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Tagesarchiv für 9. März 2012

Kunstmuseum Bern in der PR-Falle

Freitag, den 9. März 2012 um 17:45

Natürlich ist der Public Relations-Abteilung des Schweizer Holcim-Konzerns ein Coup gelungen. Die Fotos aus Anlass von „100 Jahre Holcim“ werden in Bern im renommierten Kunstmuseum unter dem Titel „Industrious“ recycliert dem Publikum vorgestellt. Es wäre auch zu schade gewesen, diese nur im Rahmen einer Buchpublikation zu verwenden. Wenn Holcim die Ausstellung mit 40% der Gesamtkosten sponsert, ist dies nur ein Beweis dafür, dass man grossen Wert auf diesen Auftritt in Bern gelegt hat. Jetzt warten wir auf die nächsten Fotoausstellungen von Novartis, Nestlé und Glencore, die mindestens gleichrangige Fotografen beschäftigen.

Daniel Vasella, der Missverstandene

Freitag, den 9. März 2012 um 14:50

Der Basler Konzernchef Daniel Vasella gehört zu den unverstandenen Schweizer Unternehmern. Die Basler selber finden, er sei am Rheinknie nie richtig angekommen. Im Handgemenge der wichtigeren Schweizer Unternehmensführer hält er sich eher zurück; Interviews gibt er selten und dann in einer Sprache, die oft der Wärme entbehrt. Ist Daniel Vasella wirklich jener „Amerikaner“, als welchen man ihn zu erklären sucht?

Nein, denn den Novartis Campus in Basel, wo der Konzern über Fr. 2 Mia. investiert, ist sein Entscheid, den er gegen die Auffassung anderer Mitglieder des Verwaltungsrats und der Konzernleitung durchgesetzt hat. Ohne Daniel Vasella gäbe es keinen Campus in Basel.

Nochmals nein, denn die Erhaltung des Novartis-Standorts Nyon ist ebenfalls das Werk von Vasella. Ohne sein Wort wäre es zu hunderten von Entlassungen gekommen.

Die offizielle Schweiz hat offensichtlich Schwierigkeiten mit dem erfolgreichen Bündner, der in Fribourg gelebt hat und in Basel erfolgreich wurde. So hat Bundesrat Didier Burkhalter zur Zeit als er für die Schweizer Gesundheitspolitik zuständig war, anderthalb Jahre gebraucht, ehe er Vasella zu einem Gespräch aufsuchte. Unser heutiger Aussenminister, der als menschenscheu gilt, wollte seine – heute gescheiterte – Gesundheitspolitik ohne die massgeblichen Unternehmer durchziehen.

Daniel Vasella, der grosse Missverstandene? Ja.

Warum rief Steinbrück die Kavallerie?

Freitag, den 9. März 2012 um 11:05

Ein vertrauenswürdiger Zeuge berichtet mir:

Als Bundesrat Hans-Rudolf Merz den deutschen Finanzminister Peer Steinbrück in Berlin besuchte, schraubte sich Merz rhetorisch immer höher und stieg Steinbrück gegenüber auf ein sehr hohes Ross. Dies veranlasste den schlagfertigen deutschen Politiker zum Ausruf: „Dann muss ich die Kavallerie holen.“

Merke: Dieser Satz, über welchen viele im Land bis heute erzürnt sind, wäre nie gefallen, hätte sich Steinbrück durch das Merz’sche Gehabe nicht provoziert gefühlt. Diplomatie ist eine feine Kunst, die wir offensichtlich verlernt haben.

Nicht hilfreiche Bemerkungen

Freitag, den 9. März 2012 um 9:00

Wer wüsste nicht, dass wir in einer Demokratie leben, wo doch Frankreich von einem verdunkelten Sonnenkönig geführt wird und in Italien wie Griechenland Finanz-Caudillos herrschen, die ihre Völker mit bitteren Lasten belegen, während die privaten Schuldner, vor allem die Bankiers, zu den Geretteten zählen, da deren Lasten vom nordeuropäischen Steuerzahler geschultert werden. In dieser hoch zu lobenden  Demokratie hat die deutsche Bundeskanzlerin, deren politische Balancekünste von Tag zu Tag bewundernswerter geworden sind, einen Halbsatz von besonderer Tragweite geprägt: „Es handelt sich um eine nicht hilfreiche Meinung….“

Künftig sind demzufolge den Demokraten nur noch „hilfreiche Meinungen“ gestattet, die Fortsetzung der „konstruktiven Kritik“ aus dem vergangenen Jahrhundert. Echte Kritik und „nicht hilfreiche Meinungen“ sind in einer wahren Demokratie nicht mehr erwünscht.

 
     
     
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