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Tagesarchiv für 13. Februar 2012

Tragen Sie noch Horn?

Montag, den 13. Februar 2012 um 13:45

Zuletzt werden nur noch die Darsteller von Wikingern Hörner auf den Köpfen tragen, denn die Kühe mussten schon lange darauf verzichten, damit sie im Stall enger nebeneinander aufgestellt werden können. Schweiz Tourismus wirbt mit gutem Grund nur mit behornten Kühen, sind diese doch wesentlich attraktiver als ihre enthornten Vettern. Jetzt greift diese Sitte auch auf die Ziegen über. Der Schweizerische Ziegenzuchtverband will enthornte Ziegen gleichberechtigt mit behornten Ziegen sehen, was die Oberwalliser Züchter von Schwarzhals-Ziegen auf die Bänke treibt, die sich ihre Edelziege unbehornt nicht vorstellen können. Tragen Sie noch Horn? Reduktion und Normung bestimmen die Welt, auch bei den Bauern und Züchtern.

Zuviel Krise und Stillstand

Montag, den 13. Februar 2012 um 12:00

Die ersten sechs Wochen des Jahres brachten der Schweiz einen Fehlstart ins neue Jahr.

Philipp Hildebrand, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, stolperte und wurde dann aus dem Amt gestossen. Noch ist der Oswald Grübel-Sturz aus der UBS nicht verdaut, schon steht Brady Dougan bei der CS-Group vor schwer lösbaren Schwierigkeiten. Dr. Konrad Hummler, der brillanteste echte Schweizer Bankier, stolperte über den Ehrgeiz eines Partners und wurde zum Verkauf seiner Bank gezwungen, dann auch zum Rücktritt aus dem VR der NZZ-Gruppe, wo er nach einer langen Eiszeit die einzige Hoffnung auf Fortschritt war. Abt Martin, der Leuchtturm der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz, Abt von Einsiedeln, stolperte im Wortsinn über seine eigenen Füsse gegen die Wand. Er fällt seit Wochen aus. Wenn auch Roger Federer nicht mehr der weltbeste Tennisspieler ist, passt dies in Bild.

Auch sonst geht viel schief. Der Schweizer Käseexport, neben Uhren und Heidi einer der wichtigsten Imagefaktoren des Landes, ist wieder einmal eingebrochen. Auch der Solar Impulse, das Hochleistungsflugzeug von Bertrand Piccard, will nicht richtig fliegen. Beim ersten Anlauf für die Weltumrundung könne es auch schiefgehen, besänftigen die Veranstalter. Dazu passt, dass Orell Füssli die neuen Schweizer Banknoten nur mit einem Jahr Verspätung wird liefern können; ein Zulieferer soll daran schuld sein. Krise des Finanzplatzes und Krise beim Banknotendruck, das sieht nach Zwillingsproblemen aus. Im EU-Investitionsplan für das Stromnetz der Zukunft ist die Schweiz nicht mehr vorgesehen. Will niemand mehr unsere Pumpspeicherwerke nutzen? Es sieht aus, als würden wir aus Brüssel mangels eigenem Verhandlungswillen abgeschaltet.

Die „Weltwoche“ stellt den Bundesrat als Zwerge mit spitzen roten Kappen dar, was die gut 25% Ausländer in der Schweiz ohnehin nicht verstehen: „Die Schlümpfe haben doch blaue Kappen.“ Bundesrätin Widmer-Schlumpf, die mit den Amerikanern verhandeln muss, kann immer noch kein Englisch, Wirtschaftsminister Schneider-Ammann, der Englisch kann, hat noch immer kein Rezept, wie die Schweiz wachsen soll.

Niemand will mehr FDP-Präsident werden. Was 150 Jahre einer der wichtigsten Jobs in der Schweiz war, wird nun unter der Hand zu Dumpingpreisen angeboten. Der geistig jüngste Schweizer Liberale ist der über 70jährige Robert Nef, Präsident des Liberalen Instituts. Überall sind die Pragmatiker im Werk, die, einmal in die Stolperphase gekommen, dann mit Sicherheit unter die Räder kommen. Glencore, Nestlé und Novartis, mit Hundertschaften anderer ausländischer Unternehmen in der Schweiz, ist es ohnehin gleich, wer die Schweiz regiert, solange dort keine ordnungspolitischen Verstösse erfolgen.

Es scheint ein sehr ereignisreiches Jahr zu werden.

Wie unschuldig sind Banker?

Montag, den 13. Februar 2012 um 12:00

Die Manipulation des Libor-Zinssatzes durch ein Dutzend der grössten Banken der Welt ist ein Zeichen dafür, dass unseren Bankern nichts mehr heilig ist. Ein normaler Mensch kann sich gar nicht vorstellen, mit welcher intelligenten, raubtierhaften Brutalität sich die „Spitzenvertreter“ dieser Branche durchzusetzen wissen. Manchmal zum Guten, häufig zum Schlechten. Einer unserer Schweizer Chefunterhändler für die Interessen des Finanzplatzes, kein Staatsbeamter, wird von einem früheren Vorgesetzten beschrieben: “Absolut durchsetzungsstark, ja brutal, auf seinen eigenen Vorteil bedacht.“ Niemand will dann ernsthaft zugeben, ein solcher Mann könne unsere Schweizer politischen und Bankspitzen in eine Situation gebracht haben, die mehr Schaden als Nutzen gebracht hat.

Im Falle der Konsequenzen der Manipulation des Libor-Zinssatzes werden gerade die „big player“ kein Interesse daran haben, aufzudecken, wo in der Folge die Milliardengewinne und –verluste aufgetreten sind. Man sollte wieder einmal von Laurence Durrel „Tunc“ und „Nunc“ lesen, wo diese Entwicklungen früh vorgezeichnet wurden.

Who the hell is Drosos?

Montag, den 13. Februar 2012 um 11:45

Die 12 500 Stiftungen im Land zählen zu einer Grauzone der Wirtschaft. Alleine in Basel-Stadt verwalten sie ein Vermögen von Fr. 15 Mia., wobei Basel längst von Genf überholt wurde, wo sehr viel mehr Stiftungsvermögen angesiedelt ist. Diese „graue Wirtschaft“ setzt jährlich hunderte von Millionen Franken um, weshalb ich tief davon beeindruckt bin, dass alt Staatssekretär  Franz von Däniken als Delegierter des Stiftungsrats der in Zürich angesiedelten Drosos-Stiftung nach sieben Jahren nun zurücktritt.

Who the hell is Drosos? Offensichtlich fliesst viel Stiftungsgeld nach Afrika und in den Nahen Osten; es soll auch der Schweiz und Deutschland zu gute kommen. Auf der Website ist auch nicht viel zu finden, nicht einmal ein Stiftungsrat. Nur der Hinweis auf eine Adresse in Kairo lässt darauf schliessen, dass Drosos das Nebenprodukt einer sehr wohlhabenden ägyptischen Familie ist, die in der Schweiz gut verankert ist.

…der Rubens unserer Zeit

Montag, den 13. Februar 2012 um 9:09

Gerhard Richter den „Rubens unserer Zeit“ zu nennen, ist ein mutiger Marketing-Gag. Auch wenn die liechtensteinische Fürstenfamilie dessen Werke sehr mag, sind die „Schinkenbilder“ und historischen Schlachtengemälde eher Geschmackssache. Da wir bei einer wachsenden Weltbevölkerung wohlhabender Reicher und immer prunkvollerer Häuser auch einen Rubens an die Wand hängen muss, leuchtet ein. Damit ist die Frage nicht beantwortet, warum gerade Gerhard Richter ein neuer Rubens sein soll. Seine Klo-Rollen und Arme-Leute-Bilder werden auch nur bei jenen Snobs Bestand haben, die ihre Volksverbundenheit anhand des ehemaligen DDR-Künstlers geschmäcklerisch unter Beweis stellen wollen. Menschen wie Gerhard Schröder, der ehemalige deutsche Bundeskanzler, zählen zu Richter-Freunden, gewissermassen als Volksersatz.

 
     
     
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