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Monatsarchiv für Februar 2012

Die US-Kunst der Kriegführung

Montag, den 27. Februar 2012 um 10:00

Kriege gewinnt man, indem man, für den Gegner überraschend, ihn dort angreift und schlägt, wo es weh tut. Die US-Administration sieht dies ganz anders: Sie will den Krieg in Afghanistan gewinnen, indem sie dem Gegner zwei Jahre zuvor mitteilt, wo sie wann welche Truppen abziehen möchte.

In Libyen wurde Muammar Ghadhafi entmachtet, indem die NATO-Staaten Frankreich und Grossbritannien die von der UNO gesetzten Grenzen des Einsatzes missachteten; es ging um Tod und Leben. Jetzt stellt sich heraus, dass die libyschen Rebellen munter weiter foltern und töten. Ob die UNO dies gewollt hat, ist fraglich.

UBS-Jubiläum: Abschied der Baby-Boomer

Montag, den 27. Februar 2012 um 9:37

Aus Anlass des 150jährigen Jubiläums des UBS-Konzerns, das in Anwesenheit von 500 Gästen gefeiert wurde, nahm an der Bankspitze auch die Babyboomer-Generation Abschied. Kaspar Villiger, Oswald Grübel, Marcel Ospel, Peter Kurer, Matthias Cabiavalletta, sie alle gehören einer Generation an, die nicht hart kämpfen musste, wie die ihrer Vorgänger, sondern auf einer Welle des Erfolgs ritten, wo Babyboomer Ospel, „die UBS zur grössten Bank der Welt machen wollte“. Das Projekt dieser Generation ist gescheitert.  Sergio Ermotti, neuer CEO des UBS-Konzerns, der mit Peter Brabeck-Letmathé (VRP Nestlé) im Wettbewerb um den schönsten Schweizer Spitzenmanager ganz an der Spitze liegt, vom Typ her eher ein Vermittler, stösst nun auf Axel Weber als VRP der Bank, dessen Zahlenfetischismus und Durchsetzungswille legendär sind. Ohne diesen harten Schädel wäre Weber heute EZB-Präsident. Demnächst wird er der jungen UBS-Generation zeigen zeigen, woher der Wind weht.

Wir haben keine Cleverles mehr

Montag, den 27. Februar 2012 um 9:00

Ernst Mühlemann, FDP-Nationalrat und Schatten-Aussenminister der Schweiz, war das letzte Cleverle, das wir hatten. Für mit diesem Ausdruck Unvertraute: Lothar Späth, einst legendärer MP in Stuttgart, war das Ober-Cleverle der Schwaben.

Jetzt haben wir Schweizer kein Cleverle mehr, sondern nur Juristen und andere mittelklassige Politiker, die mit den echten Cleverle, den Schwaben, einfach nicht fertig werden. Diese haben einen gewaltig harten Schädel, wenn es um die An- und Abflüge über dem Südschwarzwald geht. Unsere ob ihrer keltischen Abstammung stolzen Politiker machen keinen Stich gegen diesen Menschenschlag.

Um es noch bunter zu machen: Die Schweiz soll nun die neue S-Bahn mitfinanzieren, sagt Walter Schneider, Chef des Landkreises Lörrach. Er ist Badenser, noch schlimmer.

Aus dem Häuschen

Freitag, den 24. Februar 2012 um 16:07

Nicht einmal die NZZ-Inlandredaktoren sind sich einig. Davide Scruzzi schreibt richtig: „Während die Bausparinitiative aus dem Kanton Baselland am 11. März zur Abstimmung steht….“ behält sich sein Chef René Zeller, stv. Chefredaktor des Weltblatts, und Leiter der Inlandredaktion vor, gleichentags in seinem NZZ-Blog zu schreiben: „Am 11. März ist an der Urne zu entscheiden, ob der Erwerb von eigenen vier Wänden steuerlich begünstigt werden soll. Hinter der Vorlage steht ein starker Verband – und Ansgar Gmür.“ Mit dem „starken Verband“ meint René Zeller den Schweizerischen Hauseigentümerverband, der von Ansgar Gmür seit dem Jahr 2000 als Direktor geleitet wird.

Zeller, der dem Bausparen nichts abgewinnen kann, geht Ansgar Gmür, den mit seinen Mitgliedern wahrscheinlich grössten Kunden der NZZ, gleich frontal an:

  • „Ein gottesfürchtig in Amden aufgewachsener Bergler.“
  • mit „germanischem Vornamen“
  • „vom mittellosen Messdiener zum gutsituierten Funktionär geworden.“

René Zeller, der nicht Chefredaktor der NZZ werden durfte, läuft offensichtlich gegen die Schweizer Hauseigentümer und deren Verband Amok. Gmür meint: „Das geht schon seit Jahren so, und wir bringen dem Verlag Millionen.“ Was im nördlichen Nachbarland und in vielen anderen europäischen Staaten als grosser Erfolg gilt, darf in der Schweiz nicht sein. Die Schweiz hat eine der niedrigsten Wohneigentumsquoten aller europäischer Staaten. Nicht einmal die urbanen Journalisten wollen begreifen, dass dies ein Nachteil sein kann.

Wohlstand unter Wasserdruck

Freitag, den 24. Februar 2012 um 13:45

Es ist ein gutes Gefühl, in Zürich, der teuersten Stadt der Welt zu leben. Einmal im Halteverbot parkieren, um ein belegtes Brötchen zu kaufen, kostet Fr. 140.–, Haareschneiden und Tönen Fr. 100.–, Lunch für zwei Personen mit einer Flasche Wein, Wasser und Café unter Fr. 200.—praktisch unmöglich, Karten für das Opernhaus für Fr. 350.–, für Showveranstaltungen Fr. 250.—pro Nase. Die besten Business Hotels der Stadt, wo es Zimmer erst ab Fr. 400.—pro Nacht gibt, sind zusätzlich ausgelastet, weil US-amerikanische Ermittler in grosser Zahl einfliegen, um bei dem UBS-Konzern und anderen Banken nach Belegen zu suchen, wie der Libor manipuliert wurde. Diese Ermittler essen natürlich gerne gut und kaufen privat auch an der Bahnhofstrasse ein, was dem Umsatz der Uhrengeschäfte dient.

In einem sind wir provinziell geblieben: Noch kein Zürcher Verlag hat Polizisten oder andere Vertreter der öffentlichen Hand pro Kopf mit Fr. 100 000.—bestochen, wie dies bei News Corp. in London vorgekommen sein soll. Offensichtlich haben bei uns wichtige Informationen einen anderen Stellenwert. Es ist uns letztlich auch gleichgültig, was die Elite des Landes im privaten Umfeld umtreibt.

Zürich hat mit vier Fahrzeugen auch die meisten Wasserwerfer aller Schweizer Städte vorzuzeigen; schliesslich muss man das demonstrierende Volk auf Distanz halten. Wer in den Wasserwerfen sitzt, sie bedient, die Reizstoffe versprüht, weiss kein Mensch. Gastarbeiter wahrscheinlich, Deutsche, weil zuverlässiger, bald auch Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen, weil dies billiger ist. En Guete.

An welches Verfahren halten…..

Freitag, den 24. Februar 2012 um 12:12

„Bewerber müssen sich ans Vergabeverfahren halten“, sagt Ständerat Hans Hess, wenn es um den Kauf eines neuen Kampfflugzeuges geht. Der Schweizer liebt ein geordnetes Verfahren auch dann, wenn die Welt längst nicht mehr „ordentlich“ ist. Das haben wir im Falle des Finanzplatzes erlebt, wo die US-Behörden sich nicht an unsere „ordentlichen Verfahren“ halten wollen. Das erleben wir mit den bilateralen Verhandlungen, die für uns ein „ordentliches Verfahren“ sind, für die EU aber nicht (mehr). Das erleben wir im Fall des Gripen, wo mit einem „ordentlichen Verfahren“ die Staatsfirma RUAG begünstigt werden soll, während wir mit einem dynamischen Verfahren bessere Flugzeuge günstiger einkaufen könnten.

Die Schweizer Ordnung, die im wesentlichen eine Ordnung der Deutschschweizer ist, hat in einer wenig ordentlichen Welt keine Zukunft.

Griechenland: Blutwechsel, Krise oder Krach

Freitag, den 24. Februar 2012 um 11:30

Deutschlands FinanzministerSchäuble ist willens, eine Veränderung in Griechenland mit sanften Worten zu erzwingen oder einen Austritt des Landes aus der EU hinzunehmen. Das wäre für die EU keine Krise, denn Italien und Spanien sind auf dem Weg der Stabilisierung, Frankreich schwächelt stark, aber die deutsche Lokomotive zieht, unterstützt vom Wirtschaftsraum London, die EU vorwärts.

Griechenland braucht ein Finanz- und Steuersystem, welches diesen Namen verdient. Die reichen Griechen fliehen aus dem Land, investieren auch vorzugsweise in den Staaten Osteuropas, aber kaum jemand ist willens, in Griechenland zu investieren. Daran würde auch ein griechischer Militärputsch nichts ändern, im Gegenteil.

Bei einem stabiler werdenden Euro, Grossrisiken an der Währungsfront, die in Berlin durchgerechnet sind, und einer gesamthaft stabilen Wirtschaftslage weltweit, sind für das laufende Jahr die Aussichten eher gut. Dies wird auch den Aufwertungsdruck des Frankens gegenüber anderen Währungen mildern.

Diese Stabilisierung der Märkte wird vom einfachen Sparer finanziert, von Rentnern und Empfängern von Sozialleistungen, die dem vollen Spardruck unterliegen, wie er von ihren Regierungen durchgesetzt wird.

Wittmann sieht die Superkrise vor der Tür

Freitag, den 24. Februar 2012 um 8:50

Prof. Dr. Walter Wittmann gehört zu der in der Schweiz seltenen Spezies die ökonomischen Kassandras, die bekanntlich die Wahrheit sagen, auf die aber niemand hört. In seinem jüngsten Buch bei Orell Füssli („Superkrise – die Wirtschaftsblase platzt“), ein Verlag im Besitz der Schweizerischen Nationalbank, sieht er diese Krise in diesem Jahr 2012 hereinbrechen. Wir haben also noch 10 Monate Zeit, um zu wissen, ob er recht hat.

Während auf internationaler Ebene Nouriel Roubini, Marc Faber („Mr. Doom“) und Robert L. Shiller in der Kassandra-Klasse hohe Anerkennung entgegen nehmen können, haben sich in der Schweiz nur Prof. Dr. Fredmund Malik und der Bieler Finanzfachmann Dirk Schröder ähnlich hervor getan. Dr. Konrad Hummler hat vor dem Verkauf grosser Teile von Wegelin & Co. vergleichbare Warnungen in seinen AK’s formuliert, indem er das Engagement in Sachwerten empfahl. Malik ist glaubwürdig, weil er über 40 Jahre Erfahrung im Anlagegeschäft und ein weltweit bedeutendes Beratungsunternehmen aufgebaut hat. Gleiches gilt für Dirk Schröder in Biel, der vor seiner Pensionierung (ex ASUAG-Konzern) delikate Finanzoperationen erfolgreich begleitet hat.

Wittmann geht in seinem neuen Buch davon aus, dass die Geldschwemme der Nationalbanken, verbunden mit der Hochrisiko-Verschuldung der OECD-Staaten, zu explosionsartig auftretenden Entwertungen führen wird, die viel Vermögen vernichten. Er empfiehlt: Hypotheken abbauen, weil sonst Zinsen nicht mehr zahlbar werden und Enteignungen die Folge sind. Dazu ein kräftiger Goldanteil. Von Banken und Versicherungen solle man die Finger weg lassen.

Eines fehlt mir, das politische Urteil. Wie die Bevölkerungen, besonders der Mittelstand der USA, Englands, Spaniens, Italiens und Portugals, verarmen, wie die Sozialleistungen abgebaut werden, gibt dies einen Hinweis darauf, wie die Staaten sich entschulden wollen. Fragt sich nur, ob diese brutale Entschuldung schneller vorangeht als die von Wittmann angesagte Krise kommt. Wir werden es erst am 31. Dezember dieses Jahres wissen.

Die Frauenbefreiungs-Bewegung ist nicht tot

Donnerstag, den 23. Februar 2012 um 16:10

Wenn Dr. Regula Stämpfli der Gipfel der Frauenbefreiungs-Bewegung in der Schweiz ist, während Alice Schwarzer in Deutschland längst in den Zustand einer Ikone zurückfällt, darf durch Beobachtung angenommen werden, dass in Europa die Frauen in den letzten 30 Jahren eher stärker, viele Männer schwächer oder weniger dominant geworden sind. Jetzt setzt sich dies in Afrika und Asien fort. Wie beim Festival in Cannes zu sehen, erweisen die Frauen in einem arabischen Land den Männern nur dann sexuelle Gefälligkeiten, wenn diese zuvor eine Wasserleitung ins Dorf gebaut haben. Das macht ebenso Sinn wie die Eheverweigerung einer Inderin, die erst dann wieder in ihr Heim zurück kehrte als der ihr  Angetraute dort eine Toilette eingebaut hatte. Wozu braucht es noch Entwicklungshilfe, wenn die Frauen derlei selber in die Hand nehmen?

Brainstorming ist mega-out

Donnerstag, den 23. Februar 2012 um 12:20

Vierzig Jahre habe ich nicht verstanden, weshalb Gruppen meist mässig begabter Teilnehmer Millionen von Stunden verbrauchten, um in einem „brainstorming“ zu keiner oder einer schlechten Lösung zu kommen. Jetzt ist das „brainstörming“ mega-out, haben doch ernsthafte Studien bewiesen, dass derlei wenig bringt. Das übliche freundliche Geplaudere, welches sich „brainstorm“ nennt, wird erst dann effizient, wenn die Meinungen hart aufeinander prallen. Gute Lösungen gibt es nur, wenn der beste Ansatz sich durchsetzen darf. Viele „brainstorms“ haben, weil dies nicht geschieht, mehr geschadet als genutzt.

 
     
     
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