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Tagesarchiv für 20. Februar 2012

Die Waadt got it

Montag, den 20. Februar 2012 um 17:16

Wie der Appenzeller FDP-Bundesrat Hans-Ruedi Merz eine grosse Zahl wohlhabender Schweizer reicher gemacht hat, sieht auch der Waadtländer FDP-Regierungsrat Pascal Broulis eine Chance darin, reiche Firmen von Steuern zu entlasten, damit aus der „armen Waadt“ endlich ein wohlhabender Kanton wird. Die Berner hat man schon lange überholt.

Broulis, das ist ein Teil des Lausanner Wunders, verschafft, mit Schwerpunkt Rolle, ausländischen Konzernen bedeutende Steuervorteile, was dem Kanton wie seinen Hochschulen Vorteile bringt. „Wir sind einfach intelligenter“, sagt Broulis. Er hat recht. Weiter so.

Lozärner gegen Basler Fasnacht?

Montag, den 20. Februar 2012 um 15:50

Die legendäre alemannische Fasnacht in Basel ist ein kultureller Höhepunkt von europäischer Bedeutung. Doch laufen die dortigen Zeremonien Gefahr, immer mehr stilisiert zu werden und an ursprünglicher Wildheit zu verlieren. Ganz anders die Lozärner Fasnacht, wo ein wildes Innerschweizer Volk um den Fritschi-Bruder tanzt und lärmt. Das in den letzten zehn Jahren reich gewordene innerschweizer Volk tobt mit einer Wildheit durch die Gassen, die man in  Basel kaum noch findet. Am Rheinknie träumen nächtlich-einsame Wandermusiker als Pfifer oder Trommler von einer inneren Welt. In Lozäre wird ganz das Äussere gefeiert, bedroht vom „Pilatus-Drache“. In Zürichs reformiertem Hexenkessel, wo ein kulturell stabiles Volk kaum noch existiert, ist die Fasnacht, sei sie baslerisch oder lozärnisch, ebenso nur ein Splitterereignis wie es die bayrischen Bierfeste sind, welche die letzten ruhigen Wochen in der Stadt verdrängt haben.

Nicht das Hirn, Testosteron entscheidet

Montag, den 20. Februar 2012 um 15:00

Als meine Frau mich fragte, warum ich die Roche-Aktie mit Verlust verkauft hätte, wusste ich es auch nicht. Deren Kurs sank wieder einmal und die Analysten schrieben schlecht über den Basler Konzern.

War es ein Hirn-Entscheid? Keineswegs, denn schon 2001 haben Forscher an der Universität von California festgestellt: „Testosteron-getriebene Männer handeln Aktien zu 45% mehr als Frauen. Sie reduzieren damit ihre Einkommen auf Aktien stärker als es Frauen tun. Der Grund dafür ist ein zu starkes Selbstbewusstsein.

Jetzt weiss ich es. Mein Bankberater hat mich natürlich auch nicht gewarnt; er verdient an meinem Testosteron-Spiegel.

Die Künstler-Revolutionen

Montag, den 20. Februar 2012 um 10:15

Ein bisher grösseren Kreisen unbekannter Künstler Ali Wak Wak aus Bengasi „fühlt sich frei“ seit Muammar Ghadhafi dort nicht mehr regiert. Dass dort weiterhin Bürgerkrieg herrscht, interessiert ihn so wenig wie Bernard-Henri Lévy, den französischen Grossdenker, der zum höheren Wahlkampfruhm seines Herrn Sarko den Bürgerkrieg per Handy ausgelöst hat.

Grosses Vorbild solcher Künstler ist Ai Wei Wie, jener sagenhafte Chinese, der mit Hilfe eines Schweizer China-Botschafters, Oswald Sigg, global Karriere gemacht hat. Wo Diplomaten nicht weiter kommen, meldet sich Rafik Schami, Filmer und Buchautor, über seine syrische Heimat zu Wort. In Aegypten waren es die Schriftsteller, die den Samen der Volkswut legten.

In der Schweiz sind alle Künstler sehr zufrieden mit Staat und Regierung, denn dieser giesst ein Füllhorn von Wohltaten über seiner „classe intellectuelle“ aus. Wir haben, nur ein Beispiel, derart viele Künstler-Wohnungen, dass nicht immer alle besetzt werden können. Ob das immer Schriftsteller und Maler sind, ist eine andere Frage.

Die Künstler-Revolutionen haben die Arbeiter-Revolutionen abgelöst, wobei es in Athen und Lissabon ganz so aussieht, als hätten die Menschen wirklich wenig zum Leben.

Die Foto-Inszenierung greift um sich

Montag, den 20. Februar 2012 um 9:15

Blicke ich in die Weltpresse, sehe ich seit zehn Jahren eine zunehmende Zahl offensichtlich inszenierter Fotos. Jeder Fotograf der Weltspitze hat die Absicht, einen der World Press Foto Prizes zu gewinnen, weil damit Karriere und Bankkonto gesichert sind. In der IHT vom 10. Februar, S. 2 oben, ist eine afghanische Mutter mit totem Kind zu sehen, die der Fotograf, nach Rembrandt’scher Art ausgeleuchtet, als Marienallegorie abgebildet hat. Keine schlechte Idee, aber ist es die Wahrheit?

Die inszenierten Fotos beugen sich dem Diktat der Art Directors der grossen Verlage, die „grosse“ Fotos, flächig gestaltet, als Augenfänger für die Leser suchen. Wer als Fotograf gute Aufträge will, muss dem Rechnung tragen. Ist es die Wahrheit?

Nein, wir werden Opfer einer medialen Marketingstrategie, die unser Herzen rühren, uns in Erinnerung bleiben soll. Die Wahrheit ist einfacher und oft schmutziger. Davon will niemand etwas wissen.

 
     
     
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