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Tagesarchiv für 8. März 2012

Pech für Hildebrand, Lei zieht sich zurück

Donnerstag, den 8. März 2012 um 17:22

Der Thurgauer Anwalt Hermann Lei würde nie mehr eine Aktion starten, wie diejenige gegen Philipp Hildebrand. Er sieht sich als Opfer der Medien und der Polizisten. Lei fürchtet, man könne ihm das Anwaltspatent entziehen. Der IT-Mitarbeiter der Bank Sarasin hat ebenfalls nur verloren. Christoph Blocher zählt auch nicht zu den Siegern dieser Affäre, denn grosse Teile des Volkes hassen derlei Saubannerzüge gegen sonst verdiente Eidgenossen. Philipp Hildebrand hat mit Sicherheit sein Amt verloren, kann aber mit einem Comeback in der Finanzbranche rechnen. Gewonnen hat die „Weltwoche“, die ihr Image als Enthüllungsblatt festigen konnte.

Stil für die oben und die unten

Donnerstag, den 8. März 2012 um 16:50

Weil Stil in vielem wichtiger als Inhalte geworden ist, müssen wir dem „Stil“-Magazin des einzig verbliebenen Schweizer Weltblattes „Neue Zürcher Zeitung“ die gebotene Aufmerksamkeit schenken. Schon auf derTitelseite mit einem Visconti’schen Model, das apart auf einer Empire-Kommode platziert wurde, zeigt dieses Zürcher „Magazin für Lebensart“ auf, wie eine echte Zürcherin auszusehen hat, was den älteren Goldküstenbewohnern sicher Schauer über den Rücken rieseln lässt. Der Jetset, den Zürich eigentlich schon lange nicht mehr hat, zeigt sich weiblich-püppchenhaft kokett, eher anbiedernd. Der Mann vom „Herren Globus“ gleich gegenüber  wirkt äusserst cool und  daher „Mehr Mann“. Was sich auf der folgenden Fotostrecke, günstig eingekauft, an empfehlenswerter Locker- oder Verruchtheit präsentiert, finde ich wesentlich eleganter im „What to by“ der „Financial Times“, wo auch die Inserate Weltklasse sind, während „Stil“ à la NZZ doch wohl nur ein Versuch ist.

„Mitten im Leben“ nennt sich das Stilmagazin des „Sonntag Blick“, das mich auf der Titelseite und 12 folgenden mit dem geplanten Elefantenpark des Zirkus Knie in Rapperswil vertraut machen soll. Franco Knie, der wesentlich vitaler wirkt als der monegassische Fürst oder Prinz Philipp von England hat sehr wahrscheinlich einen Marketingvertrag mit dem Ringier-Konzern geschlossen, der dann auch die Tickets für den Kinderzoo in Rapperswil verkaufen darf. Dennoch muss dem „Mitten im Leben“-Magazin von der Dufourstrasse zugute gehalten werden, dass es mit der folgenden Frage im Immobilienteil „Was bekomme ich für 700 000Franken?“ einen Leseknüller gelandet hat, wobei nicht jeder junge deutsche Arzt für ein 278 qm-Haus nach Sembrancher ins Wallis ziehen wird, wenn er für den gleichen Preis eine 55qm 2,5 Zimmer-Wohnung in Zürich erhält.

Beide Magazine machen intensiv Produktwerbung, um den Lesernutzen zu steigern. Ringier bietet jede Menge „action“ an und ist damit wahrscheinlich näher am Markt als die „Stil“-isten der NZZ, die mit der wirklichen Elite nicht schritt halten können.

Der „Oltener Kreis“ will Philipp Müller

Donnerstag, den 8. März 2012 um 16:30

Jetzt wird es hart für den freisinnigen „Oltener Kreis“ des SBB-Lobbyisten Stefan Nünlist, dessen Kandidat für die Führung der FDP Schweiz, Nationalrat Philipp Müller, offensichtlich den Banken nicht genehm ist. Alt Bundesrat Pascal Couchepin, Mitglied der neuen „Gruppe Olten“, sucht die welschen Freisinnigen für Müller zu gewinnen. Ob das reicht?

Philipp Müller, obwohl Aargauer, ist kein Freund der Kernenergie. Sein den Banken genehmer Konkurrent, FDP-Ständerat Pankraz Freitag, Glarner, ist Lobbyist der Kernenergie-Fraktion.

Es sieht so aus, als seien die Würfel damit für Freitag gefallen. Eine mehr gewerblich ausgerichtete FDP hätte in der A-Schweiz der grossen Konzerne keine Chance. Der Zürcher Ruedi Noser könnte das Blatt in den kommenden sechs Wochen noch wenden.

Die Tragödie des Davoser Professors aus Céligny

Donnerstag, den 8. März 2012 um 14:05

Klaus Schwab hat Zeit seines Lebens für eine schwäbische Form des verantwortlichen Kapitalismus‘ gekämpft. Jetzt wettert der Gründer des World Economic Forums gegen den Turbo-Kapitalismus, dessen Vertretern er den Teppich ausgelegt hat.

Wie der Faust’sche Zauberlehrling hat er gesehen, wie seine Davoser Zöglinge, die er als „Masters oft he Universe“ zelebrierte, zu gierigen Monstern geworden sind, die sich, der Zeit und den Moden folgend, die Mäntelchen des Grünen oder der Frauenförderung umlegten, selbst aber nicht änderten.

Schwab verlangt einen gebremsten Turbo-Kapitalismus, welcher der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet bleibt. Keine Chance, Herr Professor, Kapital muss sich mehren.

Banken machen die Schweiz ärmer

Donnerstag, den 8. März 2012 um 13:20

Wenn, wie Oswald J. Grübel im Überschwang seines Pensionärsdaseins sagt, der Finanzsektor um 10-15% kleiner wird, sehen viele Kommentatoren darin nur eine Krise des Finanzplatzes Schweiz. Sie verlangen „neue hochwertige Dienstleistungen“, mit welchen der Ertragsausfall auszugleichen wäre, ohne dass ich je vernommen hätte, worin diese Dienstleistungen bestehen sollen.

Mit Sicherheit dürften die Grübel’schen Projektionen, zu denen sich seine UBS- und CS-Kollegen auf Stufe VR und Generaldirektion natürlich nicht äussern, zur Folge haben, dass das BIP Schweiz um 1-2% geschmälert wird, auf pro Kopf-Basis sogar noch einiges mehr. Die Schweiz, wo von den Bauern bis zu den Verlegern immer mehr Branchen von Leistungen des Staates abhängig sind, verliert damit gerade dort, wo dies nicht der Fall sein sollte, in der Privatwirtschaft.

Ob dem Ruf der Banken nach guten Rahmenbedingungen seitens der Politik weiterhin Folge geleistet werden kann, ist zumindest nicht gesichert. Der immer stärker werdende Druck aus dem Ausland ist auf Dauer einer der entscheidenden Faktoren, um dem Finanzplatz die Luft weiter abzuschneiden.

Ebenfalls verlangt werden seitens der Banken Systemstabilität und Funktionsfähigkeit der Schweiz. Auch damit sieht es nur oberflächlich gut aus. Wir haben unkoordinierte bürgerliche Parteien und einen zunehmenden Linksdruck. Die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen hat tendenziell abgenommen.

Zuletzt stehen auch Integrität und Reputation des Finanzplatzes auf dem Spiel. Angesichts der geradezu riesigen Entschädigungssummen, welche die beiden Grossbanken seit nunmehr zehn Jahren laufend begleichen müssen, dazu die negativen Folgen der Finanzspekulationen, welche von den Banken ausgelöst und gefördert wurden, müssen Integrität und Reputation den Banken nicht von aussen auferlegt/-erzwungen werden, sondern sollten aus ihrem Inneren kommen. Es gibt kein ernsthaftes Zeichen, dass dieser Prozess in Gang gekommen ist.

Von den Schmidheinys lernen?

Donnerstag, den 8. März 2012 um 12:45

Alles hat ein Ende, so wahrscheinlich auch die globale Karriere der Rheintaler Familie Schmidheiny. Stephan Schmidheiny, dem die Eternit-Prozesse wie ein Klotz am Bein hängen, hat in viele Unternehmen diversifiziert, von denen keines als überdurchschnittlich erfolgreich bekannt ist (gemessen an den Ansprüchen von Vater und Grossvater). Thomas Schmidheiny nennt sich bei Holcim „das Gedächtnis“ der Firma, deren Aktie nur noch die Hälfte dessen wert ist, was sie einmal war; im Winzer- und Hotelgeschäft fühlt er sich offensichtlich unternehmerisch besser.

Die Schmidheinys haben nicht nur eine globale Eternit-Krise im Haus, sondern auch die konkurrierenden Russen als Minderheitsaktionäre in der Holcim. Den Untergang der Swissair sah Thomas Schmidheiny als VR der Airline so wenig kommen wie seine Kollegen. War das alles, liesse sich fragen? Thomas Schmidheiny meint, wir hätten in der Schweiz „in den letzten Jahren ganz einfach zu schwache Führungskräfte“ Schweizer Herkunft. Als Stiftungsrat der Max Schnmidheiny-Stiftung, der die Universität St. Gallen viel verdankt, hätte er es in der Hand gehabt, dort die richtigen Reben heranzuziehen.

Politische Trauerspiele

Donnerstag, den 8. März 2012 um 11:36

Wie Dr. Christoph Blocher seine Partei, die er in Frankenstein’scher Manier geschaffen hat, nun wieder dem Abgrund zuführt, ist ebenso traurig wie der über 20jährige Niedergang des Freisinns, der mit Franz Steinegger und Fulvio Pelli als den beiden letzten Präsidenten nur den Weg nach unten kannte. Die Schweizer Politik ist, wie auch der zunehmende Druck aus dem Ausland zeigt, unbedeutend geworden. Deshalb hat die FDP als neue Kandidaten für das Parteipräsidium auch nur einen Schulrektor aus dem Kanton Glarus und einen Bauunternehmer aus dem Kanton Aargau aufzuweisen.

Diese politischen Trauerspiele, wo um den Rest der einst unabhängigen Schweiz erbittert gekämpft wird, sind die Folge des Rufs nach „Verlässlichkeit und Loyalität“. Wo die ganze Lage nicht mehr stimmt, braucht es Spitzenpolitiker, die auch die dümmsten Dispositionen noch verteidigen: Bilaterale Verhandlungen, Weissgeld-Strategie. Die nationalen Interessen der Schweiz werden zur Schlachtbank geführt wie ein Ochs, der noch fröhlich mit dem Schwanz wedelt, sieht er seinen Metzger.

Die alte Schweiz ist in der Dekadenz, reich zwar für wenige, aber ärmer werdend für viele. Sie dient als Abstellplatz für Weltkonzerne, die auf dieser einst für alle fruchtbaren Erde hohe Gewinne erzielen. Nicht einmal dies ist gesichert, wie die missratenen Abenteuer der beiden Grossbanken, der Lonza oder der Alpiq zeigen. Der Boden wankt nicht nur in Griechenland. Ganz Europa befindet sich in Schräglage, wobei die Schweiz für die Wohlhabenden als Resort dient. Davon lässt sich noch einige Zeit leben. Wie wenig sicher diese geglaubte Sicherheit ist, zeigt das ungemütliche Beispiel der einst reichen Niederlande.

Weil nun sicher jemand fragen wird, wo die Lösung sichtbar wird, sei geantwortet: Nur mit einer geschlossenen bürgerlichen Politik, welche die Interessen der Schweiz vor die anderer stellt, kann diese Ressourcenvernichtung gestoppt werden. Dies zu verhindern, ist die amtierende „Elite“ angetreten.

„Schwere Luft“ in den Bilanzen

Donnerstag, den 8. März 2012 um 11:20

Wie sich die Zürcher Familien und das Schweizer Kapital die Kontrolle über die beiden Grossbanken UBS und CS entwinden liess, wollte noch nie jemand verstehen. Walter Kielholz ist der letzten Vertreter Schweizer Geldes, der es gegen die globalen Finanzinteressen geschafft hat, sich an der Spitze zu halten, wahrscheinlich nur durch Zugeständnisse. Nicht minder überraschend ist die Tatsache, dass im grösseren Deutschland mit der Deutschen Bank genau das gleiche geschieht. Nun hat dort ein Inder, Anshu Jain, das Sagen, wirft die Deutschen aus dem Sattel und holt seine eigene Mannschaft an die Spitze „seiner“ Bank.

Liegt es daran, dass wir es verlernt haben, ernsthaft Geld zu verdienen? Unsere eigenen „Kapitalisten“ machen Kasse und ziehen sich als Rentiers (nicht Rentner!) zurück. Die Bilanz der Deutschen Bank „enthält viel schwere Luft“, sagen Profis, die Joe Ackermanns Bilanz ziehen. Den beiden Schweizer Grossbanken, immerhin, wird zu Gute gehalten, dass sie weiterhin ein Risiko für die Schweiz sind, aber solider wirken als andere grosse europäische Banken.

Entertainer soll UBS Deutschland retten

Donnerstag, den 8. März 2012 um 10:10

Thomas Gottschalk, der Entertainer der deutschen Unter- und Mittelklasse, soll der in den roten Zahlen befindlichen UBS Deutschland helfen, zu reichen Kunden der Oberklasse zu kommen. Anstelle von „la Hunziker“ soll Beatrice Weder die Mauro auftreten, die deutsche Bundesweise von Gerhard Schröders Gnaden. Quelle comédie! Die UBS zieht allerdings nur nach, ist Dieter Bohlen doch längst für die Branche der Anlageberater aktiv; sein Geld hat er bei der Commerszbank.

 
     
     
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