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Tagesarchiv für 2. Februar 2012

50 Jahre Stempelsteuer

Donnerstag, den 2. Februar 2012 um 16:00

Im kommenden Jahr feiern wir das Jubiläum „50 Jahre Stempelsteuer“. 1963 eingeführt, jährlich etwa drei Milliarden Franken Ertrag bringend, ist sie zu einem festen Bestandteil der Schweizer Steuerpolitik geworden. Sie ist der Vorläufer jener Transaktionssteuer, nach welcher man in der EU jetzt ruft. Die Banker hätten das Geld lieber selber kassiert, aber ihr Lobbying scheiterte an den Verhältnissen, die halt „so sind“.

Heiliger Kuhstall

Donnerstag, den 2. Februar 2012 um 14:00

Die Gemeinde Gurbrü mit 260 Einwohnern, die Gemeinde Golaten mit 300 Einwohnern und das benachbarte Wileroltingen mit 400 Einwohnern, geschweige denn Ferenheim mit 1280 Einwohnern, wollen sich nicht der Gemeinde Laupen (2800 Einwohner) anschliessen, weil sie ihre heilige Berner Kuhställe unabhängig weiter führen wollen. Zum Lachen.

Dramatik richtig offenlegen

Donnerstag, den 2. Februar 2012 um 11:30

Warum wollen die Massen Autorennen sehen? Doch nicht wegen dieser monotonen Kurvenfahrerei, die Geraden sind noch langweiliger. Sie wollen Unfälle, Fast-Unfälle und Karambolagen sehen.

Deshalb ist der VW-Konzern zu beglückwünschen, der im von ihm gesponserten Kunstmuseum Wolfsburg die Zusammenstösse zweier Autos in Originalgrösse mit echten Autos zeigt. Hier weicht man der Gefahr, dem Rausch der Geschwindigkeit, der mit dem Autofahren verbunden ist, nicht aus.

Als ich im Wallis den Touristikern einmal sagte, die Dramatik des Bergtodes trage viel zur Mystik des Bergwanderns bei, brach dort blankes Entsetzen aus. Das Matterhorn, heute zum Wahrzeichen der Schweiz geworden, ist mit fast 500 Toten der Berg der Welt, der bisher die meisten Opfer forderte. Der Himalaya und die Anden halten in dieser Statistik bei weitem nicht mit, denn sie wurden später „entdeckt“.

Blicke ich aus unserem Wohnzimmer auf die malerische Südflanke des Bietschhorns, das zu den schönsten Bergen der Alpen gehört, werden mir alle Geschichten der Abstürze, die sich dort abspielten, lebendig. Der Berg ist gefährlich. Das ist Teil seiner Schönheit.

Räucherwerk?

Donnerstag, den 2. Februar 2012 um 10:20

Wenn im Vatikan wieder einmal von Korruption die Rede ist und der eine Untersuchung durchführende römische Kardinal ins Ausland strafversetzt wird, lächeln erfahrene Schweizer Priester nur, um zu kommentieren: „War dies je anders?“ Wenn im Bistum Chur von der Trennung von Kirche und Staat in der Schweiz geträumt wird, was durchaus Sinn machen würde zur Rettung einer echten römisch-katholischen Kirche mit echten Gläubigen und nicht nur einem Altersheim dahin dämmernder Gewohnheitschristen, dann lächeln die Diplomaten in Bern und sagen: „Nicht traktandiert.“ Wenn mich dann sonntags der Weihrauch einhüllt, dann denke ich: „Im frühen Christentum war das Räucherwerk in der Liturgie verpönt.“ Hier hilft nur das fromme Gebet.

Warum milenamosermartinsuter-Literatur?

Donnerstag, den 2. Februar 2012 um 8:10

Vielleicht deshalb, weil ich mich dem Sprachzauber grosser Autoren nicht entziehen kann oder bei Charles Dickens, Hermann Hesse, Thomas Mann, aber auch John Berger, Corinne Bille oder Ferdinand Ramuz jenen präzisen Ton finde, der die Welt zum Klingen bringt, frage ich mich, welche vom TV betäubten Gemüter milenamosermartinsuter lesen, deren Wortbrei von mässigen Spannungsfeldern leicht erhitzt wird. Nach dem Motto „Frau bespricht Frauenliteratur“ lässt das Feuilleton des „tagi“ von Simone Meier Milena Moser feiern, die sich diesem Trauma entzieht, indem sie deutlich macht, für wen derlei gedacht ist: Hausfrauen, Lehrerinnen, Ärztinnen und ihre Sekretärinnen, feministische Ex-Studentinnen. Wenn die kenntnisreiche Lektorin dann die Moser’schen Yoga-Exerzitien auch noch als „Sport“ apostrophiert, gehen bei mir die Lichter aus. In der Dunkelheit erkenne ich den neuen Kunstbrei: milenamosermartinsutersimonemeiertagesanzeiger. Wörtermasse für die Biomasse.

 
     
     
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