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Tagesarchiv für 21. März 2012

Dynamik als Risiko

Mittwoch, den 21. März 2012 um 17:00

Hunderttausende sahen es, aber niemand nahm es zur Kenntnis: Der belgische Bus, in welchem bisher 28 Menschen zu Tode kamen, weil er gegen eine Betonwand fuhr, hatte über der Seitenfront drei dynamische Balken, die von unten nach oben gezogen waren. Es ist ein symbolhaftes Zeichen, das auch andernorts zu finden ist, worin Dynamik zum Ausdruck kommen soll.

Die Dynamik, welche in der heutigen Gesellschaft gefordert wird, wie sie auch von den Matadoren der Weltmeisterschaften und der Olympischen Spiele („Weiter, höher, schneller.“) vorgelebt wird, hat ihre Schattenseiten. Ohne Doping, sei dies Café, Alkohol oder Rauschmittel, kommt der Normalbewerber nicht mehr mit. Sehnen reissen, „burn outs“ drohen und oft steigen auch nur die Schulden, um den Anschein wahren zu können, „man sei dabei“.

Wer es sich leisten kann, lebt „slow“. Das sind wenige.

Vom ahnen bis zum sehnen

Mittwoch, den 21. März 2012 um 15:25

Man sage nicht, Nationalhymnen seien überflüssig und nur geeignet ein Gelände zu bezeichnen, das sich ohnehin langsam in transnationalen Strukturen auflöst. Der Schweizer, von alpinen Risiken geprägt, „tritt bei Morgenröte im Strahlenmeer einher“, wohnt er nicht zufällig im Gebiet der Südanflüge des Flughafens Zürich, wo aus dem Strahlenmeer ein Meer des frühmorgendlichen Lärms geworden ist. Des vorsichtigen Schweizers Seele „ahnt“ daher Gott im hehren Vaterland, weiterer Beweise entbehrend.

Ganz anders die Juden. In ihrer Hatikwa, einer schwungvollen Melodie, ist von der jüdischen Seele die Rede, die sich „sehnt“. Sehnen ist bekanntlich ein Ausdruck aus der Romantik, die Vorstufe des Handelns. Wer beim „ahnen“ bleibt, wird selten etwas tun, wer sich „sehnt“ schon eher. Diese innere Unruhe ist es, die uns hie und da bestürzt.

Welche Balancen erwartet das Volk?

Mittwoch, den 21. März 2012 um 11:30

Noch immer sind wir gut in das neue 21. Jahrhundert gestartet. Die Reichen sind etwas schneller reich geworden als der Mittelstand, der aber kann sich meist nicht beklagen. In der Schweiz jedenfalls weniger als andernorts; das gilt auch für das erfolgreiche Deutschland, wo viele Menschen einfach schlecht bezahlt werden.

  • Die Balance zwischen Staat und Wirtschaft funktioniert gut. Wir haben keine „subprime crisis“, wo die Banken den Staat in die Ecke drängten.
  • Unsere Umwelt ist, anders als in Bangkok, Chicago oder Peking, noch recht in Ordnung. Ich sehe nicht, dass sich dies ändern wird.
  • Unsere Infrastruktur ist belastet, wird aber, quer durch das Land, mit hohem Tempo erneuert. Das ist gut so.
  • Unser Aufwand für die Gesundheit ist gross, aber wer vernünftig lebt und nicht von einem Auto- oder Velofahrer überfahren wird, kann lange leben.
  • Unsere Ausbildung ist nicht schlecht, aber doch weit davon entfernt, wirklich gut zu sein. Offensichtlich besteht wenig Interesse daran, dies zu ändern. Importierte Fachleute sind billiger die Produktion eigener.

Viele der reichsten Menschen der Welt leben deshalb in der Schweiz. Im Augenblick haben wir keinen Grund, darüber traurig zu sein.

Schweizer Diplomatie ist zu diplomatisch

Mittwoch, den 21. März 2012 um 11:30

Elisabeth Kopp, alt Bundesrätin ist nicht nur von ihrer Partei, der FDP, enttäuscht, sondern auch von ihrer Nachfolgerin Eveline Widmer-Schlumpf. „Ich würde viel härter verhandeln“, sagt die kampferprobte Zumikerin. Ohnehin sind unsere alten Politiker/-innen ziemlich ungeduldig und melden sich laufend zu Wort.

Sehr starke Auftritte hat weiterhin Prof. Dr. Franz Blankart, der erfolgreichste Schweizer Wirtschafts-Staatssekretär des 20. Jahrhunderts. Hinter seinen gewohnt eleganten Formulierungen verbirgt sich viel Kritik an den Nachfolgern im Amt.

Ist die Schweizer Diplomatie zu diplomatisch? Sehen wir unsere Bundesräte mit ihren wenigen Staatssekretären im Einsatz, kann dieser Verdacht aufkommen. Wie Eveline Widmer-Schlumpf den „grossen Diener“ macht vor ausländischen Kollegen ist fast lachhaft. Ob Michael Ambühl mit seinem kleinen Sonder-Staatssekretariat den schon zahlenmässig überlegenen ausländischen Gesprächspartnern wirklich Paroli bieten kann, darf bezweifelt werden. Das wenigste, was dem Volk als Erfolg verkauft wird, ist auch einer.

Die Schweizer Aussenpolitik macht den Eindruck eines Multifunktionskämpfers auf unsicherem Boden. Micheline Calmy-Rey hat dies mit ihren riskanten Ausfällen (Nahost-Politik) im Sinne des Wortes verschleiert. Substanzgewinne für die Schweiz sind selten geworden.

Woher das Geld kommt

Mittwoch, den 21. März 2012 um 8:00

Die Firma Exxon, an deren Tankstellen wir fleissig Benzin aufnehmen, hat in den fünf Jahren bis 2010 in den USA an Steuern insgesamt USD 59 Mia. bezahlt. Dies, obwohl sie in den USA selber in der gleichen Zeit nur USD 40,5 Mia. verdiente. Des Rätselns Lösung: Exxon verdient als Weltkonzern im Ausland derart viel Geld, das auch in den USA zu versteuern ist, dass es zu derlei Verzerrungen kommt. Mit unserem Benzinkonsum helfen wir den USA auf die Beine.

 
     
     
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