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Tagesarchiv für 22. März 2012

Deutsche Bank wird Indische Bank

Donnerstag, den 22. März 2012 um 15:45

Die bereits ausgebrochene Führungskrise in der grössten deutschen Bank, der Deutsche Bank AG, sagt viel auch über die Schweizer Banken aus.  Anshu Nain, der Josef Ackermann als Vorstandssprecher ersetzt, hat den erfolgreichen Risk-Manager Hugo Bänziger durch einen „Nainisten“ ersetzen und das Risk Management schwächen wollen. Dies wurde von der deutschen Bankenaufsicht abgelehnt.

Merke: Wer einen Inder an die Spitze einer Bank wählt, wird eine indische Bank daraus machen. Wer einen US-Amerikaner an die Spitze setzt, wird eine amerikanische Bank daraus machen. Wer einen Brasilianer an die Spitze setzt, wird eine brasilianische Bank daraus machen. Warum ist das so? Wer die Macht gewinnt über eine grosse unternehmerische Einheit, braucht dazu einen eigenen Clan. Erst dann kann man richtig Kasse machen. „Die Berufung der Banken besteht darin, Gewinne zu machen“, sagt EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier.

Die Deutsche Lufthansa, obwohl vom Schweizer und österreichischen Staat mit vielen Millionen Euro und Franken vorteilhaft zwischenfinanziert, leidet zuhause unter der arabischen Konkurrenz von Etihad und Emirates. Jetzt ruft Christoph Franz nach staatlicher Kapazitätsbeschränkung für die feindlichen Eindringlinge; aus eigener Kraft wird er es nicht schaffen.

Die Globalisierung greift immer tiefer und schneller in die Machtzentren der nationalen Ökonomien hinein. Es wird Opfer geben.

Zürcher Opernhaus: lustlos

Donnerstag, den 22. März 2012 um 12:00

Pereira schon halb weg, Homolka nur halb da.  Das Ergebnis ist klar: Am Zürcher Opernhaus nehmen die Spannungen im Ensemble zu; die Abgänge sind jetzt schon grösser als erwartet. Die „Carmen“ am vergangenen Samstag war musikalisch temperamentvoll, das Publikum begeistert. Die Hauptdarstellerin selber sang ansprechend, aber auch nicht mehr, und wirkte eher wie eine exaltierte Maturandin der Frauenbefreiungsfront als eine erotische Erdtochter. Don José entsprach dem heute üblichen Hampelmann, wie man ihn rund um das Bellevue in Zürich des häufigeren beobachten kann. Wir trösteten uns mit den drei Bühnenbildern, die in Erinnerung bleiben werden.

Zwei sind zurück, einer fehlt (noch)

Donnerstag, den 22. März 2012 um 10:00

Zu Jahresbeginn mussten wir den Sturz dreier prominenter Schweizer melden: Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand, der unterdessen von den SVP-Vorwürfen frei gesprochen wurde, aber noch in Deckung bleibt, der St. Galler Bankier Dr. Konrad Hummler, einstiger Gründungspartner von Wegelin & Co. (heute Notenbank bei Raiffeisen), der sich mit selektiven Vorträgen zu Wort meldet und grossen Zuspruch findet, sowie Abt Martin Werlen vom Kloster Einsiedeln, der nach seinem Sturz beim Badminton-Spiel eine „Kleine Auferstehung“ erlebt hat und wieder predigt. Das Spitzenpersonal der Schweiz ist derart ausgedünnt, dass dem erneuten Aufstieg dieser drei nichts im Wege steht.

 
     
     
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