplatzes ist offensichtlich auch eine Krise der alten Familien. Soeben hat sich eines ihrer Mitglieder bei mir abgemeldet: „Vier Wochen Golf in Florida.“

Geld abholen

Freitag, den 23. März 2012 um 15:30

 

Natürlich wollen die US-Amerikaner Geld von der Schweiz. Milliarden werden es sein. Deutsche wollen auch Geld von der Schweiz, Abgeltungssteuer genannt. Es werden wieder Milliarden sein. Griechen wollen auch Geld von Deutschland; nein, nicht Milliarden zur Rettung der eigenen Banken, die schon geliefert wurden, sondern weitere Milliarden als Entschädigung für die Zeit der Besetzung im Zweiten Weltkrieg. Merke: Geld verlangen ist besser als welches zu erarbeiten.

Risse sind Vorzeichen kommender Veränderungen

Freitag, den 23. März 2012 um 8:00

Die offizielle Schweiz tut viel, um die 700 000 Auslandschweizer, die 5. Schweiz, bei der Stange zu halten. Gleichzeitig werfen und drücken unsere beiden Grossbanken UBS und CS Auslandschweizer aus ihren Geschäftsbüchern: zu grosses Risiko. Wie üblich, ist die Wirtschaft realistischer als die Politik. Viele Auslandschweizer der 5. und 7. Generation haben fast jeden Kontakt zur Schweiz verloren, sprechen auch keine Landessprache mehr, geniessen aber viele Vorteile, die heimische Schweizer nicht haben.

SVP-Ständerat This Jenny und CVP-Nationalrat Gerhard Pfister beklagen zu recht die Machtlosigkeit der Bergkantone angesichts der städtischen Grosskantone. Jenny fordert eine stärkere Interessenvertretung der Bergkantone, Pfister eine Sperrminorität für Bergkantone bei Abstimmungen. Der Trend zu Reservaten über 800 Metern, die „Wolfszone“ der Schweiz, ist unübersehbar. Die Städter wollen Unterhaltung.

Unsere Parteien wie Institutionen, darunter économiesuisse, werden politisch immer blinder. Niemand wollte den Erfolg der Zweitwohnungs-Initiative kommen sehen. Niemand will das Ende der bilateralen Verhandlungen sehen. Niemand hat den Untergang des Bankgeheimnisses kommen sehen. Niemand war der Auffassung, die USA-Gerichte würden Schweizer Banken anklagen.

Es soll sich ändern: Philipp Müller, FDP-Präsident ante portas, will bei den kommenden Wahlen mit 19% die SP überholen. SP-Präsident Christian Lévrat, der dann allerdings Staatsrat von Fribourg sein wird, hat vorgegeben: „Wir wollen 2015 die stärkste Fraktion sein.“ Offensichtlich haben die Wahlen bereits begonnen.

Wie wollen die Schweizer ihr Land und die Welt verstehen, wenn die NZZ am Montag, den 19. März, nur 38 Seiten hat (incl. Werbung), der TagesAnzeiger immerhin 48 Seiten wie die FTI auch. Le Temps hat nur 26 Seiten, die Basler Zeitung immerhin 40. Zu wenig Platz, um den Wandel zu verdeutlichen. In der gleichen Woche sind bereits 37 offizielle Medienkonferenzen angemeldet.

 
     
     
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