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Tagesarchiv für 13. März 2012

Feier zum 1. Mai: sinnlos

Dienstag, den 13. März 2012 um 15:15

Wenn in Zürich zum 1. Mai ein ägyptischer Gewerkschafter als wichtigster Redner eingeladen wird, zeigt dies die Hilfslosigkeit unserer Gewerkschaften. Der 1. Mai ist der Tag des Arbeiters, der in Zürich üblicherweise ein Dienstleister ist. Viele Zürcher arbeiten in Banken, Versicherungen und zahllosen Dienstleistungsfirmen oft 14 Stunden am Tag. Die damit erzielten Gewinne gehen in die Auslandexpansion der beiden Grossbanken oder dienen zur Übernahme oft fragwürdiger Firmen (AWP durch SwissLife). Es gäbe also genügend zu sagen, wofür die Zürcher Dienstleister eigentlich arbeiten. Dazu kommt die Globalisierung, der Verlust an Heimat. Der Druck auf die Familien ist derart gross, dass die Hälfte aller Zürcher Singles sind; sie haben keine Kraft mehr zur Bildung von Familien.

Darüber wird nicht gesprochen. Der ägyptische Gewerkschafter hat mit seiner halbgaren „Revolution“ in Ägypten dem Machtgewinn der konservativen Muslime, der Muslimbruderschaft, den Weg bereitet. Er sollte am Abend einen Vortrag halten, aber tagsüber sollte man über die Aufgaben und Probleme der jungen Schweizer sprechen. Wenn Hannes Nussbaumer im „Tagesanzeiger“ schreibt „Die Schweiz braucht keine Revolution“ und sich damit vom Schriftsteller Lukas Bärfuss distanziert, sagt er auch, wir bräuchten kein revolutionäres Denken. Nussbaumer empfiehlt den politischen Weg „in die Mitte“, das ist dort, wo nichts ist.

Das erneut falsche Signal bei der Auswahl eines Zürcher 1. Mai-Redners, die Flucht aus dem Denken und Reden über uns selber mit der Begründung, wir müssten uns den grösseren Aufgaben in der Welt stellen, sollte Anlass zum Nachdenken sein.

Tolle Justiz – andernorts

Dienstag, den 13. März 2012 um 13:15

In den USA fällt der Richter über Goldman Sachs her, wo er die Investment Bank öffentlich beschuldigt, die Stadt El Paso über den Tisch gezogen zu haben. In Deutschland geht die Staatsanwaltschaft München gegen den früheren Porsche-Finanzchef Wiedeking mit aller Macht vor, weil bei einem Millionenkredit Betrug im Spiel gewesen sein soll. Und in der Schweiz? Wir sind alle Engel. Keinem Richter wird es einfallen, wirklich ernsthafte Prozesse zu führen. Wir haben genügend Arbeit mit den Kleinen und deren Unglück.

Zumthors doppelte Niederlage

Dienstag, den 13. März 2012 um 12:15

Nicht nur in der Bündner Gemeinde Vals, die ohne den Schweizer Star-Architekten Peter Zumthor niemand kennen würde, auch auf der Insel Ufenau im Zürisee, wo er für das Kloster Einsiedeln eine neue Anlage bauen wollte, verlor der Grossmeister. In Vals siegte ein jüngerer lokaler Unternehmer, der den Einwohnern konkrete Vorteile bot, würden sie ihm die Zumthor’sche Therme verkaufen, während der Architekt unklar blieb. Auf der Ufenau siegten die konservierenden Umweltschützer gegen die Planer einer sanften Modernisierung. Zumthor denkt in grösseren Zusammenhängen, die dem Normalbürger fremd sind, ganz wie die Zürcher und Schweizer es nie schafften, dem Sohn der ETH Zürich, Calatrava, einen grossen Auftrag zu erteilen.

GLP-Bäumle schmiss die Zweitwohnungs-Initiative

Dienstag, den 13. März 2012 um 9:45

Martin Bäumle, Präsident der GLP, hatte den Auftrag, die Zweitwohnungs-Initiative zu bekämpfen. Seine Partei versagte, denn mit 28 000 Stimmen siegten Franz Weber mit Tochter.

Gleichzeitig herrschte ein Chaos innerhalb der Parteien: Die CVP mit Christophe Darbellay halfen der Jungpartei von Bäumle, aber nicht konsequent genug. Die FDP von Fulvio Pelli fuhr eine eigene Kampagne, die ebenfalls kein Erfolg wurde. Die grossen Wirtschaftsverbände verschliefen das Thema und die Regierungen und Handelskammern der Bergkantone kamen mit Ausnahme des Wallisers Jean-Michel Cina kaum zur Geltung.

Die Folge ist eine traumatische Niederlage der ohnehin wirtschaftlich schwachen Bergkantone, die nun keinen Plan B haben, sondern mit Tricks und Trickli Wege suchen, ihre Bauwirtschaft zu retten.

„Ich würde alles gleich machen….“

Dienstag, den 13. März 2012 um 7:45

…ist einer der meist benutzten Sätze von Politikern, Sporttrainern und Vertretern ähnlicher High Risk-Jobs, wenn sie eine Niederlage überlebt haben. Es gilt als höchst gefährlich einzugestehen, man könnte auch einmal „etwas anders machen“ als ursprünglich vorgesehen. Als Höhepunkt folgt dann meist die Aussage „Ich bin, wie ich bin“ oder „Ihr müsst mich nehmen, wie ich bin.“ womit eingestanden wird, dass das Lernpotential des Betroffenen gleich null ist. Weil die Welt sich heute rascher ändert als die vom Tempo Betroffenen, sind Niederlagen programmiert. Dann bleibt nur noch die Formulierung „Ich übernehme die Verantwortung“, meist von Menschen vorgetragen, denen man am liebsten keinerlei Verantwortung übertragen würde. Womit der Kreislauf bekannter Aussagen von neuem beginnt.

 
     
     
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