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Tagesarchiv für 20. März 2012

Unterdrückung macht kreativ

Dienstag, den 20. März 2012 um 16:00

Die osteuropäischen Filme waren am besten, als dort die Kommunisten die eigenen Filmer unterdrückten. Herrliche Filme aus der UdSSR, Polen, Ungarn und der CSSR waren schon vor 60 Jahren weitaus besser als alle Produktionen aus Holly- oder Bollywood. Jetzt kommen sehr schöne Filme aus dem Iran, wo die Menschen, man staune, in die Kinos strömen dürfen, um ein wenig Unruhe zu erfahren.

Bei uns in der Schweiz wird man nicht unterdrückt. Unsere Filmer realisieren Projekte von einer Belanglosigkeit, welche die Disney-Studios zu einem Intellektuellen-Forum macht. Wogegen sollen wir uns auflehnen, wenn jeder Schrei nach Freiheit mit Geldbündeln erstickt wird?

Deshalb stochern wir ein wenig in der Vergangenheit, wo wir Verdingbuben finden, eine Art Binnenmarkt-Sklaverei entdecken, oder wärmen romantische Paargeschichten auf, lassen Giacobbo und Freunde James Bond, Swiss Version, erfinden, die niemand interessiert.

Dieser Luxus ist es, Dinge zu produzieren, die absolut überflüssig sind, weil ohne Bedeutung, welcher unser Land in all seiner Schönheit und berauschender Weisheit ausmacht.

Der schwäbische Pastor aus Preussen

Dienstag, den 20. März 2012 um 14:44

Ein Pastor, der gegen seine (DDR-)Regierung revoltierte, der in zweiter Beziehung mit einer Journalistin zusammen lebt, aber von seiner ersten Frau Hansi nicht geschieden ist, der Hartz IV verteidigt und die USA liebt, der für sich eine linksliberal-konservative Haltung in Anspruch nimmt und zudem ein glänzender Redner ist, der aussieht wie Jean Gabin zu dessen besten Zeiten, ein solcher preussischer Pastor kommt den Deutschen gerade recht. Joachim Gauck hat die beiden Blender Horst Köhler und Christian Wulff als deutscher Bundespräsident abgelöst. Er ist der ideale Nachfolger der einstigen schwäbischen Pastoren, deren Nachfahren in der 68er Studentenrevolte untergegangen sind.

Braucht es Gottschalk und Schawinski?

Dienstag, den 20. März 2012 um 13:45

Beide stecken im Quotentief, auch wenn die Sender behaupten, man sei zufrieden. Thomas Gottschalk kommt mit „Gottschalk-Live“ bei der ARD nicht auf Touren und Roger Schawinski geht es ebenso beim Schweizer Fernsehen.

Sender wie Stars wollen nicht einsehen, sie haben zwei Oldtimer auf Lager. Man steigt auf sie ein, weil sie Charakter zeigten, aber richtig rassige Objekte sind es nicht mehr. Auch unrasiert nicht.

Michelle Hunzicker, „la Hunzicker“, hat Gottschalk gut getan, denn die muntere Bernerin italienischer Herkunft brachte jene Naivität über den Bildschirm, welche ein alterndes Publikum mittlerer Intelligenz um diese Uhrzeit liebt. Schawinski ist diese Verjüngung bisher nicht gelungen; vielleicht sollte er „la Tschouma“ an seine Seite nehmen, die Spannung wäre garantiert.  

Das Zürcher Volk teilt Juden und Katholiken

Dienstag, den 20. März 2012 um 11:25

Nicht nur der „retrokatholische“ (St. Galler Tagblatt) Bischof von Chur, Vitus Huonder, hat Probleme mit den liberalen Zürchern, gleiches gilt für den orthodoxen Rabbiner der Israelischen Cultusgemeinde Zürich, dem die laizistischen Juden ebenso davon laufen wie den römisch-katholischen Pfarrern. Das in und um Zürich angesiedelte, meist gut ausgebildete und dynamische Kirchen- und Synagogenvolk ist der alttestamentarischen Verkündigungen müde. Was Abraham mit seinen Frauen und Dienstmädchen trieb, wie Jesaia sein eigenes Volk verfluchte, wie Hiob Gott anklagte, das zieht heute nicht mehr. Kurzum, die Orthodoxen aller Religionen, deren Glaubenssubstanz gewaltig ist, müssen Ausdrucksformen finden, welche in die Jetztzeit passen. Andernfalls verwandeln sie sich in diesem Jahrhundert in einen schamanischen Zustand, der in alten Kirchen und Synagogen wie in Museen zu besichtigen sein wird.

Deutsche sagen Energiewende ab

Dienstag, den 20. März 2012 um 11:00

„Meint es Doris Leuthard ernst mit der Energiewende“, ist eine häufig zu hörende Frage. Wer sie nicht angreifen will, antwortet: „Sie versucht es, mindestens.“ Da sie im UVEK auch mit der Zweitwohnungs-Initiative auf dem falschen Fuss erwischt wurde, stehen ihre Flaggen derzeit auf Halbmast.

In Deutschland wird die Energiewende bereits abgesagt. Alleine die Verstaatlichung der Netze könnte sie noch retten. Davon sind wir in der Schweiz weit entfernt.

Vampire, wir?

Dienstag, den 20. März 2012 um 8:08

Der schreckliche Zwang, dem sich Männer wie Frauen aussetzen, mit 50 noch wie 30 auszusehen, grenzt ans Lächerliche. Mein Freund sein vierzig Jahren, ein fast 80jähriger Unternehmer, hat sich seither kaum verändert. Er kultiviert einen Lebensstil, leicht beschädigt, der sich seit einer Generation nicht verändert.

Es herrscht ein Verbot, älter zu werden. Gesundes Essen, der Verzicht auf die Zigarette, Villiger Cigarren sind unverzichtbar, joggen und Ayurveda sind Lebenstechniken, welche aus uns Vampire machen. Wir wollen ewig leben, lassen unsere Renten von den Jungen oder irgendwelchen Arbeitsrobotern in Asien finanzieren, deren Firmen gute Dividenden abwerfen, und gehen nach Möglichkeit null Risiko ein. Wer auf die Schnauze fällt, wie Christoph Blocher unlängst beim Aussteigen aus der Bahn, ist selber schuld.

Die Schweiz als alpines Florida? In 15 Jahren werden wir es erreicht haben.

 
     
     
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