Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 1. Februar 2012

Niall Ferguson revisited

Mittwoch, den 1. Februar 2012 um 13:30

Wie  der schottische Welthistoriker der Universitäten Cambridge, Oxford und Harvard das angelsächsische Establishment lobt, darunter auch David Cameron, der als britischer PM auch im eigenen Land für nicht ganz voll genommen wird, ist gute englische Tradition.

Die Engländer waren gegen die Spanier, die Franzosen, die Holländer, gegen Napoléon I. und die Preussen. Sie waren immer nur für ihre eigenen „home rule“. Sie waren gegen die deutsche Wiedervereinigung und sind jetzt gegen „Angie“ Merkel, die für Europa eine stabile Lösung sucht. „Heute soll das anti-europäische Dauerfeuer“, schreibt Andreas Oldag in der „SZ“, „von der eigenen Misere ablenken. Und der von Ferguson an die Wand gemalte neue US-Aufstieg? Die US-Wirtschaft steht heute etwa da, wo sie schon Ende 2007 war; mehr als 1,7% Wachstum liegen auch heuer nicht drin.

Immerhin beweist Niall Ferguson, dessen frühe Bücher ein Muss sind, dass eine attraktive These, brillant vorgetragen, an Wert gewinnt.

Druck aus dem Süden nimmt zu

Mittwoch, den 1. Februar 2012 um 10:35

Südlich der Sahara liegt ein Land, das an Grösse alles übertrifft, was Afrika zu bieten hat, aber die wenigsten Menschen begreifen, dass mit Nigeria ein Koloss heranwächst, der in der kommenden Generation eine halbe Milliarde Menschen haben wird, mehr als Indonesien und Brasilien.  Sein BIP hat sich alleine in diesem Jahrhundert bereits verdreifacht. Präsident Goodluck Jonathan hat bisher nicht gezeigt, dass er das Land führen kann. Der Kampf um das Erdöl ist erneut entbrannt.

In der Folge nimmt der Druck aus dem Süden auf uns in Europa zu. Afrika wächst, der Mittlere Osten  gewaltig, Asien noch gewaltiger. Nur bei uns in Europa heisst das Gesetz: Austerity.

Mehr Freiheit, Sire

Mittwoch, den 1. Februar 2012 um 10:20

In der Stadt St. Gallen kostet es jetzt Fr. 20.–, wenn ein Bürger bei Rot die Strasse überquert.

Als ich in Zollikon eine Minute vor der Bäckerei im Halteverbot parkierte, um ein Frühstücksbrötchen zu kaufen, weil alle anderen Parkplätze besetzt waren, drohte mir ein vorspazierendes Polizistenpärchen, eine Doppelpatrouille, eine Busse von Fr. 140.—an. Als ich nur lachte, gingen auch sie in die Bäckerei, um in der Wärme einen Café zu trinken. Neulich verfolgte mich ein ziviler Streifenwagen bis in die private Parkgarage, um mir eine Busse zu geben, weil ich während der Fahrt das Handy am Ohr gehabt haben soll. Erst als sie die Lautsprecheranlage im Auto sahen und mein Handy kontrolliert hatten, liessen sie von mir ab. Der Triumphbegrüssung „Ah, das ist ja der Herr….“ angesichts einer fetten Beute folgte nur eine knappe Entschuldigung. Die durchgreifende Erfassung des Bürgers, dem exzentrische Normalität offensichtlich ausgetrieben werden soll, zeigt sich auch in der Doris Leuthard’schen Vorlae, alle Briefkästen müssten mit vollen Vor- und Familiennamen beschriftet sein, Familienname alleine genügt nicht mehr.

Natürlich wollen unsere örtlichen und kantonalen Polizeidirektoren mit derlei Umtrieben nichts zu tun haben. Ich kann mir aber gut vorstellen, wie es einem nichtweissen Ausländer (oder Einheimischen) geht, der von solchen Fangkommandos „gestellt“ wird. Mehr Freiheit, Sire.

Ex-Botschafterin rügt die Schweiz

Mittwoch, den 1. Februar 2012 um 10:06

Die Schweiz habe in Washington die falschen – demokratischen – Freunde, wie Al Gore, und müsse auf Mitt Romney und Newt Gingrich setzen, um mit der US-Administration „hard ball“ zu spielen. Wie recht die Republikanerin hat! Faith Whittlesay, ex US-Botschafterin in der Schweiz, hat lange für die Schweiz lobbyiert. Sie wirft heute unserem Land „mangelnde politische Intelligenz“ vor. Unsere sanften Chefbeamten in Bern, die noch nie wirklich Politik machen mussten, werden dies nicht gerne hören. Angesichts eines Bundesrats, der nicht führt, einer Justizministerin, die nicht englisch sprechen kann, eines Aussenministers, der diese Aufgabe übernahm, weil seine Frau gerne reist (wie ganz Bern sich zuflüstert), eines Wirtschaftsministers, dessen „Langenthaler Ditsch“ perfekt ist, und einer Chefbeamten-Struktur, die dünn wirkt, haben perfekt angreifende Ausländer, seien es Amerikaner und EU-Vertreter aus Brüssel, leichtes Spiel.

Unsere eigenen Lobbyisten bestehen darauf, dass US-Aussenministerin Hillary Clinton sich persönlich dafür eingesetzt habe, ausser Wegelin & Co.keine andere Schweizer Bank anzugreifen. Das gilt schon heute nicht mehr.

Zweitwohnungen sind nicht auszurotten

Mittwoch, den 1. Februar 2012 um 8:05

Die Stadt Jerusalem, mit 780 000 Einwohnern doppelt so gross wie Zürich, hat über 10 000 Zweitwohnungen reicher Ausländer, darunter mit Sicherheit auch vieler Schweizer Juden, für die es ein Statussymbol ist, eine Wohnung oder ein Haus in der „Heiligen Stadt“ zu besitzen. Die wunderbare Farbtönung des „Jerusalem Steins“, wenn ihn die Sonne am Nachmittag bestrahlt, hat dort einen Zweitwohnungs-Boom ausgelöst, wie ihn auch das Engadin und Teile des Wallis kennen.

In der Schweiz wehrt man sich gegen eine Beschränkung des Zweitwohnungsbaus, denn die aufstrebenden reichen Menschen, darunter auch viele jüngere, haben gerne ein Chalet in den Alpen. Solange die Schweiz ein kapitalistisches Land ist, kann man dies auch nicht verwehren, zumal viele Landbesitzer gerne und immer teurer verkaufen und die Bau- wie Bauzulieferbranche davon lebt.

Die Einwohner Jerusalems haben das gleiche Problem: Hier die sehr reichen Juden aus aller Welt, dort die 40% der städtischen Einwohner, meist orthodoxe Juden und Palästinenser, die unter der Armutsgrenze leben. Die junge jüdische Intelligenz verlässt die Stadt zunehmend, denn der bigotte Geist der jüdischen Orthodoxie, wo man die Tora studiert und seine Familie vom Staat ernähren lässt, widerspricht den Vorstellungen jener, die Israel einigermassen in Schwung halten.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog