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Tagesarchiv für 7. Februar 2012

„Keine Gesinnungskontrolle…“

Dienstag, den 7. Februar 2012 um 16:00

Georges Nicolas Hayek, Einwohner der Stadt Zug, der sich für einen Piraten hält, weil er keine Krawatte trägt und eine Piratenfahne aus seinem Bürofenster hängen lässt, sagt: „Ich mache keine Gesinnungskontrolle bei unseren Kunden.“ Wo kämen wir hin, wenn jeder Mafioso, jeder Gangster, jeder Betrüger, Mörder und Steuerhinterzieher keine Schweizer Golduhr oder mindestens eine Swatch kaufen dürfte? Sofern diese Schweizer Kunden mit Moraldefizit dann aber Steuern hinterziehen und dabei erwischt werden, sollten sie keine Schweizer (Bank-)Kunden mehr sein. Wer dies einigermassen plausibel begründet und auf kurze Zeit Vereinsmitglied wird, kann sich in der Schweiz ohne weitere Verfolgung töten lassen, aber wehe, er hat USD 50 000.—oder einige Euro auf dem Schweizer Bankkonto, von dem sein heimisches Steueramt nichts weiss, dann muss er an den Pranger.

Was Nick Hayek tut, macht auch jeder Schweizer Hotelier. Solange die Rechnung bezahlt wird, darf jedermann kommen und gehen. Vielerorts wird jetzt von Ethik und Moral gesprochen, aber sie schein situationsgebunden zu bleiben. Nick Hayek, zur richtigen Zeit in die richtige Familie geboren, ist der wohl reichste Pirat aller Zeiten. Immerhin teilt er ein Stück seines Schatzes mit freien Aktionären, die dann ein wenig am grossen Piratengeld schnuppern dürfen.

Vergeudung als Instrument der Wirtschaftsförderung

Dienstag, den 7. Februar 2012 um 14:15

Der ganze Tamiflu-Zauber dürfte die Schweiz über Fr. 100 Mio. gekostet haben. Zuerst wurde das Schweizer Volk vom Bundesamt für Gesundheit für über 10 Mio. Franken verrückt gemacht, die Kosten der teuren Staatsbeamten nicht mit einberechnet, dann kauften Staat und Firmen für Dutzende von Millionen Franken das überflüssige Tamiflu, dessen Wirkung später auch ernsthaft bestritten wurde, lagerten es, als Vogel- und Schweinegrippe nicht kamen, jahrelang in Waggons auf entlegenen Gleisen, um es jetzt definitiv zu vernichten, womit weitere Kosten anfallen. Das ist praktische Wirtschaftsförderung, denn Roche verdiente viel Geld, besonders viel im Kanton Basel, der Fr. 40.—pro Packung zahlte, während der Bund nur Fr. 25.—entrichten musste.

Ebenso faszinierend ist es, von Aargauer Flüchtlingsbetreuern zu erfahren, die ihrer „Kundschaft“ Mal- und Zeichenkurse anbieten. Genau das wünscht sich ein junger Eriträer oder Somalier, wenn er sich durch die Sahara an die Küste des Mittelmeers durchgeschlagen hat und auch dem Ertrinkungstod im Mittelmeer entkommen ist. Ein nettes Girl bringt ihm bei, wie man die Lenzburg richtig zeichnet. Natürlich bezahlen diese Kurse auch die Steuerzahler.

Merke: Wir haben zu grosse Verwaltungen, die unterbeschäftigt sind. Als bestverdienende Staatsdiener sind Beamte und Angestellte vorwiegend damit beschäftigt, sich neue Beschäftigungen auszudenken, damit sie eines Tages nicht unbeschäftigt sind oder unterbeschäftigt wirken können. Ein wenig griechisch sind auch wir schon geworden.

EWR wenig stabil

Dienstag, den 7. Februar 2012 um 12:00

Die norwegischen Eliten wollen, ganz wie die Schweizer auch, Mitglied der EU werden; sie fühlen sich im Hinterhof des EWR als EFTA-Mitglied immer weniger wohl. Das Volk jedoch, ganz wie das Schweizer auch, möchte nicht EU-Mitglied werden; es hätte mehr zu verlieren als seine „Grosskopfete“.

Die Elite in Oslo äussert sich über die „Aftenposten“ deshalb gegen das EWR-Mitgliedsland Liechtenstein und wirft diesem „grosse demokratische Defizite“ vor. Die Liechtensteiner, allen voran die Fürstenfamilie, sind ob solcher „populistischer Behauptungen“ empört. Es seien die Norweger, die EU-Recht, das es in den EWR aufzunehmen gelte, öfter verzögerten als die Liechtensteiner.

Wenn die EU sich wieder erholen wird, mag es auch zehn Jahre dauern, sind wachsende Spannungen im EWR angesagt.

Die Metropol-Regionen schmelzen ab

Dienstag, den 7. Februar 2012 um 10:00

Von Metrobasel, dem Büro der Metropolregion Basel, sind keine nennenswerten politischen Aktionen bekannt; es schrumpft derzeit zu einem Propagandabüro mit Anlässen, die eher beschwörende Funktion haben. Nicht anders ist es mit der halben Metropolregion Bern, die sich auf den Jura und das Oberwallis abstützt. Mit dem Ausbaustopp für den Lötschbergtunnel ging ein wichtiges Projekt dieser Region verloren.

Die zwei eigentlichen Metropolregionen der Schweiz sind Zürich und Lausanne; beide wachsen weit überdurchschnittlich. In Lausanne hat die glückliche Verbindung Universität, Konzerne und Regierung, ausgedrückt in der Person von EPFL-Präsident Patrick Aebischer, Wunder gewirkt. Lausanne sucht die Kooperation mit Genf und strahlt positiv in das untere Wallis aus.

Die Metropolregion Zürich ist stärker, als sie wahrgenommen wird. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch ist ein reizendes älteres Mädchen, das den Versuch macht, ein mächtiges Gefährt mit über zwei Millionen PS zu steuern. Sie wird mehr mitgerissen als sie selbst beschleunigt. Weil die Metropolregion von Schaffhausen bis tief in die Innerschweiz reicht und grosse Teile des Aargau umfasst, nimmt sie Energien der besten Teile der Schweiz auf und verwandelt sie in Wohlstand wie Reichtum. Basel, dessen drei Pharmakonzerne Novartis, Roche und Lonza eher zu optimistisch bewertet sind, bleibt ein Hoffnungsträger, was für Bern nicht gelten darf, da dort das Geld ausgegeben wird, das andernorts in der Schweiz erarbeitet werden muss.

Weit abgeschlagen ist die Ostschweiz. Der Thurgau ist nach Zürich ausgerichtet, das gilt in weiten Teilen auch für Stadt und Kanton St. Gallen, dessen Rheintal mehr vom Fürstentum Liechtenstein und dem österreichischen Vorarlberg als der Schweiz lebt. Das Bündnerland wäre ohne Davos und St. Moritz, dazu das Verwaltungszentrum Chur, eine weithin unterentwickelte Zone. Es ist auch nicht erkennbar, ob sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Wer in Graubünden Ehrgeiz hat, zieht nach Zürich um.

Warum sind Bergbauern schlau?

Dienstag, den 7. Februar 2012 um 9:00

Die Schlauheit der Schweizer Bergbauern ist legendär. Ihre Schlauheit beruht auf Intelligenz ohne Hochschulstudium. Als Bauern haben sie den Flachländern ihre Bergwiesen zum Zweck des Bauens teuer verkauft. Als Handwerker haben sie die Chalets gebaut, sie ausgerüstet und später auch versorgt, wie erneuert. Als Gärtner haben sie die Chalets mit Umgebung gepflegt. Das Ergebnis waren viele Chalets, die jetzt im schlechten Ruf stehen, „kalte Betten“ zu sein, also der Gemeinde zu wenig Umsatz bringen. Darob haben die schlauen Bergbauern, vertreten durch ihre Gemeindeverwaltungen, nun das Instrument der Lenkungsabgabe entwickelt. Es soll von den Besitzern jener Chalets bezahlt werden, denen sie die Chalets gebaut haben. Die ganz schlauen Bauern haben jedes Chalet mit Jahresgebühren für die Müllabfuhr belastet, obwohl deren Bewohner nur wenige Wochen im Jahr dort anwesend sind, während der schlaue Bergbauer seine Müllabfuhr, beinahe ganzjährig, gratis erhält. Die Subventionen der Talbewohner, die auch die Chaletbesitzer sind, nimmt er gerne mit der anderen Hand entgegen.

Sind Sie auch „tbtf“ oder sogar „titf“?

Dienstag, den 7. Februar 2012 um 8:08

99,99% aller Schweizer sind nicht „tbtf“, to big to fail. Es sind eigentlich nur die zwei Grossbanken, UBS und CS, die von ausländischem Kapital bestimmt sind. Vielleicht noch die Swisscom und die Post, aber sogar deren Dienstleistungen wären rasch durch Ausländer ersetzt.

Bei der UBS hat man Order gegeben, jede Personalisierung der Bankspitzen in der Öffentlichkeit zu vermeiden. CEO Sergio Ermotti spürt man nicht mehr in der Schweizer Öffentlichkeit, auch den Chef Schweiz nicht mehr. Die UBS, früher lebendiger Teil der Schweizer Innenpolitik mit Alfred Schäfer, Heinz Wuffli, ist heute  zur Schattenwirtschaft geworden. Von der Credit Suisse, deren CEO Craig Dougan, selten im Land ist, erhalte ich zum Trost „das älteste Bankmagazin der Schweiz“ mit Aufsätzen zum Thema „Zeit“. Wer hat Zeit, solches zu lesen? Man wird überschwimmt mit derlei Sozialfeuilletons.

Der Finanzplatz stolpert oder stürzt er schon zusammen? Einzig unser Bundesrat weiss, wer „tbtf“ ist. Wo ist eigentlich Kaspar Villiger, der es auch wissen müsste? Gottseidank, die Cigarrenfirma seines Bruders Heinrich blüht. Für uns Raucher ist sie wirklich „titf“, „to important to fail“.

 
     
     
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